hotel&touristik essenz 03/2022

19 It’s my Life wir wollen möglichst viele dieser geborgten Gäste zu Fans zu machen, die immer wieder nach Kärnten kommen. Andererseits ist die große Herausforderung, die Gäste, die in den letzten Jahren nicht zu uns kommen konnten oder wollten, vor allem aus Deutschland, den Benelux-Ländern oder Skandinavien, wieder für uns zu begeistern. Was sagt die aktuelle Datenlage zu diesen Märkten? Es gibt vor allem ein starkes Interesse aus Deutschland und den Niederlanden und wir registrieren einen starken Boom im Bereich des naturnahen Urlaubs – wozu man mittlerweile Camping dazuzählen muss. Ein Campingurlaub ist Sehnsucht vieler Menschen geworden, die sich Freiheit in ihren Möglichkeiten wünschen: Ob Urlaub an einem unserer wunderbaren Seen oder an einem der alpinen Bergcampingplätze; da haben wir ganz tolle Beispiele wie jenen in Kötschach-Mauthen. Haben sich Gästewünsche generell geändert? Flexibilität ist ein Riesenthema geworden, ebenso Spontanität. Auch 2022 sind erdgebundene Anreiseformen, vor allem im Familienverbund, hochgefragt; gepaart mit Sportaktivitäten. Es gibt kein anderes Urlaubsland als Kärnten, wo so viele Gäste ihre eigenen Fahrräder in den Urlaub mitnehmen – nämlich über 40 Prozent. Zudem bieten wir ein sehr dichtes Netz an Rad- und E-Bike-Verleihstellen mit 15.000 Räder, davon 6.000 E-Bikes. Nachhaltigkeit ist eines der Themen der Zeit. Sie haben schon Beispiele genannt: Was hat Kärnten hier anderen Destinationen voraus? Wir haben, das zeigen uns Gästebefragungen, ein ausgeprägtes Image der Nachhaltigkeit bei unserenGästen erarbeitet. Das ist primär getrieben durch unsere glasklaren Badeseen, die Trinkwasserqualität bieten. Auch die ganze Slow-Food-Schiene und der Fokus auf die Regionalität haben einenwichtigen Beitrag geleistet. Neben demE-Bike-Angebot gibt es auch ein dichtes Netz an E-Auto-Ladestationen: Kärnten verfügt über 150Hotels und Ausflugszielemit Ladestationen zusätzlich zu den Lademöglichkeiten imöffentlichen Bereich. Jedes siebente neuangemeldete Auto inÖsterreichwird elektrisch angetrieben, das Potenzial ist riesig. Ich bin selbst seit eineinhalbMonaten E-Auto-Fahrer undweiß, der größte Stress ist die Suche nach der nächsten Ladestation. Das kann urlaubsentscheidend sein, inKärnten ist die Frage gelöst. Die TourismusregionNassfeld-Pressegger See/Lesachtal/Weissensee positioniert sich gerade als nachhaltigste UrlaubsdestinationÖsterreichs und entwickelt einenMasterplan rund umEnergieeffizienz, Ernährung, Smart Mobilisation, ZeroWaste etc. Es gibt die RegionKlimaberg Katschberg und noch viele weitere Beispiele. Die Mobilität ist eine zentrale Frage, der Koralmtunnel kommt in drei Jahren … Das ist eine Freude und wichtig für Kärnten. Vor der Pandemie kamen sieben Prozent unserer Gäste mit der Bahn. Bei jenen, die den Alpe-Adria-Trail bewandern, liegt die Quote der Anreise mit der Bahn sogar bei 40 Prozent. Wir haben auch im Bereich barrierefreier Tourismus eine große Plattform und Community aufgebaut. Wie weit ist man beimThema Last Mile? Das ist eigentlich gelöst in Kärnten. Auf der Plattformwww.bahnhofshuttlekaernten.at kann man den Transfer zu und von Unterkunft oder Ausflugszielen problemlos und kostengünstig buchen. Und mit den Gästekarten der Regionen können öffentliche Verkehrsmittel kostenlos benutzt werden. Gut in Fahrt ist man auch beimThema Slow Food, wo es gelungen ist, die Begehrlichkeit nach Urlaub in Kärnten auch bei internationalen Gästen zu steigern? Slow Food Travel wird mittlerweile in drei Regionen Kärntens angeboten. Unsere Gäste können nicht nur die Slow-Food-Küche genießen, sondern auch die Produkte und deren Verarbeitung erleben. Der Slow-Food-Guide der Kärnten Werbung ist der erste kulinarische Guide in Europa, der auf einer Lebensmittelzertifizierung aufbaut. Das Netzwerk Kulinarik mit dem AMA-Gütesiegel sowie das Genussland Kärnten sind wichtige Partner bei dieser Zertifizierung. Das heißt, die Herkunft der Lebensmittel ist gesichert. Die besten der herkunftsgeprüften Restaurants werden mit fünf Schnecken gekennzeichnet. Die Dynamik in den Tälern, vor allem den derzeit 15 Slow Food Villages, ist imposant. Das dichte Netzwerk, von Lebensmittelproduzenten über Verarbeiter bis zu den Köchen, hat Kärnten erstmals international auf die kulinarische Landkarte gebracht. Wie ist das Feedback der Betriebe? Am Beispiel Slow-Food-Guide: Das ist die rote Bibel, die Gäste suchen und finden die Betriebe und geben beste Bewertungen ab. Er ist der Guide der Wahl geworden und ist deshalb so wichtig. Der Slow-Food-Guide ist kein reines Marketinginstrument, sondern bildet ein Produktversprechen ab und sorgt so für Vertrauen. Und das ist ein wichtiger Schritt für eine glaubwürdige Etablierung als nachhaltige Destination. Danke für das Gespräch.  © Martin Hofmann, Kärnten Werbung „Die Dynamik in den Tälern ist imposant.“

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