hotel&touristik essenz 03/2022

42 Gemeinsam stärker bringt wie Schlosshotels & Herrenhäuser. Die Historie verbunden mit Tradition und gleichzeitig Modernität, die persönliche Gastfreundschaft und Authentizität – all das bringt unsere Marke mehr als andere Hotelgruppen auf den Punkt. Wir sind ein Garant für diese Kernkompetenz! Wir unterstreichen die Stärken! Wir liefern fokussierte Sichtbarkeit! Das ist der große Mehrwert, der über klassische PR hinausgeht. Wie gut kennen die Gäste die Marke? Das ist für mich ein zentraler Ansatzpunkt: Die Gäste in unseren Häusern müssen wissen, dass sie in einem Schlosshotel & Herrenhaus nächtigen. Die Sichtbarkeit der Marke in den Mitgliedsbetrieben kann durchaus noch verbessert werden. Das Reservoir der Gäste unserer Mitglieder ist riesig, das muss genützt werden. Alleine wenn ich an alle Newsletter-Abonnenten unserer Mitglieder denke: Wenn jedes Mitglied die Marke Schlosshotels & Herrenhäuser in seinem hauseigenen Newsletter vorstellt, thematisiert, darauf verweist, die Marke zeigt, so erzielen wir alleine schon mit dieser Maßnahme eine beeindruckende Multiplikatorwirkung. Mitglieder und Marke stehen für Qualität und Wertigkeit. Wie laut darf und soll Marketing dann sein? Wir müssen mit klaren Worten und klarer Stimme erzählen, wer wir sind und was wir können. Das vermitteln wir zum Beispiel auf unserer Website mit bestimmtenThemen wie „Geschichte leben“, „Rückzugsorte“, Reise durch die Zeit“, „Ruf der Alpen“ u. Ä. Das Marketing ist so strukturiert, dass man die Themen der Schlosshotels & Herrenhäuser gut wahrnimmt. Das Marketing ist unsere Hauptaufgabe, deshalb ist man bei uns dabei. Laut Experten verstärken sich gewisse Trends nach der Krise wie der Wunsch der Gäste nach mehr Qualität, Individualität, Raum. Die Mitgliedsbetriebe sind vor allem kleine bis mittlere Betriebe, die hohe Qualität versprechen. Die Ausgangslage ist also ideal? Diese Aussage würde ich teilen. Wir haben die Individualität und Einzigartigkeit, die der Markt sucht. Die Leute wünschen sich das nicht nur imHotel, sondern auch in der Region oder bei Produkten wie demWein. Nischen vonDingen und Erlebnissen, die Geborgenheit vermitteln, woman sich wiederfindet und wohlfühlt – genau das sind die Bereiche, in denen wir bestens aufgestellt sind. Ist im Nachhaltigkeitsthema Bewegung drinnen? Die Nachhaltigkeit wird ein bisschen missbraucht und das Greenwashing gehört mittlerweile auch zur Realität der Wirtschaft und Gesellschaft. Mit meinem Betrieb, dem „Orso Grigio“, bin ich vor allem für den italienischen Markt interessant, dieser ist nicht unbedingt in diese Richtung gepolt (lacht). Nehmen wir nur das Thema Accessoires in den Bädern: Dass ein Fläschchen, mit dessen Inhalt man sich zehnmal die Haare waschen könnte, nach einmaliger Verwendung entsorgt wird, ist ein Wahnsinn. Als ich letztens in Kampanien wandern war, ich bin von Salerno nach Sorrent zu Fuß marschiert, und in einem Hotel nächtigte, waren die Badaccessoires wie in einer Bonbonniere aufgereiht. Das ist verrückt, völlig anachronistisch. Das darf es nicht mehr geben. Wie ist die Buchungslage in Ihrem „Boutique & Gourmet Hotel Orso Grigio“? Gut, ich würde sagen momentan sogar sehr gut. Wir haben zu diesem Zeitpunkt eine um 50 Prozent bessere Buchungslage als vor einem Jahr. Wenn der Krieg in der Ukraine nicht die makroökonomische Situation dramatisch verändert, dann wird es eine gute Saison. Das vereinte Europa hat sich in der Pandemie nicht mit Ruhm bekleckert, was das abgestimmte Vorgehen betrifft. Wie gut sind Südtirol und Italien durch die Krise gekommen? Die Regelungen waren auch bei uns chaotisch und alle fünf Wochen galten andere Bestimmungen. Damit hat man sich aber zurechtgefunden. Ökonomisch war es für die Betriebe zwar eine Herausforderung, letztlich den Umständen entsprechend aber okay. Vom italienischen Staat gab es wenige Unterstützungsgelder, es wurde die eine oder andere Steuer erlassen, aber die Südtiroler Landesregierung hat den Betrieben je nach Umsatzverlust einen Fixkostenzuschuss gewährt. Das hat sehr geholfen und der Tourismus hat das Ganze wirtschaftlich gut überstanden. Danke für das Gespräch.  Das BoutiqueHotel Orso Grigio/ Grauer Bär im Zentrum von Innichen im Hochpustertal wird von Franz Ladinser und Tochter Verena in neunter und zehnter Generation geführt. © Orso Grigio/Grauer Bär, Hannes Niederkofler

RkJQdWJsaXNoZXIy MzgxNTI=