HGVPraxis 02/2022

coverstory 18 Von High-End-Kulinarik und dem Spago als Aushängeschild bis zu gehobenerer Fast-Food-Küche mit mehr als 100 Restaurants und natürlich „ewiger“ Chef der Oscar-Verleihungen ist das ImperiumWolfgang Puck heute weltweiter Arbeitgeber für mehr als 5.000 Menschen. Nun haben Sie am Flughafen Wien Ihr erstes Lokal in Österreich eröffnet. Warum jetzt und was waren die Beweggründe, nun auch in die Verkehrsgastronomie einzusteigen? Puck: Ich habe von Japan bis Singapur und Bahrain Lokale eröffnet, heißt: Tritt man an mich mit realistischen Möglichkeiten, den richtigen Partnern und einemPlatz, den ich gut finde, heran, dannmach ich’s. Ich gehe aber nicht offensiv nachWien oder sonst wohin, kontaktiere dort Immobilienmakler, nur weil ich ein Lokal eröffnen will. Denn ein Lokal mehr oder weniger, dadurch ändert sich mein Leben nicht. Wichtig ist, dass man stetsmit den richtigenMenschen zusammenarbeitet. Schauen Sie, inUngarn, wowir imvergangenen Jahr in Budapest imneu eröffneten Hotel Matild ein Lokal eröffnet haben, kenne ich durch unser Istanbuler Standbein den Besitzer sehr gut. Es ist eine großartige Zusammenarbeit, dennman lässt uns nach unseren Vorstellungen tun. Heißt demnach, wäre Österreich früher an Sie herangetreten, wäre Wolfgang Puck schon längst gekommen? Puck: Ja, bzw. vielleicht sogar in Österreich geblieben (lacht). Michael Häupl (Anmerkung: Altbürgermeister von Wien), mit dem mich eine lange Freundschaft verbindet, hat gesagt, dass man nach einer Location in der City schauen wird. Wer weiß also, was noch kommt … Wie fühlt es sich an, in der alten Heimat zu kochen? Puck: Es fühlt sich sehr gut an. Ich komme ja immer sehr gerne nach Österreich und fühle mich ob in Wien, Altaussee oder zum Sikfahren inZürs amArlberg immer sehrwohl. EineZeit langwar ichweniger „zuHause“, jetzt komme ichwieder öfter nachÖsterreich.Möglicherweise ist es einbisscheneineHeimkehr, vielleicht mit noch einigen weiteren Lokalen in Europa. Wollen Sie komplett aufhören? Puck: No, no, no, aber heute kann man ja von überall arbeiten. Wir haben bereits ein Lokal in London, Budapest und jetzt auch am Flughafen Wien, aber auch in Bahrain und Katar und auch in Saudi Arabien werden wir eines eröffnen. Sie sprachen von den richtigen Partnern, mit Select Service Partner (SSP) haben Sie in Wien einen international agierenden und renommierten Verkehrsgastronomen an der Seite. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit? Puck: Mein Bruder, er ist der Chef aller Lokale (Anmerkung: Klaus Puck ist Präsident und COO der Wolfgang Puck Worldwide Incorporated), führte bereits vor vier Jahren die erstenGespräche. Bis allerdings alles gepasst hat, hat es gedauert. Wahrscheinlich auch, weil ich anfangs ein wenig gebremst habe. Ich wollte nämlich nicht auf einen Flughafen. Außerdem gab es damals auch Überlegungen, eventuell im Bristol in der Wiener Innenstadt ein Lokal zu eröffnen. Daraus wurde aber nichts. Vor zwei Jahren und damit noch vor der Pandemie kam dann Klaus und sagte, dass es in Wien eine Location gibt, die gut passen würde. Okay, machenwir, hab ich gesagt und jetzt sind wir hier. Was sind für Sie die wesentlichen Vorteile dieser Zusammenarbeit? Puck: Mit einem derart finanzkräftigen Partner ist es für uns © Vienna Airport „Essen muss ein Wohlgefühl auslösen“ HGV PRAXIS führte mit Wolfgang Puck ein Interview anlässlich der Eröffnung von „Wolfgang Puck Kitchen & Bar“ am Vienna Airport. Wolfgang Puck stand HGV-PRAXIS-Autorin Brigitte Charwat Rede und Antwort.

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