hotel&touristik essenz 03/2022

30 Bunte Vielfalt „Uns sindRiesenschritte gelungen“ Der scheidende Tourismuschef der Steiermark, Erich Neuhold, blickt auf erfolgreiche Jahre zurück und zeigt viel Optimismus für die Zukunft des Landes. Herr Neuhold, Sie haben bald mehr Zeit für Urlaub in der Steiermark: Ihr Weg als Geschäftsführer des Steiermark Tourismus endet in wenigen Wochen, Sie gehen in Pension. Wie lautet Ihr Resümee? Es war mir eine Ehre! Eine tolle Erfahrung und ich bin dankbar, dass ich die touristischen Geschicke des Landes gemeinsam mit meinem Teammitgestalten durfte. Ich schaue sehr positiv auf diese achteinhalb Jahre zurück: Wir haben Produkte wie die Weinland Steiermark Radtour oder Weit-Wanderung vom Gletscher zumWein initiiert. Ich habe mir jedes Jahr eine Woche Wanderurlaub genommen und bin ein paar Etappen dieser Wanderroute gewandert, von den schneebedeckten Kalkalpen über die grünen Fischbacher Alpen bis ins Weinland. Das ist atemberaubend, wenn man selbst erlebt, wovon man in der Werbung spricht (lacht). Auch die Digitalisierung haben Sie intensiv vorangetrieben, von der neuen Website bis zur Zusammenarbeit mit den Tourismusverbänden? Digitalisierung und Produktentwicklung sind eng miteinander verknüpft. Die Wanderroute vom Gletscher zumWein haben wir mit Superwanderern beworben, das hat für drei Millionen Onlinezugriffe auf das Wanderangebot auf unserer Website gesorgt. Ich habe zu Beginn meiner Tätigkeit gemeinsam mit Joanneum Research eine Ist-Analyse durchführen lassen zum Stand der Digitalisierung im steirischen Tourismus. Auf Basis dieser Ergebnisse wollten wir in kurzer Zeit große Schritte machen – das ist uns gelungen. Es gibt nun ein Portal, eine technische Lösung, für alle elf Tourismusregionen. Das Investment haben wir zum Vorteil aller gebündelt. Es ist uns einiges gelungen, aber der Zug ist nach wie vor schnell unterwegs, man darf nicht nachlassen. Die Steiermark macht touristisch vieles richtig, ist beliebtestes Inlandsreiseziel der Österreicher:innen, an welchen Schrauben sollte aber noch gedreht werden? Betrachtet man das Markenbild und die Strategie, sind wir gut aufgestellt, aber Weiterentwicklung muss ständig passieren. Das Standortmarketing ist ein neues Geschäftsfeld bei Steiermark Tourismus. Die Steiermark in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung etc. so bekannt zu machen, wie sie es im Tourismus ist, finde ich sehr wichtig. Das macht die Destination insgesamt attraktiver. Neben dem Standortmarketing muss man auch in den Regionen, die unterschiedliche Flughöhen haben, auf ihremWeg zu den neuen Erlebnisregionen unterstützen. Wichtig ist, dass man sich als Teil eines Ganzen sieht, mit einer sehr bekannten Dachmarke, demGrünen Herz, in der Mitte. Wenn das im Innen- und Außenauftritt möglichst alle mittransportieren, dann profitieren alle in der Steiermark. Wurden Sie um Rat gefragt bei der Suche nach ihrer Nachfolge? Es hat diesbezüglich Gespräche gegeben, aber letztendlich ist es nicht meine Aufgabe und Entscheidung. Natürlich hofft man, dass gut nachbesetzt wird, damit sichergestellt wird, dass sich die Urlaubsdestination Steiermark weiterhin gut entwickelt, insbesondere wenn man über Jahre sein Herzblut in diese Aufgabe gesteckt hat. Was sind Ihre Pläne für die Zukunft? Wird man Sie in einer anderen Funktion wiedersehen? Ich möchte auf jeden Fall auf Projektbasis im Bereich Marketing, Brand Positioning, Product Development weiterarbeiten. Ich bin gerne bereit, mich bei dem einen oder anderen Projekt einzubringen. Ich werde mir aber sicher mehr Zeit nehmen, um die Steiermark zu erkunden, denn ich bin ein großer Fan des Nationalparks Gesäuse, wo ich mit meiner Familie gerne meinen Urlaub verbringe; ich liebe das Ausseerland und das Weinland. Die wiedergewonnene „Freiheit“ werde ich für Entdeckungen nützen. Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für die Zukunft. © Steiermark Tourismus/Bernhard Loder Ein Herz für die Steiermark: Tourismus-Chef Erich Neuhold und Tourismuslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl

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