Hotel&Touristik 11/2020

Die „Chancen nutzen in der Krise“-Durchhalteparolen werden mehr, doch wie viele Chancen bleiben dem Städtetourismus und ihrer Hotellerie eigentlich noch? Gleichzeitig geraten die Hilfsmaßnahmen ins Stocken. Doch es gibt kleine Lichtblicke. Autor: Thomas Schweighofer W irtschaftskammerpräsident Harald Mahrer ist ein Mann mit bildhafter Sprache. „Der Hut brennt und erwirdnoch länger brennen“, schätzt er die Lage des Städtetourismus ein. Die Löscheinheiten für die schlimmstenBrandherdewärenda, nur wird die Rettungsgasse nicht gebildet. In der Kammer erarbeitete die neu gegründete Taskforce Stadthotellerie Vorschläge für dringend notwendigeMaßnah- men zur Rettung der Stadthotellerie. Mit der Österreichischen Hoteliervereinigung ist man dazu in vielenPunkten auf einer Linie. Da kam die Idee eines mit 500 Millionen Euro gefüllten Eigenkapitalfonds, der je zur Hälfte von der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank und der österreichischen Kredit- wirtschaft dotiert ist. Dazu gebe es „überall freundliche Na- senlöcher, damussman jetzt den Sack zumachen, weil es auch um die Zeit geht“, formulierte Mahrer noch Anfang Oktober. Ein großes Thema sind auch Steuerstundungen, die Beiträge zu denGesundheitskassen oder Fristenverlängerungen.Wich- tigwäre zudemeine deutlich größere Flexibilität und unbüro- kratische Handhabe als bisher bei der Kurzarbeit, Stichwort Minimalbeschäftigung von 10 Prozent. Was hat die EU vor? Zu all diesen Punkten und noch vielen mehr wünschte man sich einen runden Tisch mit dem Finanz-, Arbeits- und Tou- rismusministerium, zu Redaktionsschluss in der Herbstferi- enwochewar dieser noch ausständig. Das heißt, Lösungen sind zwar am Tisch, aber momentan fehlt wie man hört der Wille der Politik, Entscheidungen über zusätzliche Maßnahmen zu treffen. Noch schlimmer, anscheinend will man nicht einmal darüber diskutieren. Eine ähnliche Situation gibt es auf europäischer Ebene. Die Zusage zum Fixkostenzuschuss 2 ist seit Wochen ausständig. Hier bahnt sich der Gedanke seinen Weg, dass es sich um ein politisches Revanchefoul aus Brüssel handelt, weil der Kanzler Analyse! Lösung? Foto © Good Studio - stock.adobe.com, Hotel & Touristik/Sabine Klimpt

RkJQdWJsaXNoZXIy MzgxNTI=