hotel&touristik essenz 04/2022

34 Küchentechnik sein. „Wir finden eine Lösung“, betont Velimir Sever. Den geschäftsführenden Gesellschafter von Grossküchentechnik Austria bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Die Erfahrung aus zig Projekten jährlich stählt das Gemüt und das professionelle Fundament sorgt dafür, dass man selbst bei Turbulenzen nicht ins Schwanken gerät. Beim „Neni im Prater“ im „Superbude“- Hotel beauftragte der Eigentümer die Küche, Molcho und ihr Teammüssen sich damit arrangieren. Andersrum ist es der Power-Gastronomin, die alle Fäden in der Hand hält, natürlich lieber. Wie im „Neni amWasser“, wo sie nach den Erfahrungen mit GTA wieder auf deren Expertise setzte. „Beim ‚Neni am Prater‘ habe nicht ich euch gefunden, sondern ‚Superbude‘. Das größte Kompliment ist, dass ich euch für mein nächstes Projekt engagiert habe, weil ich so zufrieden war und die Sympathie und Wertschätzung gegenüber Thomas Schwelch und Velimir Sever so groß ist“, lächelt Molcho, die ganz genau weiß, was sie will. Und braucht. Zum Beispiel die offene Küche, die in der Umsetzung aber erst spät aufs Tapet kam. „Last Minute, nachdemwir schon alles geplant hatten. Wenn wir das nicht geändert hätten, wäre das Lokal umsonst gewesen. Wie bescheuert waren wir? Aber man lernt nie aus“, lacht sie. Denn ihre Köch:innen will sie und sollen sich selbstbewusst demGast zeigen. Sie sollen stolz sein auf das, was sie können. Das motiviert. Und Transparenz ist natürlich ein Signal. Das Ohr nah an den Kund:innen. Ohne die kleinen und großen Dramen geht so ein intensives Projekt selten über die Bühne. Drei Wochen vor der Eröffnung war noch nicht klar, welcher Griller eingebaut wird. Am Tag vor der Eröffnung gab es noch die Entscheidung für einen Kombidämpfer. Den gewünschten Holzkohlegrill erlaubte das zuständige Amt nicht, der Gasherd – eigentlich ein zentraler Bestandteil aller Neni-Küchen – konnte wegen der fehlenden Gasleitung ebenfalls nicht umgesetzt werden. „Für mich eine Tragödie!“ Eine Herausforderung war bei diesem Projekt auch die Stromversorgung. Thomas Schwelch erzählt: „Wir hatten hier 50 Kilowatt zur Verfügung und mussten 120 Kilowatt realisieren. Mit einem neuen Stromvertrag kommen wir jetzt auf 80 Kilowatt.“ Das bedeutet, in der Produktionsküche und in der offenen Küche gleichzeitig zu arbeiten, ist beschönigend formuliert schwierig. Wird es kälter und sind die Heizstrahler in Betrieb, sorgt das für zusätzliche Energieprobleme. Am Tag der Eröffnung wurde erstmals der Schalter umgelegt, alles hat funktioniert. Flexibel und lösungsorientiert muss man sein und das ist nicht erst seit der Pandemie. „Haya ruft mich an und fragt, Thomas, hast du dir überlegt, wo wir die Teller hinstellen? Ich antworte ‚ja, aber ich kenne die Teller nicht‘. Und sie: ‚Fahr her, die sind heute gekommen.‘ Der Neni-Teller ist dann dreimal so hoch und viermal so schwer wie ein normaler Teller. Da muss ich eine Antwort finden“, erzählt Schwelch aus dem Nähkästchen und hat eine weitere Anekdote aus dem Projekt parat. Zum Zeitpunkt der Übergabe der Küche gab es nämlich noch keinen funktionierenden Wasseranschluss: „Wie kriegst du die Küche sauber? Ich habe mir also eine Papierrolle und eine Flasche Wodka geschnappt und die Küche geputzt!“ Das nennt man Einsatz, der weit über das trockene Abarbeiten von Stunden hinausgeht. Das ist nicht zuletzt Wertschätzung für die Kund:innen und Charakter zugleich. Haya Molcho: „Erfolgsmenschen sind lösungsorientiert. Thomas kommt an Sonntagen vorbei, wenn er mit seiner Frau „Je mehr gute Leute du hast, desto voller wirst du sein.“ Haya Molcho Das Neni am Prater war das erste Projekt, bei dem Molcho und GTA zusammenarbeiteten. Auch an diesem Standort brummt das gastronomische Geschäft.

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