hotel&touristik essenz 02/2022

42 Leadership Lebenszyklus Hotellerie Nach dem zweiten Coronajahr schauten Hotelbetreiber in Österreich erst vor Kurzem wieder optimistischer in die Zukunft. In der alpinen Ferienhotellerie überwogen im Februar und März aufgrund der optimalen Wetter- und Pistenverhältnisse zuversichtliche Vorhersagen für 2022. Dieser Optimismus hinsichtlich einer langsamen Erholung wurde durch den Überfall auf die Ukraine deutlich abgekühlt. Die Abwärtsrisiken sind wieder kaum abschätzbar, für die Stadthotellerie sowieso. Lieferengpässe und Rohstoffpreise treiben die Inflation rasant nach oben. Zur Stützung der volatilen Konjunktur benötigte man weiterhin ein tiefes Zinsniveau, um die Teuerung zu bremsen hingegen genau das Gegenteil. Mit einemWort: Der Hotelbranche stecken die Coronapandemie und die neuen Unsicherheiten tief in den Knochen. Der Lebenszyklus eines Hotels. Es ist gerade in einer solchen Situation sinnvoll, den Lebenszyklus des eigenen Betriebes zu kennen. Der Produktlebenszyklus beschreibt die unterschiedlichen Stadien, die ein Hotel im Laufe der Jahre durchläuft. Traditionell werden Hotel-Betriebslebenszyklen in folgende Phasen gegliedert: „„ Neuinvestition bzw. Reinvestition „„ Einführungsphase (2. und 3. Jahr) nach der Investition „„ Blütephase (3. bis 10. Jahr) (Wachstum) „„ Reininvestitionsphase ab dem 10. Jahr (Reife und Sättigung) „„ Abstiegsphase (10. bis 15. Jahr) (Rückgang) „„ Agoniephase (15. bis 25. Jahr) „„ Sterbephase nach 25 Jahren In jeder dieser Phasen verändern sich die Umsätze, Betriebsergebnisse und das Bilanzbild. Neuinvestition (Phase I): Es ist verständlich, dass – bedingt durch hohe Investitionslasten – im Bereich einer Neu- bzw. Erweiterungsinvestition eine niedrige Kapitalrendite und ein niedriger operativer Cashflow zu erwarten sind. In dieser Phase ist einerseits mit langsam steigenden Umsätzen und andererseits in der Regel mit einem hohen Kapitalbedarf sowie einer, aufgrund der geringen Auslastung, noch negativen Rendite zu rechnen. Die strategische Positionierung, Differenzierung und Spezialisierung sollte bestmöglich in die Investition verankert werden. Die Unternehmensbegeisterung steht auf „Euphorie“. Einführungsphase (Phase II): In dieser Phase machen Unternehmensführung, Gästeansprache und Risikomanagement einen zentralen Bereich der Betriebsfestlegung aus. Die Eintrittsbarrieren sollten überwunden und die Gästebedürfnisse bestmöglich befriedigt sein. Die festgelegte Strategie gehört laufend adaptiert und verfeinert. Die Digitalisierungsbereiche müssen perfekt aufeinander abgestimmt sein. Es gilt schnell zu wachsen und Marktanteile zu gewinnen. Neue Abstimmungen im Produkt/Angebot Den Lebenszyklus kennen und bestimmen! Wichtig zur Absicherung in unruhigen Zeiten Von Thomas Reisenzahn Auf Basis identifizierter Lebenszyklen ist es möglich, die Position und die Krisenresistenz des Unternehmens zu bestimmen und die entsprechenden Maßnahmen daraus abzuleiten. Quelle: Prodinger Tourismusberatung

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