hotel&touristik essenz 04/2022

9 GEHspräche „Die Tourismusförderung ist dazu da, die Wettbewerbsfähigkeit der Hotellerie und Gastronomie zu stärken. Die Neuausrichtung soll innovative, zukunftsweisende Impulse setzen“, hält die Staatssekretärin fest. Eines der Ziele müsse sein, Österreich mit zu den nachhaltigsten Tourismusdestinationen Europas zu machen. Wer nicht spätestens jetzt Engagement beweist, liegt bald hoffnungslos zurück. Eine Verpflichtung des Tourismusstaatssekretariats sei, darauf zu achten, welche Initiativen auf demWeg sind und ob diese ausreichend sind. Richtige Schritte. Fachlich macht der Powerfrau niemand etwas vor. Das Mitte Juni vorgestellte Entlastungspaket sieht sie sehr wohlwollend, „vor allem die Abschaffung der kalten Progression und die Senkung der Lohnnebenkosten“ fallen unter das, was der Bundeskanzler als großen Wurf bezeichnet hatte. Details zu den konkreten Vorhaben waren zum Zeitpunkt des GEHsprächs noch offen. Die Lohnnebenkostensenkung ist mit 600 Millionen Euro budgetiert, angesichts der Dringlichkeit der Reform also kein umwerfendes Gesamtaufkommen. „Es ist ein Schritt in die richtige Richtung“, freut sich Susanne Kraus-Winkler dennoch über das Signal, dass mehr Netto vom Brutto rauskommen soll. Die Mitarbeiter:innenfrage ist ein weiteres ganz wichtiges Thema, das auf ihrer Agenda steht. Alle wissen, dass sich Angebot und Nachfrage deutlich in eine Richtung verschoben haben, alte Modelle funktionieren nicht mehr in gewohntem Maße. „De facto müssen wir verstehen, dass der Arbeitsmarkt in der klassischen Form, wie er bisher gelebt und gelernt war, nicht mehr existiert. Nun gilt es mit einem strategischen Zugang den Arbeitsmarkt neu zu denken und koordinierend aufzubereiten“, so Kraus-Winkler gegenüber hotel & touristik essenz. Das heißt, Maßnahmen mit Potenzial und Ziel festzuhalten, Zuständigkeiten zu definieren, Umsetzungserfolge zu prüfen und aufzuzeigen, wo mehr Einsatz vonnöten ist. Aktuell gibt es viele Einzelinitiativen, aber keine einheitliche Vision oder Koordination. Da muss sich die Branche am Schlafittchen nehmen und selbstkritisch hinterfragen, wie man zum Beispiel das Führungsverständnis als Arbeitgeber:in anders lebt („Onboarding beginnt lange vor dem Jobeintritt, schon beim ersten Gespräch!“). Auch Ideen wie eine aufbauende Kurzlehre oder Quereinsteigerausbildungsmodelle sind gefragt. „Wenn ich keine Mitarbeiter finde, dann stellen sich Luxusfragen nach anderen Optimierungen im Betrieb gar nicht erst. Hier sind auch die Unternehmen gefragt mit kreativen Ideen, umMitarbeiter zu werben“, weist Kraus-Winkler nochmals auf die Dringlichkeit hin, Arbeit neu zu denken. „Nun gilt es mit einem strategischen Zugang den Arbeitsmarkt neu zu denken und koordinierend aufzubereiten.“

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