hotel&touristik essenz 02/2022

21 Luxuswelten Der eine managt in legerem Sneakers-Look das 22 Hektar große Resortareal mit mehr als 203 eleganten Gästezimmern, Suiten und Villen und allem, was für ein Luxushotel dieser Dimension dazugehört. Der andere ist einer der besten Köche Österreichs und kulinarischer Kosmopolit, Chef des ZweiMichelin-Sterne-Aushängeschilds. Die Rede ist vom Kärntner Kurt Gillig und dem Tiroler Hans Neuner – der eine General Manager, der andere Executive Chef –, die das noble Haus an einem der schönsten Strände Portugals mit großer Leidenschaft und vielleicht auch mit der demÖsterreicher imHotel- und Gastronomiebereich angeborenen Selbstverständlichkeit zum herausragenden Resort Portugals gemacht haben. „Diskretion gehört zu unserem Leitbild und Selbstverständnis. Wir machen keinen Wirbel um unsere honorigen Gäste, stehen auch nicht in der Yellow Press,“ so Kurt Gillig, der vor nunmehr 22 Jahren ins Vila Vita Parc nach Portugal kam, wo er nicht nur die Frau fürs Leben, sondern auch seine Berufung gefunden hat. Portugal, der „exotische“ Teil Europas. Dabei wusste der damals 31-jährige Lavanttaler, wie er erzählt, nicht wirklich viel über das Land am letzten Zipfel Europas. „Mein Wissen beschränkte sich auf Portwein, Estoril und die Formel 1 und durch meinen damaligen Job in Kärntner Hotels mit vielen Golfern als Gästen wusste ich noch, dass die Algarve mit vielen Top-Golfplätzen verbunden wird. Man kann also nicht sagen, dass ich Portugal kannte.“ Damit ging es Gillig wie damals vielen seiner Landsleute und selbst heute, 30 Jahre später, hat Portugal bei österreichischen Urlaubern noch immer den Nimbus des eher „exotischen“ Europas. Aus der Welt ist das Vila Vita Parc deswegen aber nicht. Wie die aktuell starke Nachfrage und fast schon rekordverdächtige Buchungseingänge zeigen, ist man nach Monaten pandemiebedingter Einschränkungen und strikten Restriktionen, die eine ordentliche Stornowelle nach sich zogen, wieder in der Spur. „In der Mandelblüte ist die Algarve besonders schön, auch nach 22 Jahren ist es für mich Tag für Tag ein Traum“, so Gillig, der, wie er sagt, sich sehr glücklich schätzt, an einem Platz leben und arbeiten zu dürfen, an dem viele Menschen für viel Geld ihren Urlaub verbringen. „Ich bin in das Land verliebt, wenn man nach Portugal kommt, wird man mit offenen Armen empfangen. Ich habe hier meine Frau kennengelernt und mein Sohn ist hier geboren“, schwärmt Gillig, will aber die Liebe zu Portugal ganz und gar nicht so verstanden wissen, dass es in Österreich nicht minder schön und lebenswert ist. „Österreich ist ein wundervolles Land mit fantastischer Kultur, Landschaften und großem Brauchtum. In Portugal ist es halt eine andere Art von Leichtigkeit. Heute ist heute, morgen ist morgen und übermorgen ist noch ganz weit weg.“ Eben diese Lebensweise des südländischsten aller Europäer, der ein sehr fleißiger und produktiver Mensch mit hohem Bildungsniveau ist, ist, was Gillig nicht bloß beeindruckt hat, sondern auch eine der wesentlichen Säulen, auf dem der Erfolg von Vila Vita Parc gebaut ist. (K)eine Frage der Chemie. Die Hardware eines Top-Hotels ist heute kein großes Unterscheidungsmerkmal mehr, da hat der Kunde an ein Fünf-Sterne-Hotel automatisch eine hohe Erwartungshaltung. Gillig geht es um Authentizität im Service, also die Art, wie man sie dem Gast darbringt. Daher kommt den Mitarbeitern, die eigentlich Familienmitglieder sind – nennt sich doch das Unternehmen aufgrund seines familiären Umgangs Vila Vita Family – die Hauptrolle zu. Und Kurt Gillig quasi als „Familienoberhaupt“ schaut seit dem ersten Tag in seiner Führungsposition darauf, dass die Chemie zwischen den Gästen und Mitarbeitern, aber vor allem auch unter den Mitarbeitern stimmt. Und die stimmt, das belegt das stabil gute Gästefeedback: „Die Mitarbeiter sind unser Schatz, sie machen mit ehrlicher Freundlichkeit und Natürlichkeit und der authentischen Darstellung dessen, was wir sind – ein Urlaubsresort und kein Businesshotel –, den Aufenthalt für den Gast perfekt.“ Ganz ohne Schulbuch-Schulungen und starren Trainings, davon hält der Managing Director nicht viel. „Wir sind zwar ein großes Haus, aber kein Konzern- oder Kettenhotel. Wir arbeiten alle für den Eigentümer, die Familie Pohl, und eben diese Familiarität spiegelt sich in Loyalität und einer hohen Identifikation mit dem Haus.“ Dass es aber ohne regelmäßigem Austausch nicht geht, ist logisch, der kann aber auch beim gemeinsamen Mittagstisch, bei dem sich Kurt Gillig leger unter die Crew mischt, in gemütlicher Runde stattfinden. „Ebenso wenig wie ich ein Hoteldirektor bin, der mit Anzug und Krawatte aus dem schicken Büro agiert, brauchen wir steife Schulungen, um dem Personal zu vermitteln, wie sie wann und wo mit dem Gast zu kommunizieren haben. Sie müssen nur die Philosophie von Vila Vita verstehen, das ist, was ich vom ersten Tag in meinen ungezwungenen Briefings vermittle.“ In Zusammenarbeit mit der Deutschen Handelskammer hat Kurt Gillig dennoch vor mehr als 20 Jahren ein duales Ausbildungssystem initiiert, um dem Hotel- und Gastronomie-Nachwuchs bereits in der Lehre wichtige Praxiserfahrung zu ermöglichen. Denn in Portugal sieht die dreijährige Ausbildung zum Koch- und Kellner im Gegensatz zu Österreich nur drei Jahre „Wir haben das große Glück, dass wir mit der Unterstützung der Familie Pohl jenen monetären Spielraum haben, um unsere Ideen zu verwirklichen.“ Kurt Gillig Über Vila Vita Parc Das mehrfach ausgezeichnete Vila Vita Parc Resort & Spa gehört zur deutschen Vila Vita Hotel Gruppe der Familie Pohl, wurde 1992 eröffnet und ist als zu den Leading Hotels of the World zugehörig eines der Top-Resorts in Portugal. Es verfügt über 203 Gästezimmer, Suiten und Villen, bietet in sechs Bars und elf Restaurants, darunter das mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnete „Ocean“, höchste kulinarische Genüsse. Ein ganzheitliches Verwöhnprogramm wird im 1.600 m2 großen Vila Vita Spa by Sisley geboten. Seit 1997 zählt auch das Landgut und Hotel Herdade dos Grous im portugiesischen Alentejo zum Vila Vita Portfolio. www.vilavitaparc.com

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