hotel&touristik essenz 03/2022

18 Der Zeitpunkt des Interviews fiel zufällig auf einen bedeutenden Tag für Österreichs Tourismuswirtschaft. Eben erst hatte die Tourismusministerin, die gebürtige Kärntnerin Elisabeth Köstinger, ihr Amt niedergelegt und Susanne Kraus-Winkler die Aufgabe als neue Tourismusstaatssekretärin angetreten. „Für mich ist sie eine Idealbesetzung. Erstmals übernimmt eine Persönlichkeit, die selbst aus dem Tourismus kommt, so eine Funktion“, freut sich Christian Kresse in einer ersten Reaktion. Wichtig ist, dass der Tourismus eine starke Stimme hat. Auch in Kärnten, wo der Posten des Geschäftsführers der Kärnten Werbung nach dem Gesetz und nach fünfjähriger Amtszeit neu ausgeschrieben wurde. Zu diesemThema konnte uns Kresse nur wenig sagen, außer „ich lebe und liebe den Kärntner Tourismus“. Die Entscheidung der Eigentümer – Kärnten Beteiligungsverwaltung (KBV), Wirtschaftskammer und Arbeiterkammer Kärnten – fällt im Juni. Wenn man den eingeschlagenen Weg im Kärntner Tourismus weitergehen möchte, wird man den Kapitän aber wohl nicht austauschen. Vor allem nicht einen mit so viel Erfahrung. Herr Kresse, der Sommer sollte wieder hervorragend werden, hört man aus der Branche. Was braucht es, damit das auch für den Herbst und den Winter gelingt? Bei all der Freude über viele Buchungen muss man ein bisschen vorsichtig sein: Vor der letztenWintersaison war die Buchungslage ausgezeichnet, leider gab es dann aufgrund der Pandemiesituation Stornos. Grundsätzlich freut mich natürlich das große Interesse nach Urlaub in Kärnten. Vergangenen Herbst haben wir einen riesigen Sprung nach vorne gemacht und deutliche, zweistellige Zuwächse bei den Übernachtungen erzielt. Auch, weil mehr Hotels und Betriebe sich entschlossen hatten, offen zu halten. Diese Tendenz bemerken wir heuer ebenfalls. Dem Ziel, Kärnten noch stärker zur Ganzjahresdestination zu entwickeln, kommt man also näher? Wir haben ein umfangreiches Programm erarbeitet und erkennen in den Regionen den starken Willen, dass noch mehr passiert. Man spürt regelrecht, dass sich der Kärntner Tourismus von einem einsaisonalen zu einemGanzjahrestourismus entwickelt, besonders an den Seen. Unser Ziel ist, mit der großen Herbstkampagne und zusammen mit der Investitionsoffensive des Landes sowie der Regionen eine starke Position im Herbst zu etablieren. Die Gehsteige sollen in den Regionen nicht schon Mitte September nach oben klappen. Das bedeutet, viele Betriebe müssen ihr Produkt komplett umstellen, die Saisonen verlängern und Mitarbeiter ganzjährig anstellen. Das Schöne ist, die Bereitschaft ist da. Der neue Schwung kommt erzwungenermaßen und weil die Anbieter merken, da geht was? Klar, im letzten Jahr gab es eine gewisse Notwendigkeit, weil man imFrühjahr geschlossen haltenmusste und auf einen Aufholeffekt imHerbst hoffte. Die Produktvielfalt weit in den Herbst hinein und die stabileWetterlage hat viele unserer Gäste begeistert. Wir orten schon jetzt gutes Interesse für den Herbst und hoffen auf einen ähnlichen Zuspruch wie im letzten Jahr bzw. eineWeiterentwicklung. Werblich stehen dieThemenWandern, KulinariumundWellness – auchmehr undmehr in Richtung November hinein – imFokus. Wiemacht man geborgte Gäste, von denen in den letzten beiden Jahren oft die Rede war, zu begeistertenWiederkehrern? Die Begrifflichkeit der geborgten Gäste ist eigentlich von mir, die anderen haben ihn nur übernommen, sage ich ganz frech (lacht). Diese Frage ist besonders wichtig, denn Freude auf Kärnten im ganzen Jahr Von Thomas Schweighofer Wie Kärnten den Ganzjahrestourismus stärkt und was gutes Essen und ehrliche Nachhaltigkeit damit zu tun haben, verrät der langjährige Geschäftsführer der Kärnten Werbung, Christian Kresse, im Gespräch mit hotel & touristik essenz. Schwung im SÜden

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