hotel&touristik essenz 03/2022

26 Blicke in die Zukunft Die Thesen der Jungen Wilden Was macht der Klimawandel mit Wein aus Österreich? Die Vereinigung „Junge Wilde Winzer“ sieht die Lage optimistisch und setzt auf Technik, Hausverstand und nachhaltiges Wirtschaften. Chancen und Unsicherheiten Im Rahmen der Österreichischen Tourismustage präsentierte die Österreich Werbung (ÖW) eine aktuelle Studie zu Urlaubsplänen von Gästen aus den Kernmärkten. Österreich hat weiterhin eine große Weinzukunft vor sich: Davon sind die 13 Winzer:innen aus neun Weinbauregionen der „Jungen Wilden Winzer“ überzeugt. „Wir als jüngste Generation an Weinbauern sind in der Pflicht auf Herausforderungen wie den Klimawandel zu reagieren und einen neuen Weinstil zu prägen. Dabei beschreiten wir auch vollkommen neue Wege“, sagt Christina Hugl, Sektproduzentin aus dem Kamptal und Sprecherin der Vereinigung. Eine These lautet, dass der neue Weinstil im Sinne von leicht und elegant weiter wächst, selbst Weine mit zehn Volumsprozent Alkohol werden ihren Markt haben. Besonders in heißen Jahren rücken die Erntezeitpunkte immer weiter nach vor. Österreich wird diese Art von Weinen, die mit Eleganz, Balance und perfekt eingebundener Säure brillieren, aufgrund höherer Lagen und klimatischer Bedingungen auch in Zukunft in guter Menge produzieren können. Pilzwiderstandsfähige Rebsorten werden für die Weinbäuer:innen immer interessanter – auch deshalb, weil diese für den biologischorganischen Anbau, der in Zukunft zum Standard wird, besonders geeignet sind. Der Umweltgedanke wird sich in Zukunft noch stärker auf die unterschiedlichsten Bereiche rund um die Weinproduktion ausweiten, Winzer:innen setzen auf Leichtflaschen, die pro Flasche um bis zu 300 Grammweniger Gewicht haben. Es finde zunehmend auch ein Abrüsten der Technik in Weinkeller und Weingarten statt, auch wenn neue Technologien wie Drohnen vermehrt zum Einsatz kommen werden, so eine weitere These. ts www.jungewildewinzer.at Das Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa (NIT) in Kiel machte im Auftrag der ÖW eine Umfrage zu den Urlaubsplänen für den Sommer 2022. Befragt wurde die Bevölkerung im Alter von 18 bis 75 Jahren in Österreichs zehn wichtigsten Herkunftsmärkten. Die Befragten haben Geld, Zeit und Lust auf Urlaub, so das erfreuliche Ergebnis. Urlaubspläne für den Sommer haben heuer 71 Prozent der Österreicher:innen sowie 74 Prozent der Deutschen. Bei einer vergleichbaren Studie im Vorjahr waren es noch 56 Prozent bzw. 47 Prozent. Die Covid-Situation tritt dabei in den Hintergrund, für 31 Prozent der Österreicher:innen habe die Pandemie keinen Einfluss auf ihre Urlaubsplanung. Geld-zurück-Garantie und großzügige Stornobedingungen bleiben dennoch relevante Buchungskriterien. „Wir gehen in einen Sommer, in dem die Nachfrage wieder auf einem breiteren Fundament fußt“, freut sich ÖW-Geschäftsführerin Lisa Weddig. Kamen im Sommer 2021 noch 82 Prozent aller Nächtigungen aus dem D-A-CH-Raum, erwartet man heuer wieder vermehrt Gäste aus allen europäischen sowie den arabischen Ländern sowie eine stabile Nachfrage aus demwichtigen amerikanischen Markt. Weddig: „Unsicherheiten gibt es bei den CEE-Ländern wegen der stärkeren Betroffenheit durch den Ukraine-Krieg sowie die höhere Inflation.“ Zudem ist China nach wie vor vom internationalen Reiseverkehr abgeschnitten. Gegenüber demVorjahr rechnet Weddig mit einer Steigerung von 1 Prozent, immer abhängig von den Umständen. „Wichtig ist, dass Österreich offen bleibt.“ Der Sommer 2021 bilanzierte mit einemNächtigungsminus von 16 Prozent gegenüber dem Vor-Corona-Sommer 2019. ts © Junge Wilde Winzer, Weingasthof Sabathihof/Stefan Leitner „Junge Wilde Winzer“ machen sich Gedanken um die Zukunft. Österreich lockt: Zum Beispiel zum „Zech’nkühlen“ im Pool des Weingasthof Sabathihof in Glanz an der Weinstraße.

RkJQdWJsaXNoZXIy MzgxNTI=