hotel&touristik essenz 04/2022

17 Oberösterreich Einkaufen direkt ab Hof, über Selbstbedienungsläden oder -hütten und neuerdings auch bei Automaten ist in Oberösterreich keine Seltenheit, generiert Wertschöpfung in der Region und Wertschätzung für die Landwirt:innen und ihre Produkte. 365 Tage Oberösterreich am Teller. In keinem anderen Bundesland stehen das gesamte Jahr über regional produzierte, hochwertige landwirtschaftliche Produkte zur Verfügung. Gemüse und Obst über Getreide bis zu Milchprodukten, Fleisch, und Getränke wie Wein, Bier und Most kommen hier im kulinarischen Jahresreigen Oberösterreich pur vom Feld auf den Teller. Dazu beeindruckt eine lebendige Wirtshauskultur sowie Spitzenköche wie Drei-Hauben-Koch Klemens Schraml und sein Restaurant „Rau nature based cuisine“. AmRande des Nationalparks gelegen, bringt er die wilde Natur außergewöhnlich kreativ auf den Teller. Dass Oberösterreich schmeckt und begeistert, konnten die Wiener:innen unlängst bei der „Sommerfrische“ imKursalon im Stadtpark bei einem abwechslungsreichen Erlebnisprogramm aus Tourismus, Sport und Kultur testen. Mit dem Bio-Entdecker-Picknickkorb, samt Decke, Tragetasche und Voucherheft, gab es bei gut 70 heimischen Aussteller:innen allerlei Schmankerl zu probieren. Der Picknick-Korb bildete quasi das Pendant zu den Bio-Entdecker-Radtouren imMühlviertel. Und mit Bündelung der kulinarischen Veranstaltungen in der heimischen Region hat man mit „Tavolata“ ein völlig neues Erlebnis geschaffen. Das Genuss-Festival präsentierte im Juni in Steyr und der Nationalpark-Region als weiterer Höhepunkt des kulinarischen Jahresreigens vom fidelenWirtefest und Bschoad-Binkerl-Spezialitätenmarkt über einen Gourmetbrunch bis zum Fine Dining ein fantastisches und fröhlich ausgelassenes Fest für alle. Die Spitzenköche Max Rahofer, Klemens Schraml sowie Lukas Kapeller spannten gemeinsammit denWirt:innen, Bäuer:innen und Manufakturen den Bogen von moderner Küche zu traditionellemAmbiente. Aufgrund des großen Erfolgs ist eine Neuauflage für 2023 bereits fixiert. Grenzgänger. Ein durchgehend durchdachter Tourismus also, der gekonnt und seit jeher Kulinarik mit Erlebnissen in der Natur verbindet. Somit stehen das gesamte Jahr über Aktivitäten bereit, auch grenzüberschreitend ganz nach demMotto „schau’n und luagn“. Denn der Gast interessiert sich nicht für regionales und nationales Zaungezänk und blickt gern in anliegende Regionen, nach Tschechien und Deutschland und die angrenzenden Bundesländer. Dass dahinter kulinarisch viel Potenzial steckt, ist erst in den wenigsten Köpfen angekommen. „Die verbandsübergreifende Zusammenarbeit zwischen den Tourismusregionen, auch über die Landesgrenzen hinweg, muss weiter forciert werden“, so Markus Obermüller. Die Betriebe und Produzenten in Oberösterreich harmonieren dennoch gut miteinander, die Verbundenheit mit dem Ort und der Region ist das Um und Auf. Der Anreiz, dass die Tourismusgrenzen am Ende des Tages keine Rolle mehr spielen werden – „und der kommt hoffentlich bald“ –, bleibt erklärtes Ziel und großer Traum zugleich. Denn: „Ich seh’ mich manchmal weniger als Touristiker, sondern vielmehr als regionaler Netzwerker.“ Was die Landschaft auf natürliche Weise nicht trennt, bleibt trotz der Grenzen verbunden.  Klemens Schraml holt in seinem Restaurant „Rau nature based cuisine“ – der Name verrät es – die vielfältige Natur Oberösterreichs auf die Teller.

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