hotel&touristik essenz 04/2022

15 Oberösterreich Konzepte wie Slow-Food, nose-to-tail oder sanfter Tourismus sind für die Oberösterreicher:innen weniger innovative Trends als vielmehr neue Bezeichnungen für alte Traditionen. Was andere Destinationen erst neu entdecken, ist hierzulande seit langem gelebter Alltag. Das Wissen um ehrliche Gastfreundschaft, die Wertschätzung der Natur und ihrer Lebensmittel ist authentisch, weil ursprünglich. „Da braucht es keinen Tourismusverband, der sagt, wo es langgeht – das kommt von innen“, erzählt Markus „Maks“ Obermüller, Geschäftsführer Mühlviertler Hochland über die herzliche Bodenständigkeit der regionalen Protagonist:innen. Die Herausforderung liegt viel eher darin, die Botschaft an die Gäste weiterzugeben. Denn die Oberösterreicher:innen verstehen ihre Region nicht als klassische Tourismusregion, sehen ihre Art und Weise als nichts Besonderes. Und genau das macht es ja so charmant. Denn die Tourismusgesinnung ist eindeutig da: Freundlichkeit, Authentizität und Hilfsbereitschaft werden großgeschrieben und machen die Kunst der Gastgeber:innenschaft aus. „Aber es muss für uns auch passen“, betont Obermüller. „Wir möchten Leute zu Besuch haben, die unsere Produkte so wertschätzen, wie wir selbst.“ Da kann es dann schon einmal heißen: „Mehr Werbung mach’ ma ned, die Gäste kommen eh“. Die große Gelassenheit der Bevölkerung bereitet mit Blick auf die Tourismusentwicklung aber keine Sorgen. Zeit und Raum für sich und die Natur zu haben, sich auch einmal im Augenblick verlieren und schweigend den Sonnenuntergang vom Seeufer mit einemGlas Wein, Most oder Bier in der Hand zu genießen – das ist das große Plus, besonders imMühlviertler Hochland. Man will nicht überrannt werden und handelt auch dementsprechend. Heißt aber nicht, dass das Angebot schlecht aufgestellt wäre, imGegenteil. Am Ursprung. In Oberösterreich beeindrucken nicht einige wenige, große landschaftliche Highlights, sondern vielmehr die Kulturlandschaft an sich mit seiner sanften Hügelwelt, der Abwechslung zwischen Wiesen und Wäldern sowie den natürlichen Granitformationen. Ohne auf einer Höhe von 3.000 Metern zu sein, genießt man von vielerorts einen Panoramablick, kann vomMühlviertler Sternstein hinunterschauen, den Dachstein in der Ferne erblicken und auch den Ötscher hervorlugen sehen. Kneippbäder entlang der vielen Wanderwege laden zum Halten ein und eine Hängematte mitten imWald sorgt für ganz bewusste Ruheplätze. Aber auch Landschaften, die Jahrhunderte überdauert haben und in denen man sich ganz klein vorkommt, gibt es noch. Die faszinierende Wildnis des Nationalparks Kalkalpen lässt sich gut auf eigene Faust erkunden. Oder Ranger führen zu den schönsten Plätzen und folgen der Fährte des Luchses, beobachten Rotwild oder ziehen mit Schneeschuhen ihre Spuren durch den märchenhaften Winterwald. Mehrtagestouren auf dem Luchs Trail oder Mountainbiken auf der Trans Nationalpark – eine Strecke perfekt für E-Biker und konditionsstarke Mountainbiker – geben Möglichkeit, die Natur in seiner ursprünglichsten Form zu erleben. Und auf dem Johannesweg in der Region Mühlviertler Alm Freistadt steht ein vorbildlich achtsamer Umgang mit der Natur imMittelpunkt. Die 84 Kilometer können mit zwölf Stationen an drei oder vier Tagen erwandert werden. „Unser Land kann mit vielfältigen Möglichkeiten für Sport und Erholung in der Natur und mit einer Fülle an hochwertigen touristischen Angeboten vom Kultursommer bis zum kulinarischen Hochgenuss punkten“, ist Andreas Winkelhofer, Geschäftsführer des Oberösterreich Tourismus, überzeugt. Und was passt besser ins Angebot als eine Kombination der größten Highlights der Regionen. Radfahren für Genießer. Radfahren gehört in Oberösterreich einfach dazu, genauso wie die Kulinarik, die zumTeil noch unterschätzt wird. Die Verbindung beider zentraler Elemente imTourismus mündete schließlich in der Entwickung der Genuss-Radreisen und kulinarischen Entdeckertouren, die in ganz Oberösterreich den Urlaub mit dem Sahnehäubchen für Genießer krönen. 15 neue Genuss-Radrundrouten an der Donau bieten zudem Einblicke bei Handwerksbetrieben, Die Natur kann man in Oberösterreich sehr informativ und auch sehr persönlich erleben. Podcast aus dem Mühlviertel Jeden Mittwoch erscheint eine neue Folge des Hoch.Genuss-Podcasts. Markus Obermüller stellt darin Gastwirt:innen und Produzent:innen aus der Region sowie kulturelle Initiativen vor. Geplant sind derzeit rund 30 Folgen. Zu hören auf allen gängigen Plattformen und überall, wo es Podcasts gibt sowie unter www.hochgenuss.at

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