hotel&touristik essenz 02/2022

14 Die Weine der Domäne Wachau stehen außer Frage, nicht aber die Klientel. Behutsam legen die Weingutsleiter Roman Horwath und Heinz Frischengruber die bleierne Schwere der Tradition ab und öffnen das Weingut auch für jüngere Kunden. Nicht weniger als 19 Termine im jährlichen Eventkalender untermauern die Bemühungen, frischen Wind durch die Rebzeilen wehen zu lassen. Von Stand-up-Paddeling, Mountainbike-Trails über Joga &Wein bis hin zu Besuchen von befreundeten Winzern reichen die Ideen, die einen möglichst bunten Rahmen schaffen sollen. Fast schon ein wenig bieder muten da die monatlichen Riedenwanderungen an, bei denen nicht nur die wunderschöne Landschaft der Wachau per pedes erschlossen wird, sondern auch noch viel Wissenswertes über Boden, Klima, Vegetation und eben Vinifizierung vermittelt. Der mit Abstand publikumswirksamste Event hört auf den Namen „Music &Wine“ und ist eine Art Rave (was die beiden Geschäftsführer natürlich nie so aussprechen würden), der mitten amWeingut vor der Kulisse des prächtigen Kellerschlössls in Dürnstein abgehalten wird. Die Strategie dahinter ist klar, man will auch von einer jüngeren Klientel wahrgenommen werden. Seit demWeinskandal Mitte der 1980er-Jahre und der darauffolgenden Qualitätsrevolution ist mit dieser Art Neubeginn auch eine Generation vonWeingenießernmitgewachsen, die nun schön langsam ein Alter erreicht, das man auch als „honorig“ bezeichnen darf. Nicht zuletzt äußert sich das auch an zahlreichen Betriebsübergaben in der Winzerszene, in der jetzt die Kinder nachrücken und das Ruder übernehmen. Das Leben ist ein Federspiel Von Schimmel, Charwat & Schweighofer Eine kulinarische Reise an einen der schönsten Flecken Österreichs, entlang der Donau zwischen Melk und Krems, hebt das Gemüt. Die herausragenden Winzer prägen Landschaft, kulinarisches Selbstverständnis und den Tourismus. © Domäne Wachau, Helge Kirchberger / Winzer Krems Wo der Wein flieSSt

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