hotel&touristik essenz 04/2022

25 Nachhaltige Gastronomie plätzen wirkt die Gaststätte überraschend überschaubar, weil die Gastgartenbereiche geschickt abgegrenzt sind und somit wesentlich kleinteiliger anmuten, als sie sind. Bei den 2.000 Gästen an Spitzentagen und stolzen 500.000 Gästen im Jahr (alle Betriebe eingerechnet inklusive Praterbühne, Praterfee etc.) sind Assoziationen zu volksfestartigen Ausmaßen nicht weit hergeholt, die in der Realität jedoch nicht zutreffen. Stressfrei und gediegen lässt sich der atmosphärische Eindruck in der Luftburg beschreiben. 100-Prozent Bio-zertifiziert. Die jüngste Metamorphose des Traditionslokals, das heuer sein 30-jähriges Bestehen feiert, sollte gleichzeitig seine einschneidendste werden. 2019 stellte die Gastgeberfamilie Kolarik die gesamte Küche auf zu 100 Prozent Biozertifizierte Ware um, im Vorjahr folgten die Getränke. Das beginnt beimMegaseller Schweinsstelze, geht weiter mit den eigens zubereiteten Kräuterlimonaden und dem süffigen Bier und führt schlussendlich zur Zitronenspalte für das Wiener Schnitzel, die eben genauso von der Bio-Frucht stammt. Bei Bier vertraut die Luftburg auf Vorarlberger Expertise und setzt auf die Braukunst aus demHause Fohrenburg. „Das Bier war der Schlüssel zu 100 Prozent Bio. Wir haben eine Brauerei gesucht, die die Menge, Qualität und den Geschmack schafft und möglichst aus Österreich kommt“, erklärt Hausherr Paul Kolarik. Von der Brauerei und deremGeschäftsführer Wolfgang Siller war er sofort begeistert. Das Fohrenburger Bio Hofbier wäre ursprünglich ein naturtrübes Zwickl geworden, aber die Luftburg im Prater brauchte ein helles Volumenbier. „Der Wolfgang Siller ist ein ‚wilder Hund‘, ein cooler Typ, und hat nur gemeint, ‚wenn die Luftburg das will, dann machen wir das‘. Sie haben binnen eines halben Jahres das Bier für uns adaptiert“, lacht Kolarik. Jetzt ist das Fohrenburger als Luftburg-Hausbier das mit Abstand meistverkaufte Bier im Betrieb mit rund 75 Prozent aller verkaufter Krügerl. Insgesamt werden Jahr für Jahr 1.500 Hektoliter Bier in der Luftburg ausgeschenkt. Bio-Bier als solches ist in Österreich eigentlich ein Nischenprodukt, aber ein wichtiges, erklärt Gabriela Maria Straka, Mitglied des Management Boards, Director Corporate Affairs & CSR und Pressesprecherin der Brau Union Österreich. Es gibt zwar keinen Engpass bei Bio-Bier, die Beschaffung von Bio-Gerste kann aber schon zur Herausforderung werden. „Aber dank der Kooperation mit sieben Vorarlberger Bio-Bäuerinnen und Bauern ist die Braugerste vom Fohrenburger Braumeister Bio Hofbier nicht nur zu 100 Prozent Bio, sondern auch noch 100 ProGastronom Paul Kolarik (r.) stößt mit Gabriela Maria Straka, die als Mitglied der Geschäftsleitung die Nachhaltigkeitsagenda der Brau Union Österreich verantwortet, und primeCrowd-Chef Markus Kainz auf eine jeweils gewinnbringende Zusammenarbeit an.

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