hotel&touristik essenz 02/2022

22 Luxuswelten Schultherorie, aber kein Praktikum vor. Womit das Vila Vita Parc auch zu einem der begehrtesten Ausbildungsplätze im Land geworden ist, auch gastronomisch, denn viele der portugiesischen Sterneköche kommen aus der Schule des Hans Neuner. Ihn hat Kurt Gillig vor 15 Jahren ins Vila Vita Parc geholt und damit einmal mehr ein feines Gespür für jenen kulinarischen Höhenflug bewiesen, auf dem sich das „Ocean“ seither befindet. Am Anfang war eine Vision. Dazu muss man zunächst in die Anfänge des Vila Vita Parcs und das Vorhaben des deutschen Unternehmer-Ehepaars Anneliese und Reinfried Pohl zurückblicken. Denn 1992 an der Algarve nicht nur die Vision von einem Fünf-Sterne-Hotel zu haben, sondern diese auch umzusetzen, zeugt von Mut und Überzeugung, wie retrospektiv betrachtet auch von großer Weitsicht. Bereits zwei Jahre später war man Mitglied der Leading Hotels of the World, zu einer Zeit also, als Portugal noch weit weg von einer High-End-Destination war. „Es gab keine Autobahn, nur Schotterstraßen und die Entwicklung der touristischen Infrastruktur war gerade erst am Anfang“, berichtet Gillig. Er kam acht Jahre später als Exekutive Chef ins Vila Vita Parc und hatte damals bereits mehr als 70 Köche für sechs Restaurants in seinem Team. „Ab da sind wir, die Familie Pohl und ich, den Weg gemeinsam gegangen, wie wir das Hotel zukunftsweisend positionieren möchten.“ Und dazu gehört vor allem die vielfältige kulinarische Philosophie, aus sechs Restaurants sind mittlerweile elf und sechs Bars geworden und mit dem „Ocean“ von Hans Neuner hat man nun auch ein Michelingekröntes Sterne-Restaurant im Portfolio. Die Österreich-Connection. Dabei war der Tiroler Weltenbummler anfangs nicht auf Gilligs Radar. Aber, weil das Budget nach der Neugestaltung des Restaurants – Gillig sagte damals zur Familie Pohl „geben Sie mir ein bisschen Geld in die Hand und wir werden das beste Restaurant Portugals“ – für einen renommierteren Spitzenkoch knapp war, man aber sowieso eine eigene Handschrift fürs „Ocean“ entwickeln wollte, spielte Kommissar Zufall in Funktion des österreichischen Küchenausstatters Lohberger Regie. „So bin ich auf Hans gestoßen. Nach einem kurzen Telefonat, in dem es rein um die Vision des neuen Restaurants und nicht ums Geld ging, stand Hans, der damals bei Karlheinz Hauser im Adlon in Berlin kochte, nach 30 Tagen hier. Das ist jetzt 15 Jahre her, gemeinsam haben wir mit dem ‚Ocean‘ etwas geschaffen, das sehr viel zur Veränderung des Vila Vita Parcs beigetragen hat. Es hat uns mit dem ersten und natürlich dem zweiten Stern viele Türen geöffnet“, weiß Kurz gefragt Kurt Gillig Wie viel Österreich steckt inVilaVita Parc? Von mir steckt alles drinnen, so wie wir Österreicher eben sind. Es würde doch verrückt klingen, wenn ich 22 Jahre in einem Haus bin, und das Gegenteil wäre der Fall. Luxus ist für mich … … Zeit für meine Familie und mich zu haben. Urlaub ist für mich perfekt … … wenn ich mich, ob großes oder kleines Haus, fallen lassen kann, umsorgt werde und man versucht, mich kennenzulernen. Besonders wohl fühle ich mich … … in kleineren Häusern, in Österreich ist das der Stanglwirt. Weil dort die Balance zwischen Tradition, Top-Service und Qualität und modernem Betrieb perfekt gelingt. Österreich ist für mich … … natürlich meine Heimat, die ich liebe und die ein Teil von mir ist. Da gehören Wiener Schnitzel, Kärntner Kasnudeln oder ein Gulasch mit einem Seidl Bier genauso wie ein G’spritzter oder Kaiserschmarren dazu. All das möchte ich nicht missen müssen. Vila Vita Parc feiert seinen 30. Geburtstag mit 30 Events über 30 Wochen. So werden internationale Sterneköche mit Executive Chef Hans Neuner im Rahmen der „Reach for the Stars“-Abende mit herausragenden Gourmet-­ Kreationen verwöhnen.

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