Hotel&Touristik 10/2020

3 Editorial D onald Trump ist das lebendig gewordene Orange der Corona-Ampel. Schon imJän- ner war er ganz genau über die Gefähr- lichkeit des Coronavirus informiert, spielte die Gefahr jedoch bewusst herunter aus kalter poli- tischer Berechnung zum eigenen Vorteil. Die Be- kämpfung der Pandemie ist zur Marathonaufgabe mutiert. Den Verneinern und Verharmlosern sei Dank. Ich kann da von einer ausgelassenen Hochzeit im Spätsommer erzählen und der Rede des Brautvaters, der sich in seiner Erzählung der langen Familienhi- storie auf die Pest bezog, eine „richtige Krankheit“, wie er über die Tische donnerte – „und die habenwir auch überlebt“. Anscheinend gute Gene? Die erschreckend steigenden Fallzahlen sind keine Überraschung. Zu viele begehen bei der Mund-Nasen-Schutz-Händewasch-Abstandhalt- Disziplin Fahnenflucht. Zu viele sagen, sterben muss eh jeder irgendwann einmal. Das Ergebnis sind menschliche Dramen, Mehrfach- statt Einzel- schicksale. Die vermeidbaren Folgeschäden ver- mag noch keiner so richtig abzuschätzen. Unsere Wirtschaft kämpft ums Überleben, im Krankenhaus ist sie schon, röchelnd amBeatmungs­ gerät hängen nicht wenige. Vor allem in der Stadt ist es ein Drama: Hoteliers geben sich vielleicht noch zwei, drei Monate, dann ist’s vorbei! Selbst große, bekannte Namen sind nicht too big to fall. Wenn die Reisewarnungen bleiben, wir nicht wieder als siche- res Urlaubsland gelten, wird es zappenduster, wie unsere deutschen Lieblingsgäste sagen würden. Von etwa 52 Milliarden Euro zur Krisenbewälti- gungwurden laut der Plattform „zackzack“ von Pe- ter Pilz bisher nur rund 19Milliarden ausgeschöpft. Bei den direkten Hilfsgeldern flossen nur 8 Prozent. Beim Fixkostenzuschuss – mit 12 Milliarden Euro üppig dimensioniert – wurden bis Ende September erst 165Millionen Euro ausbezahlt, rechnet Agenda Austria vor. Die durchaus ambitionierten Hilfsmaß- nahmen und -Gelder müssen rascher und unkom- plizierter ankommen. Der Platz für Fehler geht uns aus. Ansonsten singt uns Hans Moser vomHimmel aus ein melancholisches „Sperrstund ist“. Da geht sich nicht einmal mehr das Fluchtachterl aus. Gruselgeschichten Foto © Sabine Klimpt Frische bringt’s. In Sachen Frische macht uns niemand etwas vor. Über 1000 Lebensmittel liefern wir innerhalb von 24 Stunden direkt vomProduzenten in Ihre Küche. Einzigartig schnell und zuverlässig. 07248 685 94, www.kroeswang.at best zeit Thomas Schweighofer Chefredakteur Hotel & Touristik t.schweighofer@manstein.at stammgast.online Selbst große, bekannte Namen sind nicht too big to fall.

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