HGVPraxis 03/2020

magazin Alles für den Gast Deadline ist Ende Juni Unter den vielen Fragezeichen, vor die die Tou- rismuswirtschaft im Zuge des Shutdowns ge- stellt wurde, befindet sich auch jenes, das vor dengastronomischenFachmessensteht,insbe- sondereder„AllesfürdenGast“inSalzburg,der mit Abstandwichtigste Termin, der traditionell AnfangNovember(7.bis11.November2020)statt- findet. Oder stattfinden soll, umes korrekt aus- zudrücken. Nach aktuellem Stand sind Veran- staltungendieserGrößenordnungbis31.August sowiesoverbotenundeineabgespeckteVersion mitdenberühmtenzehnQuadratmeternPlatz- angebot pro Besucher würde im Falle der Gast bedeuten, dass anstatt von 50.000 nur 2.000 GästePlatz findendürften.Was eineMessedie- ser Art natürlich illusorischmacht. In einem Gespräch mit Manstein-Geschäfts- führerin Dagmar Lang äußert sich Reed Messe-Geschäftsführer Benedikt Binder- Krieglstein über die Aussichten, ob eine „Gast 2020“ stattfinden kann, vage: „Das müssten wir UND die Aussteller bis spätestens Ende Juni wissen, ob eine Messe in diesem Format möglich ist.“ Als Anhaltspunkt nimmt derMes- semanager die Regelungen für Einkaufszen- tren, wenn er meint: „Darauf aufbauend gilt es noch die Spezifika von Fach- undPublikums- messen zu berücksichtigen. Ein konstruktiver Dialog mit den Behörden wäre aber dringend nötig! Man soll uns endlich sagen, unter wel- chen Bedingungenwir waswieder tun dürfen. Daran anknüpfend prüfen wir die wirtschaft- liche Machbarkeit und entscheiden dann ge- meinsam mit unseren Ausstellern oder Ver- anstaltern, ob das Sinn hat.“ Wer die „Gast“ kennt, kennt auch ihre kriti- schen Punkte. Wenn sich zu Spitzenzeiten – und die herrschen quasi permanent vor – Tau- sende Besucher in den Gängen und Hallen drängen, ist von Abstandhalten keine Rede mehr. Um dieser Staubildung vorzubeugen, würde Binder-Krieglstein sogar daran denken, eine klarere Branchenstrukturierung in den Hallen zu organisieren: „83 Prozent unserer Besucher bestätigen uns, dass sie diese Art der Entdeckungsreise auf der Gast lieben, also die jetzige Hallenplanung. Das ist auch der klare Wunsch seitens der Aussteller. Aber, wenn eine striktere Branchengliederung die Bedingung ist, damit sie stattfinden kann, kön- nen wir für 2020 damit leben.“ Eröffnung Neue Betreiber für das „Wasserwerk“ im Höllental Da, wo das Wasser für die Stadt Wien gesammelt wird, konnte nach dreijähriger Schließzeit wieder ein Gastronom für das „Wirtshaus am Wasserwerk“ gefundenwerden. Der Langasthof in Kaiserbrunn ist seit vielen Jahrzehnten ein beliebtes Ausflugsziel. Seit drei Jahrenwar der Gasthof geschlossen. In der Biedermeierzeit war das Gebiet rund um die Kaiserbrunnquelle sehr beliebt. Zwischen 1869 und 1873wurde hier die 1. Wiener Hochquellenwasserleitung errichtet und versorgt seit mehr als 145 Jahren die StadtWienmit frischemQuellwasser. Entlang des schönsten Abschnittes wurde der 1. Wiener Wasserleitungsweg gebaut. Ein 3,7 Kilometer langer Weg durch das wildromantische Tal, mit unendlichen Plätzen zum Kraft tanken und fantastischen Ausbli- cken auf das Wasser, die Rax und den Schneeberg. „Nach konstruktiven Gesprächen mit dem Magistrat 31, Quellschutz der Stadt Wien, ging es sehr schnell. Der neue Standort ‚AmWasser- werk‘ war geboren“, freut sich Gastronom Bernd Scharfegger. Regionale Küchenschmankerln, Eis und hausgemachte Mehlspeisen aus der hauseige- nen Konditorei in Reichenau laden zu einem kuli- narischen Erlebnis vor oder nach der Wanderung durch das mächtige Höllental ein. Seit mittlerweile 50 Jahren sorgt die Unternehmer- familie für touristische Akzente in den Wiener Alpen in Niederösterreich. Der Anfang dieser Erfolgsge- schichte führt ins Jahr 1970 als Fritz und Grete ScharfeggervonderSteiermarknachReichenauüber- siedelten.NachderÜbernahmedesKaiserhofsinPrein wurde das Kultlokal Preiner Stadl errichtet. ImLaufe der Zeit gesellten sich das Vier-Sterne-Hotel Raxal- penhof,dieRax-Seilbahn(inklusiveTalstation-Buffet), der RaxalmBerggasthof, das Ottohaus, das Café-Re- staurant Reichenau sowie das Raxalpen Tourismus- Incomingbüro hinzu. Fordert einen konstruktiven Dialog mit den Behörden ein: Reed-Messe-Geschäftsführer Benedikt Binder-Krieglstein. Foto © Reed/David Payr, Andreas Narosy, AdobeStock/contrastwerkstatt, WMF, HGV PRAXIS V.l.n.r.: Bernd Scharfegger, Katrin Scharner und Melanie Reiterer sorgen am „Am Wasserwerk“ für ein neues gastronomisches Angebot.

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