hotel&touristik essenz 02/2022

30 Ländle-Trends Weitwanderweg Arlberg Trail. „Das Interesse an Urlaub in Vorarlberg ist groß und die Auswahl vielfältig.“ Auch die Kulturangebote können sich sehen lassen – gerade im ländlichen Raum. „Neben den großen Veranstaltungen vermerken wir ein gesteigertes Bedürfnis der Gäste, kleinere Kulturangebote imUrlaub wahrzunehmen.“ Theater- und Winterwanderungen erfahren eine gute Nachfrage, ebenso werden Kulturveranstaltungen gerne nachgeholt. Mit den Bregenzer Festspielen erwartet sich die Veranstaltungsbranche 2022 wieder einen gewissen Aufschwung. Die Vorbereitungen laufen sehr gut und auch mit der Nachfrage zeigt man sich zufrieden. Bei der Schubertiade dürfte sich eine Erholung durch ihr sonst internationales Publikum etwas schwieriger gestalten. Gerade in den letzten zwei Jahren wurden die Veranstaltungsbranche und der Geschäftstourismus sehr in Mitleidenschaft gezogen. Während die Nachfrage für Seminare allmählich wieder steigt, ist der internationale Markt weiterhin verunsichert und so herrscht auch im Kongressbereich Zurückhaltung. „Die Planung größerer Kongresse startet langsamwieder, die tatsächliche Durchführung findet aber erst in ein oder zwei Jahren statt.“ Einzelne Buchungen soll es aber bereits geben. Neu denken. Umso mehr haben sich die touristischen Werte Vorarlbergs – Regionalität, Gastfreundschaft und Nachhaltigkeit – in vielerlei Hinsicht als die richtigen erwiesen. Imweiteren Verlauf des Jahres will man diese Pfeiler neu denken und fester in die Tourismusstrategie 2030 integrieren. Diese soll im Juni im Zuge des Vorarlberger Tourismusforums offiziell vorgestellt werden. Erkenntnisse aus der Pandemie, aber auch eine Strategie für die MICE-Branche sollen darin einfließen. Tourismuslandesrat Christian Gantner sieht den Tourismus nicht nur als Impuls-, sondern vielerorts auch Zukunftsgeber und damit viel Potenzial für Vorarlberg. „Der Tourismus leistet einen wesentlichen Beitrag zu einem guten Leben für alle Einwohner Vorarlbergs. Er schafft attraktive Arbeits- und Lebensperspektiven im ländlichen Raum.“ Die neue Tourismusstrategie soll den roten Faden für „Gastgeben auf Vorarlberger Art“ vorgeben und die Werthaltigkeit für die Region voll ausschöpfen. Der Gast ist nicht mehr nur Besucher, sondern „Bewohner auf Zeit“ und trägt zu einer erfolgreichen und nachhaltigen Regionalentwicklung mit bei. Wichtiger Pfeiler bleibt auch die Nachhaltigkeit, „um die darf heute niemand mehr herumkommen“, weiß Schützinger. Deshalb intensiviert man die Bemühungen und orientiert sich künftig an den Kriterien des GSTC, dem globalen Rat für nachhaltigen Tourismus. Wie eigentlich überall auf der Welt gibt dabei die Mobilität den Ton an und verlangt viel Innovation. So soll die Gästekarte künftig nicht nur für öffentliche Verkehrsmittel in der Urlaubsregion, sondern in ganz Vorarlberg gelten und damit den touristischen Austausch zwischen den Regionen fördern. Das öffentliche Verkehrsnetz Vorarlbergs kann sich jedenfalls sehen lassen und schneidet mit Bestnoten gleich hinter der Hauptstadt Wien ab. Qualitätsvolle Begegnungen pflegen und fördern. Wo Menschen unterwegs sind, finden auch Begegnungen statt, und die werden in Vorarlberg von Grund auf neu konzipiert. Neben Hybrid-Veranstaltungen imMICEBereich, die „definitiv ein Zeichen der Zeit sind und nicht erst durch Covid-19 bedingt“, wie der Vorarlberger Tourismusdirektor zusammenfasst, stehen neue Möglichkeiten für eine einflussreichere und kreativere Gastgeberschaft im Fokus. Keine Meeting-Industry, sondern eine Meaning-Industry soll das Zukunftsbild Vorarlbergs durch eine sinnstiftende und lebendige Begegnungskultur prägen. Immicelab:bodensee forscht man bereits seit Längerem daran und hat ein Feingespür für eine gute Gastgeberschaft entwickelt. Wie Veranstaltungen Mehrwert generieren, ist die Hauptfrage der angebotenenWorkshops und einer eigenen Podcast-Reihe. Auf das Bundesland beschränkt bleiben die Erkenntnisse dabei nicht. In Vorarlberg setzt man auf ehrliche Kooperationen und nachhaltige Zusammenarbeit. „Bisher und auch in Zukunft werden wir all unsere Forschungsergebnisse der gesamten MICE-Branche zur Verfügung stellen. Open mind, open source“, stellt Gerhard Stübe klar, Geschäftsführer Kongresskultur Bregenz und Leadpartner des Projekts micelab:bodensee. Derzeit arbeitet man am nächsten Forschungsmodul sowie an weiteren Lern- und Vermittlungsformaten für die zwölf Mitgliedsbetriebe imVierländereck. „Wir wollen aktiv bleiben, um den zusehends wachsenden Variablen mit Aktion statt Reaktion begegnen zu können.“ Im konsequenten Verfolgen innovativer Ideen sieht Vorarlberg wesentliches Potenzial für einen resilienten Tourismus. Und dieser ist für die vielen Familienunternehmen besonders wichtig, um für die nächste Krise gewappnet zu sein. Denn die kommt bestimmt.  „Das Interesse an Urlaub in Vorarlberg ist groß.“ Christian Schützinger, Vorarlberg Tourismus „Der Tourismus in Vorarlberg soll Energiequelle für ehrliche Kooperationen und nachhaltige Zusammenarbeit sein.“ Christian Gantner, Tourismuslandesrat © Petra Rainer/Vorarlberg Tourismus, lisamathis.at

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