hotel&touristik essenz 01/2022

14 Von der klassischen Zirbenstube über den modernenWellnessbereich und die neue Rezeption bis zumMitarbeiterhaus – hier hat alles Qualität. AmHang gegenüber, einige Höhenmeter Richtung Gipfel, thront die Mankei-Alm in perfekter Lage inmitten des Skigebiets. Eine kleine hauseigene Pistenraupe gräbt sich den steilen Skihang hoch und beliefert die Almmit all dem, das frisch oder gerade benötigt wird. So ein Gefährt schlägt mit Anschaffungskosten von 180.000 Euro zu Buche, eine Investition, die „niemand sieht“, so Veit. Ebenso wenig verstehen manche Gäste immer noch nicht, warum in exponierter Lage Kaffee und Schnitzel deshalb teurer sein müssen als weiter unten an der Straße. Zur Mankei-Almhat Walter Veit eine besondere Beziehung. Seine Anita, eine gebürtige Steirerin und klassisch ausgebildet in der Gastronomie, war Abteilungsleiterin auf der Hütte und hat das heutige Erfolgsmodell mit aufgebaut. „Ich habmir damals gedacht, die g’halt ichmir“, erzählt er verschmitzt. „Wir haben uns die Arbeit aufgeteilt: ich der Hotelier mit Blick auf die Finanzen, damit alles rennt und sie die Gastronomin, die Gastgeberin, die auf die Details achtet.“ Ein Blick zurück in die 80er: Obertauern ist ein junger Tourismusort, eingesessene Familien gibt es nur wenige, Veit gelang rasch, sich zu integrieren. Bereits imHerbst 1984 saß er imTourismusverband. Kurz gefragt Walter Veit WelchenWein tischen Sie alsWeinliebhaber Ihren Freunden auf? Grünen Veltliner DAC, Weingut Veit aus demWeinviertel und beim Rotwein richte ich mich nach dem Essen, da bin ich weltoffen; aber in erster Linie aus Österreich. Gibt es jemand, mit dem Sie gerne anstoßen und ausführlich plaudern möchten? Mit allen Regierungsmitgliedern, die mit Tourismus in Berührung kommen. In der Hoffnung, dass ich ihnen viele Dinge näherbringen kann, damit sie uns besser verstehen und wir Maßnahmen, die nicht helfen, in die falsche Richtung gehen oder nichts bringen – wie die 22-Uhr-Sperrstunde – vermeiden. Welches Hotel oder welcher Hotelier beeindruckt Sie besonders? Es gibt ganz viele tolle Betriebe, aber ein Beispiel ist der Forsthofgut, der in einer nicht so günstigen Lage im kleinen Leogang eine großartige Tourismusdestination geschaffen hat. Das zeigt, welche Stärke und Kraft der Tourismus und dynamische Unternehmer haben. Wenn Sie von Eltern gefragt werden, ob ihre Kinder einen Berufsweg in der Hotellerie einschlagen sollen, antworten sie mit voller Überzeugung mit ja? Ja, unbedingt! Und ganz egal welcher Bereich, weil unser Berufsfeld unglaublich viele Möglichkeiten bietet. Da findet jede und jeder seinen Platz. Michaela Reitterer war Stadthotelière. Ist es Zeit, dass mit Ihnen als Ferien- beziehungsweise Saisonhotelier wieder ein anderer Blick auf das Ganze kommt? Das haben interessanterweise selbst Fans der Michi gesagt, dass es gut ist, wenn wieder eine andere Sparte vorne steht. Wobei es mit ihr immer den Austausch mit der ganzen Branche gab. Man wird halt von außen ganz schnell etikettiert. Abseits des Beruflichen, wofür können Sie sich begeistern? Ich war früher leidenschaftlicher Segler, hatte im Salzkammergut ein Segelboot, die Pflege und Wartung sind mir irgendwann zu anstrengend geworden. Unsere Begeisterung gehört jetzt der Kunst und Kultur, wir sind Opernliebhaber und gehen gerne in Konzerte. Eigenkapital, die Mitarbeiterfrage, Steuergerechtigkeit: Der ÖHVPräsident – im Bild mit Anita Veit – hat in seiner Amtszeit, die vorerst auf zwei Perioden, also sechs Jahre ausgelegt ist, viel Arbeit am Tisch.

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