Hotel&Touristik 06/2019

mein land Karrieren im Tourismus 20 Der Tourismus ist so vielfältig wie das einzelne Urlaubserlebnis, ebenso sind es die Karrieren in dieser Branche. Karl J. Pojer kennt alle Facetten: Die Gastronomie, die Hotellerie, die Clublandschaft der Touristik und die Kreuzfahrtschiffe. Ein Gespräch über das innovationsfeindliche Material Stahl, geänderte Reisemotive und das begrenzte Element am Schiff: Platz. Autorin: Margaretha Jurik U nendlich weit ist der Horizont, wenn man aus dem Bullauge eines Kreuzfahrtschiffes blickt. Beschränkt ist das Angebot an Bord selten, Restaurants, Kinos, Kletterwände, Pools, Bühnen, Theater, Golfranges und vieles mehr warten auf die modernen Schiffsurlauber. Viel wichtiger als die Ausstattung ist die Route, zumindest anBord der Hapag LloydCruises, derenChef der Österreicher Karl J. Pojer ist. Dannmuss die Gastronomie überraschen, da- für hat er Deutschlands beste Köche in der Kombüse. Doch schon das drittwichtigste Reiseargument ist ein knappes Gut: Platz.Wände niederzureißen, wenn einneuer Trend angesagt ist, gestaltet sich beim Baustoff Stahl doch eher schwierig. In der heutigen Zeit ist der Mitbewerb nicht mehr in nur in der selben Branche zu finden, jedes Hotel, jede Destination spielt mit um die Aufmerksamkeit und Urlaubszeit der Gäste. Was der ehemalige Rennfahrer in der Hotellerie und am Schiff heute andersmachenwürde, woraufman anBord heut- zutage getrost verzichten kann, und wie sich das Unterneh- men um die Jungen kümmert, verrät Pojer in einem ruhigen Gespräch in hektischemRahmen. Es fand zwar nicht imBauch eines Schiffes statt, aber immerhin im Schlund der Berliner Messehallen. Hotel & Touristik: Herr Pojer, Sie sagen, Kreuzfahrt ist die inno- vativste Branche imTourismus, doch wie halte ich es mit Innova- tion, wenn ich Schiffe so lange imVornhinein plane und baue? Karl J. Pojer: Das ist vollkommen richtig, diese Gedanken und Ideen müssen Sie schon sehr früh haben, bevor Sie das Schiff bauen. Ich nehme das Beispiel Europa und Europa 2. Dieser Prozess, bis das Schiff fit for the Market ist, da vergeht Zuerst die Route , dann der Geschmack Foto © Hapag Lloyd Kreuzfahrten GmbH

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