hotel&touristik essenz 04/2022

48 Reisetrends verly Hills zu schlendern, dazu die imposante Stadtmauer, unfertige Ruinen, die dann doch wieder an den Kommunismus erinnern und eine luxuriöse Rooftop-Bar, die mit westlichen Preisen zum Glück gar nichts zu tun hat. Albanien gilt als eines der günstigsten Länder Europas. Hier bekommt man noch etwas für sein Geld geboten, was gerade in Zeiten wie diesen ebenfalls für eine Albanienreise spricht. In Durres empfiehlt sich außerdem ein Abstecher in die Villa Austria, die 1843 erbaut wurde und von einem äußerst netten Ehepaar betreut und bewohnt wird. In der von Geschichte strotzenden Villa kann man einerseits ein Zimmer mieten und andererseits bei selbst gebackenem Kuchen und türkischem Kaffee den Geschichten der Hausherren über den Kommunismus lauschen. Man blickt hier auf eine sehr bewegte Vergangenheit zurück, über die viele Albaner nicht so gerne sprechen. In der Villa Austria sind der Kommunismus und dessen katastrophale Folgen kein Tabuthema. Berat – 2000 Jahre Geschichte. Ein Ausflug, der auf jeder Albanienreise zum Pflichtprogramm gehört, führt nach Berat, einer kleinen Stadt am Fluss Osum. Auf der Fahrt empfehlen wir als Stärkung ein Byrek, der albanischen Version des türkischen Böreks – köstlich! Wer einen Urlaubshaarschnitt benötigt, kann am Straßenrand den ein oder anderen „Drive-in Frisör“ nützen. Kleiner Exkurs in den Kommunismus: Früher gab es am Flughafen einen Frisör, der den Einreisenden, falls die Frisur nicht der kommunistischen Vorstellung entsprach, gleich die Haare kürzte. Berat gilt als die Stadt der tausend Fenster und ist UNESCO-Welteerbe. Vor allem die Festung Kalaja, von der man einen imposanten Ausblick auf den Fluss Osum genießt, ist ein Magnet für Reisende. Spannend vom Berg aus zu beobachten ist die direkte Vis-à-vis-Lage von Kirche und Moschee im Zentrum Berats. Tirana und Umland. Wenn es in Albanien etwas wirklich an jeder Ecke gibt, dann sind das kleine Kaffeehäuser – und Bunker. Während des Regimes von Enver Hoxha wurden rund 200.000 Bunker gebaut. Beeindruckend sind dabei vor allem die beiden größten in der Hauptstadt Tirana, die für die Elite Albaniens gedacht waren und heute als mahnendes Museum unter demNamen Bunk’Art geführt werden. Nichts für schwache Nerven und Menschen mit Klaustrophobie sind sie ebenso eindrucksvoll wie einschüchternd. Es ist eine Reise in eine andere Zeit. Das „echte Leben“ genießt hier noch Artenschutz und trotz des vermeintlichen Glanzes ist die harte Realität oft nur ein paar Seitengassen entfernt. Wer nach Albanien reist, der darf das Unerwartbare erwarten.  INFOBOX Währung: Albanischer Lek (100 Lek = ca. 8,34 €) Flugverbindung: Ab Wien zweimal pro Woche direkt mit Wizz Air Hotel-Tipp: Adriatik Hotel Durres, www.adriatikhotel.com Einreise: Keine Covid-Beschränkungen und für EU-Bürger ohne Visum Mobilfunk: Achtung, kein EU-Land, daher können empfindlich teure Roaming-Gebühren anfallen Strom: Steckdosen Typ C und F (daher kein Adapter notwendig)

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