hotel&touristik essenz 01/2022

34 Bierkultur Die Brau Union Österreich ist dank ihrer Stärke besser durch die Krise gekommen als andere. Wie schmerzhaft waren die letzten beiden Jahre wirtschaftlich dennoch? Klaus Schörghofer: Natürlich haben sich die Lockdowns spürbar auf die Sparte Gastronomie ausgewirkt, während sich im Lebensmittelhandel positive Entwicklungen durchgesetzt haben, mit denen wir jedoch nicht das Minus in der Gastronomie kompensieren konnten. Die vergangenen beiden Jahre haben Gastronomie und Hotellerie geschwächt. Hat das die Bedeutung der Sparte innerhalb der Brau Union Österreich gemindert? Schörghofer: Nein, wir haben die Zeit genutzt und sogar viel Arbeit in die Sparte investiert, um Projekte für noch mehr Kundenorientierung und Serviceleistung umzusetzen. Denn die Österreicher trinken ihr Bier nach wie vor am liebsten in Gesellschaft. Über ein Drittel (Anm.: 36 Prozent) der Österreicher geben laut aktuellem Bierkulturbericht an, dass ihnen Bier unterwegs, das heißt in Lokalen, Gasthäusern, Bars und so weiter, besser schmeckt. Die Inflation ist so hoch wie schon lange nicht, Rohstoffe, Baustoffe et cetera sind zuletzt deutlich teurer geworden. Werden wir uns künftig auf deutlich höhere Bierpreise einstellen müssen? Gabriela Maria Straka: Um unseren Rohstoffbedarf abzudecken, setzen wir auf langjährige Kooperationen mit Landwirten in Österreich. Der Rohstoffmarkt ist wetterabhängig und unterliegt somit Schwankungen, die sich in der Vergangenheit auch im Bierpreis niedergeschlagen haben. Zeiten der Krise verlangen Innovationen voranzutreiben und Mut für Investitionen zu haben. Was haben Sie imUnternehmen umgesetzt oder planen Sie? Schörghofer: Wir haben die Zeit genutzt, um Projekte imUnternehmen voranzutreiben, die die Brau Union Österreich zukunftsfit machen, damit wir unsere Kunden in der Gastronomie ganzheitlich noch besser servicieren können. Straka: Weiters wurde wie bisher auch an bierigen Innovationen gearbeitet, die im Frühling wieder auf den Markt kommen werden und auf die Bedürfnisse der Konsumenten abgestimmt sind. Investiert wird vor allem in die „Green Agenda“, um unser Nachhaltigkeitsziel, in der Produktion bis 2030 CO2-neutral zu sein, zu erreichen. So ist mit Februar 2022 bereits die dritte Grüne Brauerei in Vorarlberg, die Grüne Brauerei Fohrenburg, umgesetzt und weitere nachhaltige Investitionen sind am Standort geplant wie die Umstellung auf ein Holzheizwerk für den Dampfkesselantrieb. Herr Schörghofer, ihr Vater hat schon für die Brau Union Österreich gearbeitet, sie selbst haben in den Ferien als Bierführer gejobbt, nach dem Studium beim Betrieb begonnen. Was begeistert Sie amUnternehmen? Das Bierbrauen hat mich schon immer fasziniert. Mein Vater war in unseremHaus als Logistikleiter beschäftigt und hat immer wieder erzählt, dass man sich in der Brau Union Österreich aufeinander verlassen kann. Seit meiner Zeit als Praktikant hat mich die Branche dann selbst nicht mehr losgelassen. Wir haben einen großartigen Zusammenhalt imUnternehmen – durch den ist auch die starke Identifikation entstanden. Und entscheidend war für mich, dass ich ständig Möglichkeiten hatte, mich weiterzuentwickeln, neue Aufgaben in Angriff zu nehmen, und dass mir großes Vertrauen entgegengebracht wurde. „Wir sind Vorreiter“ Regional und International Von Thomas Schweighofer Welche Rolle spielt die Gastronomie noch und wie stellt sich das größte Brauunternehmen des Landes künftig auf? Der Vorstandsvorsitzende der Brau Union Österreich, Klaus Schörghofer, und Gabriela Maria Straka, Mitglied der Geschäftsleitung, im Gespräch. „Am Ende entscheidet der Konsument.“ Klaus Schörghofer „Nachhaltigkeit ist ein kontinuierlicher Prozess.“ Gabriela Maria Straka

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