Hotel&Touristik 07-08/2020

Kleemann erklärt 4 A lso ich versuch‘ jetzt einfach einmal, ausgehend von der aktuellen Covid-Katastrophe eine Prognose für die nächsten drei Jahre zu treffen. Keine wirtschaftliche Prognose –dazu gibt es noch viel zu wenige Anhaltspunkte –, sondern eine „touris- mus-emotionale“ Prognose, die natürlich vonmeinem sehr aus- geprägten Optimismus getragen ist: Die Bedeutung der Touris- mus- und Freizeitwirtschaft wird endlich losgelöst von „BIP-Anteilen“. Motto: Ohne Tourismus haben wir leere Städte, leere Plätze, leere Seen und das Sozialleben bricht ein. Die Bedeutung von Regionalität und Saisonalität wird weiter steigen. Motto: Pangasius raus, Marchfelder Spargel rein. Der Stellenwert von einheimischen Mitarbeiterinnen und Mitarbei- tern, wird steigen: Motto: Eine regional fokussierte Mitarbeiter- politik ist gelebte Nachhaltigkeit. Natur – Umwelt – Distanz – Bewusstsein – Wertschätzung – Ressourcenschonung. Motto: Genau das ist unsere Zukunft – touristisch, aber auch als Lebensraum für uns selbst. Boden- gebundene An- und Abreise wird künftige Urlaubsreisen bestimmen. Motto: Muss ich für ein unvergessliches Urlaubser- lebnis wirklich in einen Flieger steigen? Die Wertschätzung und Achtung gegenüber der Gastrono- mie wird sich erhöhen. Motto: Restaurantbesuche werden von der „Selbstverständlichkeit“ zur „Besonderheit“. Österreich als Urlaubsdestination wird an Reputation gewinnen: Motto: Die schon in den letzten Jahren steigende Bedeutung von Sicher- heit wird um die Dimension „gesundheitliche Sicherheit“ erwei- tert. Der Begriff „Qualitätstourismus“ wird es endlich schaffen, richtig verstanden zu sein. Motto: Nicht Sterne zählen, sondern die Erfüllung der Erwartungshaltung unserer Gäste zu erfül- len ist Aufgabe erfolgreicher Anbieter. Diese Überlegungen wären noch um viele Gesichtspunkte zu erweitern. Aber was bleibt, ist ein weiteres Motto: Krise Ja, lei- der, aber Verzweiflung NEIN! Ein Versuch ... 04  Kleemann erklärt: Optimismus mit Zweck 05  News & Impressum 10  Kongressstadt Wien: Es braucht Perspektiven 12  Hollerkoch: Vom Lehrling zum Restaurantchef 16  Hotellobby(ing): Indianergeschichten 17  Journale: Stadthotellerie mit Plan 18  Interview: Regionalität als Trumpf in der Krise 20  Foodtrends: So schmeckt Verantwortung 23  Gastronomie: Salzburg sperrt auf statt zu 26  Sommerdrinks: Weltreise in Glas und Flasche 32  Hygiene: Ideen und Unterstützung für Praktiker 34  Interview: Niederösterreichs Wiederentdeckung 38  Mobilität: Den Sommertourismus ankurbeln 40  Veranstaltungsbranche: Das Ringen um Hilfe 42  Ausgerechnet: Schwächen im Tourismusdenken inhalt 7-8|20 Die Lage ist wieder einmal differenziert zu betrachten. Bei Auslastung, Betrieb und Buchungssituation geht die Schere in Österreich einmal mehr weit auf. Stadt, Land, Fluss im Überblick. 06 coverstory 12 Foto © stock.adobe.com - Przemyslaw Iciak, Hollerkoch, sektgenuss.at/Henkell Freixenet, Przemyslaw Iciak - stock.adobe.com, ÖHT Der Generaldirektor und Geschäfts- führer der ÖHT, Wolfgang Kleemann, kommt selbst aus der Tourismus- und Freizeitwirtschaft. zurPerson kommentar Toskana-Feeling geht auch in der Südsteiermark. 26

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