hotel&touristik essenz 01/2022

NEUE SORTE! Meßmer Foodservice Österreich Milford Tee Austria GmbH Postgasse 11/17 · A-1010 Wien Tel.: +43 (0) 5223/58 00-0 · Fax: +43 (0) 5223/58 00-990 foodservice@messmer.at · www.messmer.at 10 weitere Sorten 100% natürliche Zutaten 100% recyclebare Verpackung www.ra.org DE-ÖKO-001 EU-/Nicht-EULandwirtschaft Immer wieder treffe ich auf neugierige Menschen und fragende Gesichter. Zugegeben, es ist nicht einfach meine Faszination für Tee in wenige Worte zu packen. Aus diesem Grund möchte ich Sie auf eine kleine Reise mitnehmen nach Japan. Wir befinden uns im ländlichen Raum Kyotos inmitten einer bergigen Landschaft. Grüne Berge, dicht bewachsen mit Laub- und Nadelbäumen dehnen sich bis zumHorizont aus. Unmittelbar vor uns erstrecken sich grüne Teebüsche, die sich hinunter ins Tal winden. Wir stehen mitten in einem Teegarten, in einer der ältesten Teeregion Japans. Während meines Japanologie-Studiums an der Freien Universität Berlin bin ich durch Zufall auf ein Praktikum bei demUnternehmen Kyoto Obubu Tea Farms aufmerksam geworden. Es versprach ein frei gestaltetes Mitwirken auf einer japanischen Teefarm und das Mithelfen bei der Teeernte. Bis dato kannte ich mich kaum aus mit Tee, geschweige dem japanischen Tee, obwohl ich bereits einige Matcha-Dosen besaß und die japanische Teezeremonie eine gewisse Faszination bei mir auslöste. Im Januar 2016 reiste ich in die Teehochburg Wazuka, um sechs Monate lang in die Teewelt abzutauchen. Wir befinden uns inmitten eines Teegartens. Auf den Feldern ernten Teebauern den Tee. Es sind Akky-san, der Gründer von Obubu, und seine Helfer. Es ist April, die wichtigste Teeerntezeit des Jahres. Alle sind konzentriert bei ihrer Tätigkeit des Pflückens. Die erste Teeernte des Jahres ist die Haupteinnahmequelle der Bauern. Nur zartes Blattgut wird für die Aufbereitung von hochwertigem Sencha gepflückt. Nach einer Weile kommt Akky-san strahlend auf uns zu. Er ist ein sehr humorvoller Mann, der jeden zum Lachen bringt und aus Leidenschaft für diese Arbeit zum Teebauern wurde. Inmitten der Teefelder breitet er eine Picknickdecke aus und präsentiert japanische Süßigkeiten aus roten Bohnen. Akky-san verstummt und wir beobachten mit Neugier, wie er in einer japanische Tonkanne einen frischen grünen Tee für uns aufbrüht. Der Sencha schmeckt nach frischem Frühlingswind, die Süßigkeiten nach Kirschblüte. Tee herzustellen ist eine Kunst. Ein Handwerk, das gelernt werden muss. Die Aufzucht und die Verarbeitung verlangt Können und Intuition. Diese Leidenschaft hat auch in mir das Feuer entfacht. Der Begriff „Teealchemie“ ist hier zutreffend. Aus einem grünen Strauch (der wie eine Hecke aussieht) wird ein formvollendetes, höchst aromatisches Ergebnis. Dabei werden die Blätter über mehrere Stunden hinweg gerollt, geknetet und geformt. Was von außen einfach wirkt, ist gelernte Technik, die viel Ausdauer erfordert. Die indigenen Völker Asiens, die die Teepflanze seit Jahrtausenden nutzen, sprechen davon, dass Tee menschlich sein möchte. Am Anfang steht ein grüner Baum oder Strauch. Nur durch das Können und die sorgfältige Verarbeitung durch den Menschen wird aus dem unscheinbaren Blatt Tee. Wenn ich von Tee spreche, meine ich also nicht getrocknete Kräuter und Früchte. Tee ist ein verarbeitetes Blatt der Camilla Senensis. Mit anderen Worten: Weißer Tee, Grüner Tee, Gelber Tee, Oolong, Schwarzer Tee und Dunkler Tee. Das sind die sechs Aufbereitungen der Teepflanze. Noch großartiger wird es, wenn man bedenkt, dass es innerhalb der sechs Aufbereitungen die verschie- © zVg Jennifer Swann

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