hotel&touristik essenz 04/2022

Profis mit Profil 04/22 04/22 Österreichische Post AG, GZ02Z031825, Manstein Zeitschriftenverlagsges.m.b.H., Euro Plaza 5 Gebäude J, Kranichberggasse 4, 1120 Wien; Retouren an Postfach 100, 1350 Wien Kraus-Winkler | Puck | Kolarik | Molcho | Seiler | Straka | Sever | Trattner | Payr

Petition: SMS mit WALD an 54554* *Mit Ihrer SMS erklären Sie sich einverstanden, dass Greenpeace Ihre Telefonnummer zum Zweck der Kampagnenkommunikation erheben, speichern & verarbeiten darf. Diese Einwilligung kann jederzeit per Nachricht an service@greenpeace.at oder Greenpeace, Wiedner Hauptstraße 120-124, 1050 Wien widerrufen werden. SMS-Preis laut Tarif, keine Zusatzkosten. Greenpeace dankt für die kostenlose Schaltung dieses Inserats. wald.greenpeace.at Wälder retten heißt Leben retten.

3 inhalt Oberösterreich Die kluge Verknüpfung von Natur, Bewegung und Kulinarik. GEHspräche Die neue Tourismusstaatssekretärin über ihre Pläne für Österreich. NENI Gastro-Wirbelwind Haya Molcho hat bei ihren zwei jüngsten Projekten eng mit GTA zusammengearbeitet. Wir haben nachgefragt, worauf es bei der Profiküche ankommt. 04 & 05 Kompakt & Editorial 18 Wolfgang Puck Der Gastronomie-Weltstar und sein Projekt in Wien 22 E-Mobility Der Wandel nimmt noch mehr Fahrt auf 24 Luftburg Wie 100 Prozent Bio in einem Großlokal funktioniert 28 Karin Seiler Die neue Geschäftsführerin der Tirol Werbung im Interview 36 Alps Resorts Der Marktführer in den Alpen will weiter expansiv wachsen 37 Kommentar Die ÖHT-Spitze über mehr Nachhaltigkeit statt mehr Nächtigungen 38 Leadership Die größten Trends der alpinen Ferienhotellerie 40 Hotel InterContinental General-Managerin Brigitte Trattner über schwierige Zeiten 46 Albanien Ein Land, das zu entdecken lohnt 50 Jung gedacht Tindern Sie schon? 32 14 06 Impressum Medium: hotel & touristik essenz; Medieninhaber/Verleger: Manstein Zeitschriftenverlagsges.m.b.H., Verlagsort/Anschrift Redaktion/Herausgeberin/Medieninhaber: Euro Plaza 5, Gebäude J, Kranichberggasse 4, 1120 Wien; Internet: www.manstein.at, stammgast.online, traveller-online.at; Tel.: +43/1/866 48-0; Fax: DW -100; Geschäftsführung: Mag. Markus Gstöttner, Herausgeberin: Mag. Dagmar Lang, MBA; Die Manstein Zeitschriftenverlagsges.m.b.H. ist eine 100% Beteiligung der dfv Mediengruppe, Frankfurt/Main; Sprecher der Geschäftsführung Deutscher Fachverlag GmbH: Peter Esser, Sönke Reimers Chefredaktion: Mag. Thomas Schweighofer (ts / t.schweighofer@manstein.at); Autoren dieser Ausgabe: Dagmar Lang, Brigitte Charwat, Nadine Vejnoska, BA, Mag.(FH)Axel Schimmel, Thomas Reisenzahn, Alexandra & Fabian Räbiger, Matthias Stelzmüller, MA; Marketing- und Anzeigenleitung: Susanne Wernbacher-Pretsch (s.wernbacher@manstein.at); Mitarbeiter Marketing- und Anzeigen: Manuela Sommer (m.sommer@manstein.at); Lektorat: Thomas Fisher, MSc.; Grafisches Konzept: Himmer, Buchheim& Partner; Art Director: Georg Vorstandlechner; Coverfoto: hotel & touristik essenz/Sabine Klimpt; Hersteller: Friedrich Druck &Medien GmbH, Herstellungsort: Zamenhofstraße 43, 4020 Linz; Erscheinungsweise: monatlich; DVR-Nr. 075/3220. Für Inhalt und Gestaltung haftet der Auftraggeber. Abo 2021: Inland € 59,– (exkl. 10%MwSt.), Ausland € 86,– (exkl. 10%MwSt.), Studenten 50% Ermäßigung, Vertrieb: +43/1/866 48-511, Joanna Kirkowska (j.kirkowska@manstein.at). Impressum gemäß § 25 MedienG ist unter stammgast.online/impressum.html abrufbar. Aus Gründen der Lesbarkeit wird darauf verzichtet, geschlechtsspezifische Formulierungen zu verwenden. Soweit personenbezogene Bezeichnungen nur in männlicher Form angeführt sind, beziehen sie sich auf Männer und Frauen in gleicher Weise. © Oberösterreich Tourismus GmbH/Moritz Ablinger

4 kompakt 11.122.334 325.000 McDonald’s ist das Gastrounternehmen in Österreich mit den mit Abstand meisten Facebook-Fans. Auf den Plätzen folgen XXL Restaurant Leopoldauer Alm in Wien (122.000) vor L’Osteria (86.000), Hangar 7 in Salzburg (75.000) und Café Central in Wien (39.000). Quelle: Statista 2022 Der Sekt aus der Tiefe Im Oktober des Vorjahrs wurden auf der Turracher Höhe im Grünsee 486 Flaschen Hochschober-Julia-Sekt versenkt. Schaumwein-Größe Norbert Szigeti (r.) startete gemeinsam mit der Familie Karin Leeb und Martin Klein (l.) vom Hotel Hochschober das Experiment, wie der Luftdruck – der See befindet sich auf 2.000 Metern Seehöhe – und die konstante Temperatur den Sekt verändert. Nun wurden die ersten 60 Flaschen gehoben. Szigeti wird diese dann mit gleichzeitig abgefülltem Sekt, der in seinen A-Nobis-Kellern im Burgenland lagert, vergleichen. Die Hefe wird sich anders entwickeln, ist er überzeugt. Nun sollen jedes Jahr weitere Flaschen gehoben werden und 2029 zum 100-jährigen Jubiläum des Hochschober als Höhepunkt die letzten hundert. www.a-nobis.at, www.hochschober.com Meisterin im Show-Aufguss In allen Tätigkeiten kann man meisterhafte Fähigkeiten erlernen, in vielen gibt es dafür sogar Auszeichnungen. Ein Beispiel ist der italienische Meistertitel im Sauna-Show-Aufguss, den sich Sarah Niederkofler vom Südtiroler „Andreus Resort“ sicherte – und damit zum ersten Mal eine Frau. Nach Weltmeister Helli Haller als Italienmeister 2021 geht der Titel das zweite Jahr in Folge ins Fünf-Sterne-Wellnesshotel im Passeiertal unweit von Meran. Im neuen Sauna Dome imWellnesshotel „Andreus“, der größten Eventsauna im Alpenraum, begeistert sie mit ihrer Leidenschaft für den Show-Aufguss samt Tanz. www.andreus.it Ein neuer Obauer Rudi Obauer sorgt im familieneigenen Restaurant in Werfen seit Jahrzehnten für Begeisterung. Sein neuestes Kochbuch ist opulent bebildert und erzählt von hervorragenden Zutaten und meisterhafter Kochkunst. In diesem Buch nimmt er uns auch mit zum Einkauf der besten Produkte bei seinen Produzent:innen in ganz Österreich. Rudolf Obauer: „Total Obauer!“. Verlag Gräfe und Unzer 2022. 288 Seiten. 32,90 Euro. ISBN 978-3-8338-8437-5 © Andreus Resort, Schweighofer Insolvenzstatistik Österreich 1. HJ 2022 © 9dreamstudio – stock.adobe.com 2.308 Unternehmen + 118 % im Vgl. zum Vorjahr 798 Wien, 450 NÖ, 268 OÖ Verbindlichkeiten 629 Mio. Euro + 61 % im Vgl. zum Vorjahr Die drittmeisten Insolvenzen gab es in der Beherbergung und Gastronomie mit 266 und Passiva von 40 Mio. € viertgrößte Großinsolvenz: Star Inn Hotelbetriebs GmbH mit 15,4 Mio. € Quelle: KSV1870

editorial © Sabine Klimpt Stärken stärken ImHochsommer herrscht das große Zittern. Überall dort, wo die Klimaanlagen auf Hochtouren laufen, weil es trotz der wahnsinnigen Strompreise in den aufgeheizten Innenräumen sonst nicht mehr auszuhalten ist, aber vor allem an den Flughäfen. Die Airlines mussten in Europa Tausende Flüge streichen, weil die Manpower fehlt. Es ist nur ein Sinnbild von vielen für die Probleme amArbeitsmarkt: Der Tourismus ist wieder in Bewegung, einer der großen Bremser bleibt die Frage des Personals. Das bestätigte unlängst eine Befragung von KSV1870 unter 1.300 Unternehmen aller Branchen. 27 Prozent der Betriebe in Österreich planen, ihren Personalstand bis Jahresende zu erhöhen. Ganz besonders ist dies in Vorarlberg (41 Prozent), Wien (33 Prozent) und Kärnten (30 Prozent) der Fall. Spitzenreiter beim Bedürfnis nach mehr menschlicher Nähe ist das Gastgewerbe, wo 43 Prozent der Betriebe Personal aufstocken wollen, besser müssen. Interessant: Durchgehend sind die Betriebe der Überzeugung, mit einem guten Betriebsklima und einer guten Work-Life-Balance am Arbeitsmarkt mehr Anklang zu finden als mit dem Faktor Gehalt. Unterstützung erwartet man sich von der Bundesregierung, lieber heute als morgen. „Die zentralen Forderungen sind die praxisnahe Modernisierung des Schul- bzw. Bildungssystems und die Implementierung einer groß angelegten Ausbildungsoffensive direkt in den Betrieben – mehr Ausbildungslätze vor Ort, finanzielle Unterstützung von Ausbildungsbetrieben und die Entstigmatisierung des Lehrberufes“, heißt es beimKSV1870. Es stünde bei den Betrieben nicht mehr Steuererleichterungen und der Bürokratieabbau an erster Stelle, sondern die Menschen und ihre Bildung. Und das ist wohl die einzige Chance, die Europa noch hat, um im internationalen Vergleich wirtschaftlich langfristig nicht vollends den Anschluss zu verlieren gegenüber Boomregionen imNahen Osten und Asien, aber auch den USA. Bitte erkennen wir endlich: Die klugen Köpfe mit Kreativität imBlut sind unser größtes Potenzial. Die Talenteförderung muss in Schulen und Ausbildungsstätten imMittelpunkt stehen – im aktuellen System ist es die Konzentration auf die Schwächen. Das Angebot in den Schulenmuss flexibler, die Lehrenden und Auszubildendenmehr in die Verantwortung genommen werden. Ja, wir leben in einer globalen Leistungsgesellschaft, Leistung darf man auch in der Ausbildung einfordern. Und nicht jeder ist immer dort richtig aufgehoben, woman vielleicht persönlich glaubt. Das zu erkennen und klar auszusprechen, darf nicht stigmatisieren, sondern soll neue Wege öffnen. In dieser Ausgabe präsentieren wir wieder viele Persönlichkeiten, die das Out-of-theBox-Denken perfektioniert haben. Susanne Kraus-Winkler, Wolfgang Puck, Haya Molcho, Karin Seiler, Paul Kolarik – umnur ein paar Beispiele zu nennen – setzen Standards, statt Durchschnitt zu sein. Ich wünsche Ihnen eine über demDurchschnitt fantastische Urlaubszeit ohne Zittern, mit einer Anreise ohne Wartezeit und Stau. Chefredakteur t.schweighofer@manstein.at, stammgast.online

© hotel & touristik essenz/Sabine Klimpt

7 GEHspräche Am Ballhausplatz, so etwas wie die Downing Street Österreichs, residiert der Bundeskanzler. Wenige Meter weiter in der Hofburg hofiert der Bundespräsident. Nationalrat und Bundesrat haben sich während des Umbaus des Parlamentsgebäudes in und rund um die Hofburg angesiedelt. Unser GEHspräch hat seinen Auftakt also mitten im Zentrum der politischen Macht Österreichs. Susanne Kraus-Winkler war als Unternehmerin und Interessenvertreterin mit den Entscheidungsträger:innen immer eng in Kontakt, nun ist sie als Tourismusstaatssekretärin selbst Teil des Räderwerks, das Österreich in Bewegung hält. Karriere und Privates in Balance. Viel Zeit, darüber intensiv nachzudenken, Vor- und Nachteile abzuwägen, Freunde und Familie einzubinden und sich ihrer Unterstützung zu versichern, wie man das normalerweise tut, wenn man einen neuen Job annimmt, hatte Susanne Kraus-Winkler nicht, als sie gefragt wurde, ob sie es sich vorstellen könnte, die Aufgabe imWirtschaftsministerium zu übernehmen. Eine kurze Abstimmung mit ihrem Ehemann Michael Kraus war möglich, dann folgte sie ihrem Bauchgefühl und der Bitte von Bundeskanzler Karl Nehammer, wissend, dass der Tourismus jetzt einen Profi braucht, der die Bedürfnisse priorisieren kann, weiß, was schnell umgesetzt werden muss, welche Themen viel Diplomatie und Verbündete brauchen und wo man rasch ein sichtbares Zeichen setzen kann. „Es hätte wahrscheinlich niemand aus der Branche verstanden, wenn ich abgelehnt hätte“, sagt die Mutter zweier erwachsener Kinder und einer angeheirateten Tochter sowie mehrfache Großmutter, der die Familie immer sehr wichtig war und es auch bleiben wird. „Das habe ich mir vorgenommen: Ich werde für Familie und Freunde Zeit haben. Man kann mit 67 nicht zwei Jahre abtauchen, dann steht man danach allein da.“ Die Beziehung zu ihrem Ehemann soll nicht unter ihrer neuen Aufgabe leiden, weshalb sie so viel Zeit wie nur möglich auch weiterhin mit ihrer Familie verbringt. Aus der Branche kamen viele Glückwünsche und die Zuversicht, dass eine Praktikerin an den richtigen Hebeln ziehen wird. Sie stehe nun „auf der anderen Seite“, wie manch ein:e Kolleg:in meinte, denn die Politik verlangt eine andere Herangehensweise als die Interessenvertretung – Kraus-Winkler leitete zuletzt den Fachverband Hotellerie in der Wirtschaftskammer. Jetzt braucht es einen noch breiteren Blick auf die Branche, den Ausgleich verschiedener Interessen, Diplomatie und das persönliche Einstehen für weitreichende Entscheidungen. Die Spanne für Fehler ist kleiner. ImUnterschied zu einer Ministerin ist eine Staatssekretärin demMinister weisungsgebunden, gleichzeitig gibt es gegenüber den Beamten des jeweiligen Ministeriums keine Weisungsbefugnis. Verantwortung übernehmen Tourismus gestalten Von Dagmar Lang &Thomas Schweighofer Mit Susanne Kraus-Winkler ist erstmals eine Persönlichkeit aus der Branche politisch verantwortlich für Österreichs Tourismus. Sie geht die Aufgabe wie immer mit enorm viel Ehrgeiz und Realitätssinn an und will nachhaltig etwas zum Besseren verändern. Wir haben mit Österreichs neuer Tourismusstaatssekretärin gesprochen.

8 GEHspräche Wie viel Handlungsspielraum hat Susanne Kraus-Winkler eigentlich? „Relativ viel“, erklärt sie, „Beschränkungen gibt es dort, wo es koalitionäre Entscheidungen braucht, zum Beispiel solche wie die Saisonnier-Erhöhung für Arbeitskräfte aus Drittstaaten.“ Das gehe nicht, ohne dass der Koalitionspartner zustimmt und Interessen aus verschiedensten Richtungen berücksichtigt werden, die vielleicht gar nichts mit dem Tourismus zu tun haben. „Was man bisher als unternehmerische Logik intus hatte, entspricht nicht der politischen Logik“, fasst Kraus-Winkler das Umlernen-müssen in der täglichen Arbeit zusammen. Politik bedarf viel Arbeit, aber einer anderen. Wir schlendern inzwischen durch den Volksgarten, wo die Rosen duften und die Bienen mit gelb gepolsterten Beinchen von Blüte zu Blüte schweben. Im Hintergrund hört man Popmusik, eine YogaGruppe vor demTheseustempel trainiert Körper und Geist. Manches geht nicht so schnell in der Entscheidungsfindung, wie es Kraus-Winkler gewohnt war. In anderen Bereichen kann und will sie ordentlich Tempo machen. Etwa bei den Aktivitätenplänen, die aus demMasterplan Tourismus erwachsen, oder der Neuaufstellung der gewerblichen Tourismusförderung (siehe Seite 31). Die heftet sich die Nachhaltigkeit auf die Fahnen.

9 GEHspräche „Die Tourismusförderung ist dazu da, die Wettbewerbsfähigkeit der Hotellerie und Gastronomie zu stärken. Die Neuausrichtung soll innovative, zukunftsweisende Impulse setzen“, hält die Staatssekretärin fest. Eines der Ziele müsse sein, Österreich mit zu den nachhaltigsten Tourismusdestinationen Europas zu machen. Wer nicht spätestens jetzt Engagement beweist, liegt bald hoffnungslos zurück. Eine Verpflichtung des Tourismusstaatssekretariats sei, darauf zu achten, welche Initiativen auf demWeg sind und ob diese ausreichend sind. Richtige Schritte. Fachlich macht der Powerfrau niemand etwas vor. Das Mitte Juni vorgestellte Entlastungspaket sieht sie sehr wohlwollend, „vor allem die Abschaffung der kalten Progression und die Senkung der Lohnnebenkosten“ fallen unter das, was der Bundeskanzler als großen Wurf bezeichnet hatte. Details zu den konkreten Vorhaben waren zum Zeitpunkt des GEHsprächs noch offen. Die Lohnnebenkostensenkung ist mit 600 Millionen Euro budgetiert, angesichts der Dringlichkeit der Reform also kein umwerfendes Gesamtaufkommen. „Es ist ein Schritt in die richtige Richtung“, freut sich Susanne Kraus-Winkler dennoch über das Signal, dass mehr Netto vom Brutto rauskommen soll. Die Mitarbeiter:innenfrage ist ein weiteres ganz wichtiges Thema, das auf ihrer Agenda steht. Alle wissen, dass sich Angebot und Nachfrage deutlich in eine Richtung verschoben haben, alte Modelle funktionieren nicht mehr in gewohntem Maße. „De facto müssen wir verstehen, dass der Arbeitsmarkt in der klassischen Form, wie er bisher gelebt und gelernt war, nicht mehr existiert. Nun gilt es mit einem strategischen Zugang den Arbeitsmarkt neu zu denken und koordinierend aufzubereiten“, so Kraus-Winkler gegenüber hotel & touristik essenz. Das heißt, Maßnahmen mit Potenzial und Ziel festzuhalten, Zuständigkeiten zu definieren, Umsetzungserfolge zu prüfen und aufzuzeigen, wo mehr Einsatz vonnöten ist. Aktuell gibt es viele Einzelinitiativen, aber keine einheitliche Vision oder Koordination. Da muss sich die Branche am Schlafittchen nehmen und selbstkritisch hinterfragen, wie man zum Beispiel das Führungsverständnis als Arbeitgeber:in anders lebt („Onboarding beginnt lange vor dem Jobeintritt, schon beim ersten Gespräch!“). Auch Ideen wie eine aufbauende Kurzlehre oder Quereinsteigerausbildungsmodelle sind gefragt. „Wenn ich keine Mitarbeiter finde, dann stellen sich Luxusfragen nach anderen Optimierungen im Betrieb gar nicht erst. Hier sind auch die Unternehmen gefragt mit kreativen Ideen, umMitarbeiter zu werben“, weist Kraus-Winkler nochmals auf die Dringlichkeit hin, Arbeit neu zu denken. „Nun gilt es mit einem strategischen Zugang den Arbeitsmarkt neu zu denken und koordinierend aufzubereiten.“

10 GEHspräche Kaufmannsladen in der Küche. Einen 9-to-5-Job hatte die heute 67-Jährige noch nie in ihrem Leben. Die Liebe zum Tourismus wurde ihr in die Wiege gelegt. Sie stammt aus einer der ältesten, in Großenzersdorf ansässigen (Unternehmer-)Familien, die seit Generationen imMarchfeld Landwirtschaft, Gastronomie und Hotellerie betrieb. Ihr Vater Robert war Landwirt, Gastwirt und später Hotelier und leidenschaftlicher Standesvertreter, Gründer vieler noch heute bestehender Initiativen für den Tourismus. Sie und ihr Bruder Nikolaus halfen früh im Betrieb mit. „Mein Kaufmannsladen, mit demwir gerne gespielt haben, stand in der Küche unseres ‚Gasthofes zur Sonne‘ amHauptplatz von Großenzersdorf “, erinnert sich Kraus-Winkler. „AmNachmittag, ich erinnere mich noch genau, wurde ich bei der Mehlspeisköchin abgesetzt. Da haben wir mithelfen dürfen bei der Esterhazy-Schnitte.“ Mit ihren eigenen Kindern Dominique und Max hat sie es dann genauso gemacht: Wenn es keine Kinderbetreuung gab, nahmman sie in den Betrieb mit. Die Kinderbetreuung ist so einThema, wo es im Staate Österreich noch einiges voranzubringen gilt. Kraus-Winkler: „Da ziehen viele Pferde in verschiedene Richtungen. Es gibt zwar intensive Gespräche auf allen Ebenen und ich orte, dass alle wissen, wie dringlich die Thematik ist. Wir haben die politische Verantwortung, hier die nächsten Schritte zu setzen.“ Weil den Eltern Bildung sehr wichtig war, durfte sie das neusprachliche Gymnasium in St. Ursula in Wien besuchen. Ab 1974 studierte sie Betriebswirtschaft an der Wirtschaftsuniversität und arbeitete im „Hotel am Sachsengang“ und in der „Taverne“ mit. Später übernahm sie selbst die Leitung des Hotels und Restaurants, bis sie sich 1999 mit der Unterstützung ihres Ehemanns Michael Kraus – der ist geschäftsführender Gesellschafter von Donau-Finanz – entschloss, eigene Wege zu gehen. Sie wurde Geschäftsführerin des „Hotels City Club Vienna“ in Vösendorf und gründete ein Tourismusberatungsunternehmen mit, sowie die LoisiumGruppe mit Standorten in Langenlois und Ehrenhausen. An der Harry’s Home-HotelGruppe ist sie beteiligt. Das jüngste Loisum in der Champagne eröffnet im August. „In dieses Projekt war ich noch sehr intensiv involviert, der Abschluss ist sich gerade vor meiner politischen Tätigkeit ausgegangen“, lacht Susanne Kraus-Winkler, die sich für unsere Fotografin neu positioniert. Auch dabei kommt es auf Details an, Kleid und Blazer sollen perfekt sitzen – Kraus-Winkler bewies wie immer ein gutes Auge für Mode –, eine Haarsträhne soll das Gesicht nicht verdecken. „Das Fotografieren ist ja wie bei einer Reitstunde. Am Ende hat man so viele Befehle im Kopf, dass man sich nicht mehr

GEHspräche Das ist die Staatssekretärin Susanne Kraus-Winkler (geboren am 26. April 1955 inWien) ist seit dem 11. Mai 2022 Staatssekretärin für Tourismus in der Bundesregierung Nehammer. Sie entstammt einer renommierten Gastgeberfamilie in Großenzersdorf (NÖ), besuchte das Gymnasium St. Ursula in Wien und studierte Betriebswirtschaft an der WU. Sie leitete den elterlichen Betrieb, das „Hotel am Sachsengang“, war Geschäftsführerin des „Hotels City Club Vienna“ in Vösendorf und gründete einTourismusberatungsunternehmen. Sie war Gründungsgesellschafterin der „LoisiumWine & Spa Hotels“ und ist Aktionärin der „Harry’s Home“ Hotel-Gruppe. Sie vertrat bis 2018 als Präsidentin der Hotrec, dem Europäischem Dachverband der Hotellerie und Gastronomie, die Branche auf EU-Ebene. Bis Mai 2022 war sie als Obfrau des Fachverbands Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich. Susanne Kraus-Winkler ist verheiratet, Mutter zweier Kinder und einer angeheiratetenTochter und ist Mitglied im Wirtschaftsbund.

12 GEHspräche Kurz gefragt Susanne Kraus-Winkler Ein guter Tag beginnt mit …? Einem Blick auf meine Rosen in meinem Garten und einem guten Kaffee mit meinem Mann. An einem guten Hotel schätze ich …? Die Liebenswürdigkeit und Freundlichkeit der Mitarbeiter. Am liebsten esse ich …? Ich bin eine Liebhaberin von Wiener Schnitzel und Schweinsbraten, den ich selber sehr gerne mache. Das letzte Buch, das ich gelesen habe, war …? Die täglichen Gesetze des Erfolgs von Robert Greene. Als schönste Stadt derWelt empfinde ich …? Ich fühle mich in Wien sehr geborgen. Ich bin als Europäerin auch sehr stolz auf viele prachtvolle europäische Städte wie Florenz und Paris. Ein politisches Vorbild ist für mich …? Das kann ich nicht unmittelbar beantworten, weil ich vorher nicht in der Politik war. Wen ich immer als sehr klug, mutig und intellektuell in der Politik empfunden habe, ist Wolfgang Schüssel. Susanne KrausWinkler ist überzeugt, dass Österreichs Tourismus den Weg des Qualitätsangebots weitergehen muss.

Alles Gute, Grünes Herz! © Steiermark Tourismus | Tom Lamm www.steiermark.com/gruenes-herz traut sich instinktiv zu bewegen“, scherzt sie. Schlussendlich erledigt sie auch diesen Job hochprofessionell. Eigene Wege finden. Obwohl Jahrgang 1955, ist sie seit vielen Jahren sehr technikaffin, kann sich für digitale Lösungen wie Speisekarten und Spa-Menüs am iPad begeistern. Sie ist nicht zuletzt deshalb der Überzeugung, dass der Tourismus durch den Einsatz von gezielter Digitalisierung stärker werden kann. „Unsere herzliche Gastfreundschaft gepaart mit wunderbarer Landschaft und Kulturangeboten macht den Tourismusstandort Österreich aus. Die Digitalisierung kann – bei richtigem Einsatz – gerade in diesem Bereich zur Steigerung der Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit führen.“ Das einheitlich digitale Gästeblatt für ganz Österreich will sie als Nächstes finalisieren – wenn die Hürden des Systems es zulassen. Dass sie imMinisterium von Martin Kocher angesiedelt ist, der nicht nur familiär bedingt – sein Vater Edi war langjähriger Direktor des Tourismusverbandes AltenmarktZauchensee – etwas vomTourismus versteht, sondern auch die Arbeitsmarktagenden überhat, sieht sie als Vorteil. Kritiker:innen, die bei ihrer Bestellung meinten, als Hotellerie-Interessenvertreterin müsse sie erst lernen, weitere Branchenbereiche zu vertreten, nimmt sie denWind aus den Segeln. „Erstens, ich bin ‚auch‘ eine Hotelière! Ich habe lange und intensiv in der Tourismusberatung gearbeitet, wo es um den gesamten Tourismus ging. Ich war immer schon in der Gesamtkoordination aller touristischen Player involviert“, so die erfahrene Managerin, die weiß, wie man sich schnell an neue Situationen anpasst und Strukturen verinnerlicht. Mit der Angelobung zur Staatssekretärin hat sie alle Geschäftsführungen und Aufsichtsratsmandate niedergelegt. Und natürlich auch ihre Funktion als Obfrau des Fachverbands der Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich, die sie seit 2018 innehatte. Zur Interessenvertreterin wurde sie schon Mitte der 1990er Jahre in der WKNÖ. Dem europäischen Dachverband des Gaststättenwesens Hotrec – Hotels, Restaurants & Cafés in Europa stand sie von 2015 bis 2018 als Präsidentin vor. Diese „politische“ Erfahrung kommt ihr gepaart mit der Expertise imTourismus in der neuen Rolle zugute. Vergangenheit und Zukunft. Ebenso vorteilhaft ist ihre prägnante Eloquenz, mit der sie gerade während der Pandemie in vielen öffentlichen Auftritten auffiel. In der Kritik mancher Regierungsmaßnahmen hat sie sich da nie ein Blatt vor den Mund genommen. Bei steigenden Fallzahlen und im Angesicht einer Sommerwelle und der Sorge vor einemweiteren großen Coronacomeback imHerbst ist die Politik gefragt, frühzeitig richtige Antworten zu finden. Neuerliche Lockdowns sollen das nicht mehr sein, ist der Wunsch der Wirtschaft und großer Teile der Bevölkerung. „Es ist allen bewusst, dass ein Lockdown nur ein allerletztes Notmittel sein kann“, weiß KrausWinkler. Man habe gelernt, dass Länder wie die Schweiz oder Schweden, die nur partielle Einschränkungen setzten, mindestens gleich gut durch die Krise kamen. „Das Überschießende, glaube ich, gehört der Vergangenheit an.“ Die Erfahrungen aus der Praxis und Interessenvertretung bringe sie daher permanent in Gesprächen mit den Kolleg:innen der Regierung ein. Es braucht Kontinuität bei den Entscheidungen und Maßnahmen, kein undurchschaubares Vor und Zurück. Es ist ein anderer Umgang mit Covid nötig und möglich, weil man Präventionsmaßnahmen gelernt hat. Obwohl sie ihre Hunde, ihr Pferd und ihre Rosen liebt, soll das nicht der alleinige Zeitvertreib für ein Leben nach der Politik sein. „Mein Know-how, mein Netzwerk, meine Kontakte – das möchte ich dann schon wieder wo einbringen“, sagt Kraus-Winkler und hofft, dass dieser Wunsch ebenso in Erfüllung geht wie der Vorsatz, Familie und Freunde nicht zu vernachlässigen. 

Ein Land in Bewegung Authentizität und ehrliche Gastgeberschaft Von Nadine Vejnoska In Oberösterreich lässt man sich in die Töpfe schauen und zeigt, wie echte Begeisterung für die Region, ihre Natur und Kulinarik funktioniert. Was eigentlich nichts Neues ist, denn das macht man dort schon „ewig“ so. © Oberoesterreich Tourismus GmbH/Moritz Ablinger, Nationalpark Kalkalpen/St. Leitner, Oberösterreich Tourismus/Mühlviertler Alm Freistadt/Moritz Ablinger, Julia Losbichler aka pajolie, Oberösterreich Tourismus/Matthias Heschl

15 Oberösterreich Konzepte wie Slow-Food, nose-to-tail oder sanfter Tourismus sind für die Oberösterreicher:innen weniger innovative Trends als vielmehr neue Bezeichnungen für alte Traditionen. Was andere Destinationen erst neu entdecken, ist hierzulande seit langem gelebter Alltag. Das Wissen um ehrliche Gastfreundschaft, die Wertschätzung der Natur und ihrer Lebensmittel ist authentisch, weil ursprünglich. „Da braucht es keinen Tourismusverband, der sagt, wo es langgeht – das kommt von innen“, erzählt Markus „Maks“ Obermüller, Geschäftsführer Mühlviertler Hochland über die herzliche Bodenständigkeit der regionalen Protagonist:innen. Die Herausforderung liegt viel eher darin, die Botschaft an die Gäste weiterzugeben. Denn die Oberösterreicher:innen verstehen ihre Region nicht als klassische Tourismusregion, sehen ihre Art und Weise als nichts Besonderes. Und genau das macht es ja so charmant. Denn die Tourismusgesinnung ist eindeutig da: Freundlichkeit, Authentizität und Hilfsbereitschaft werden großgeschrieben und machen die Kunst der Gastgeber:innenschaft aus. „Aber es muss für uns auch passen“, betont Obermüller. „Wir möchten Leute zu Besuch haben, die unsere Produkte so wertschätzen, wie wir selbst.“ Da kann es dann schon einmal heißen: „Mehr Werbung mach’ ma ned, die Gäste kommen eh“. Die große Gelassenheit der Bevölkerung bereitet mit Blick auf die Tourismusentwicklung aber keine Sorgen. Zeit und Raum für sich und die Natur zu haben, sich auch einmal im Augenblick verlieren und schweigend den Sonnenuntergang vom Seeufer mit einemGlas Wein, Most oder Bier in der Hand zu genießen – das ist das große Plus, besonders imMühlviertler Hochland. Man will nicht überrannt werden und handelt auch dementsprechend. Heißt aber nicht, dass das Angebot schlecht aufgestellt wäre, imGegenteil. Am Ursprung. In Oberösterreich beeindrucken nicht einige wenige, große landschaftliche Highlights, sondern vielmehr die Kulturlandschaft an sich mit seiner sanften Hügelwelt, der Abwechslung zwischen Wiesen und Wäldern sowie den natürlichen Granitformationen. Ohne auf einer Höhe von 3.000 Metern zu sein, genießt man von vielerorts einen Panoramablick, kann vomMühlviertler Sternstein hinunterschauen, den Dachstein in der Ferne erblicken und auch den Ötscher hervorlugen sehen. Kneippbäder entlang der vielen Wanderwege laden zum Halten ein und eine Hängematte mitten imWald sorgt für ganz bewusste Ruheplätze. Aber auch Landschaften, die Jahrhunderte überdauert haben und in denen man sich ganz klein vorkommt, gibt es noch. Die faszinierende Wildnis des Nationalparks Kalkalpen lässt sich gut auf eigene Faust erkunden. Oder Ranger führen zu den schönsten Plätzen und folgen der Fährte des Luchses, beobachten Rotwild oder ziehen mit Schneeschuhen ihre Spuren durch den märchenhaften Winterwald. Mehrtagestouren auf dem Luchs Trail oder Mountainbiken auf der Trans Nationalpark – eine Strecke perfekt für E-Biker und konditionsstarke Mountainbiker – geben Möglichkeit, die Natur in seiner ursprünglichsten Form zu erleben. Und auf dem Johannesweg in der Region Mühlviertler Alm Freistadt steht ein vorbildlich achtsamer Umgang mit der Natur imMittelpunkt. Die 84 Kilometer können mit zwölf Stationen an drei oder vier Tagen erwandert werden. „Unser Land kann mit vielfältigen Möglichkeiten für Sport und Erholung in der Natur und mit einer Fülle an hochwertigen touristischen Angeboten vom Kultursommer bis zum kulinarischen Hochgenuss punkten“, ist Andreas Winkelhofer, Geschäftsführer des Oberösterreich Tourismus, überzeugt. Und was passt besser ins Angebot als eine Kombination der größten Highlights der Regionen. Radfahren für Genießer. Radfahren gehört in Oberösterreich einfach dazu, genauso wie die Kulinarik, die zumTeil noch unterschätzt wird. Die Verbindung beider zentraler Elemente imTourismus mündete schließlich in der Entwickung der Genuss-Radreisen und kulinarischen Entdeckertouren, die in ganz Oberösterreich den Urlaub mit dem Sahnehäubchen für Genießer krönen. 15 neue Genuss-Radrundrouten an der Donau bieten zudem Einblicke bei Handwerksbetrieben, Die Natur kann man in Oberösterreich sehr informativ und auch sehr persönlich erleben. Podcast aus dem Mühlviertel Jeden Mittwoch erscheint eine neue Folge des Hoch.Genuss-Podcasts. Markus Obermüller stellt darin Gastwirt:innen und Produzent:innen aus der Region sowie kulturelle Initiativen vor. Geplant sind derzeit rund 30 Folgen. Zu hören auf allen gängigen Plattformen und überall, wo es Podcasts gibt sowie unter www.hochgenuss.at

16 Oberösterreich Küchenchef:innen, Produzent:innen und Direktvermarkter:innen. Die Bio-Entdeckertouren in der Bioregion Mühlviertel kombinieren die sportliche Aktivität mit kulinarischen Zwischenstopps. „Egal, ob beim Wandern oder Radfahren, beim Städteurlaub oder auf Geschäftsreise, beimGesundheits- undWellness-Aufenthalt oder beimWintersport – die Kulinarik bereichert jedes Erlebnis“, präzisiert Winkelhofer die Strategie im Land. In vier Tagen bieten zum Beispiel die 200 Kilometer langen Bio-Entdeckertouren imNorden des Landes zahlreiche Möglichkeiten, die regional erzeugten Bio-Lebensmittel bei Schaubetrieben genussvoll zu erleben, so etwa in der Biobäckerei Mauracher, in der Käserei Langzwettl, bei der Bergkräutergenossenschaft in Hirschbach, in der Braucommune Freistadt oder in der Biobrennerei Dambachler in Gutau. Die Produkte, die Gäste amMorgen beim Frühstücksbuffet konsumieren, können sie amNachmittag bei den Produzent:innen erleben und die Geschichten rund um die Menschen dahinter und deren Leidenschaft für ihr Handwerk kennenlernen. „Wir schaffen kulinarische Reiseerlebnisse und ermöglichen echte, ehrliche Begegnungen“, skizziert Andreas Winkelhofer das vielfältige Angebot, das von Mostradeln in der Vitalwelt Bad Schallerbach, einem Schmakerl-Ritt imHausruckwald bis zur kulinarischen Roas mit dem E-Bike breit aufgestellt ist. Der Blick auf die nachhaltige Verbindung der Themen Naturerlebnis, Bewegung und Genießen in Kombination mit einer regionalenWertschöpfung für die Bevölkerung überzeugt. Winkelhofer: „Durch spezielle Reiseangebote ermöglichen wir unseren Gästen einen tiefen Einblick in das Leben am Land bzw. der Natur, amHerd und in den Bergen. Durch Innovationsgeist und Kreativität können neue Angebote und Produkte entstehen. Unsere Kulinarikstrategie ist dafür ein Impulsgeber und ein fruchtbarer Nährboden für neue Initiativen, die Qualität, Regionalität und Kooperationsgeist in den Vordergrund stellen.“ Zamarbeiten, zamhelfen. Es gibt keine:n Wirt:in ohne Landwirt:in – und umgekehrt gilt dasselbe, weshalb die oberösterreichische Tourismusentwicklung nicht ohne die Einbindung der regionalen Bevölkerung gedacht werden kann. Die regionalen Erzeuger:innen stehen somit in enger Kooperation mit den Tourismusverbänden. Die Initiative „Mühlviertler Hoch.Genuss“ vernetzt beispielsweise sechs Gemeinden, 22 Hotellerie- und Gastronomiebetriebe und mittlerweile mehr als 70 regionale Produzent:innen. Die Kriterien für Partner sind streng – für die Mühlviertler:innen aber nichts Neues. So dürfen nur typisch regionale Gerichte aus demMühlviertel bzw. Oberösterreich verwendet werden, es müssen mindestens zwei Biere, Edelbrände, Most oder Säfte aus der Region in der Speisekarte aufgeführt sein „und das alles am besten biozertifiziert“, so Markus Obermüller, der die BioRegion-Kriterien mit dieser Initiative noch erweiterte. Wobei die Qualität des Urprodukts oberster Maßstab bleibt. Man ist sich also bereits länger bewusst, welch wichtigen Stellenwert die Kulinarik und ihre Produzent:innen im Land einnehmen und hat sich daher in ganz Oberösterreich im „kulinarischen Manifest“ der Genuss-Allianz zur branchenübergreifenden Zusammenarbeit bekannt. Es bietet sich also an, nach einem Besuch imGasthaus oder Restaurant noch bei nahegelegenen Kunsthandwerker:innen, Lederhosenerzeuger:innen oder in der Trachtenstube vorbeizuschauen. Der genussvolle Horizont reicht in Oberösterreich weit über den Rand des Tellers hinaus. „Wir wollen mit unserer Kulinarik-Strategie Appetit auf Oberösterreich machen“, sieht Andreas Winkelhofer die Hauptaufgabe des einheitlichen Auftritts unter der Klammer „hungrig auf echt“. „Wir lassen uns ehrlich in die Töpfe schauen – diese Botschaft wollen wir bis 2025 fest im lokalen und am touristischen Markt verankern.“ Begegnungen amUrsprung sowie den echten und authentischen Geschmack Oberösterreichs und sein unverwechselbares kulinarisches Profil möchte man vermitteln und mit der Begeisterung für die Region und ihre Natur verbinden. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in einem ausgezeichneten Qualitätssicherungssystem. Denn Regionalität alleine ist noch kein Qualitätsmerkmal. Das Verständnis für die natürlichen Kreisläufe und die Wertigkeit von Lebensmitteln sind wichtig und das möchte man den Gästen auch zeigen. Rad- & Genuss- Highlights in OÖ • 16. bis 25. Juli: Salzkammergut Mountainbike Trophy • 08. bis 14. August: Race Around Austria • 26. August bis 10. September 2022: Da Genuss-Ziaga in Linz • 01. bis 30. September: Moving Mountains Frauen Outdoor Sommer • 03. September: Granitbeißer Mountainbike-Marathon • 16. bis 17. September 2022: Voi Guad Genussfestival in Wels • 17. September: ASVÖ King of the Lake • Herbst 2022: Genussherbst in der Region Attersee-Attergau • März 2023: Innviertler Biermärz in der Bierregion Innviertel • 24. März bis 01. Mai 2023: FELIX, das Wirtshausfestival in der Region Traunsee-Almtal • 07. bis 18. Juni 2023: TAVOLATA, das Kulinarik Festival in Steyr und der Nationalpark Region Das Rad verknüpft auf besonders nachhaltige Art und Weise Land, Kultur, Kulinarik und Menschen.

17 Oberösterreich Einkaufen direkt ab Hof, über Selbstbedienungsläden oder -hütten und neuerdings auch bei Automaten ist in Oberösterreich keine Seltenheit, generiert Wertschöpfung in der Region und Wertschätzung für die Landwirt:innen und ihre Produkte. 365 Tage Oberösterreich am Teller. In keinem anderen Bundesland stehen das gesamte Jahr über regional produzierte, hochwertige landwirtschaftliche Produkte zur Verfügung. Gemüse und Obst über Getreide bis zu Milchprodukten, Fleisch, und Getränke wie Wein, Bier und Most kommen hier im kulinarischen Jahresreigen Oberösterreich pur vom Feld auf den Teller. Dazu beeindruckt eine lebendige Wirtshauskultur sowie Spitzenköche wie Drei-Hauben-Koch Klemens Schraml und sein Restaurant „Rau nature based cuisine“. AmRande des Nationalparks gelegen, bringt er die wilde Natur außergewöhnlich kreativ auf den Teller. Dass Oberösterreich schmeckt und begeistert, konnten die Wiener:innen unlängst bei der „Sommerfrische“ imKursalon im Stadtpark bei einem abwechslungsreichen Erlebnisprogramm aus Tourismus, Sport und Kultur testen. Mit dem Bio-Entdecker-Picknickkorb, samt Decke, Tragetasche und Voucherheft, gab es bei gut 70 heimischen Aussteller:innen allerlei Schmankerl zu probieren. Der Picknick-Korb bildete quasi das Pendant zu den Bio-Entdecker-Radtouren imMühlviertel. Und mit Bündelung der kulinarischen Veranstaltungen in der heimischen Region hat man mit „Tavolata“ ein völlig neues Erlebnis geschaffen. Das Genuss-Festival präsentierte im Juni in Steyr und der Nationalpark-Region als weiterer Höhepunkt des kulinarischen Jahresreigens vom fidelenWirtefest und Bschoad-Binkerl-Spezialitätenmarkt über einen Gourmetbrunch bis zum Fine Dining ein fantastisches und fröhlich ausgelassenes Fest für alle. Die Spitzenköche Max Rahofer, Klemens Schraml sowie Lukas Kapeller spannten gemeinsammit denWirt:innen, Bäuer:innen und Manufakturen den Bogen von moderner Küche zu traditionellemAmbiente. Aufgrund des großen Erfolgs ist eine Neuauflage für 2023 bereits fixiert. Grenzgänger. Ein durchgehend durchdachter Tourismus also, der gekonnt und seit jeher Kulinarik mit Erlebnissen in der Natur verbindet. Somit stehen das gesamte Jahr über Aktivitäten bereit, auch grenzüberschreitend ganz nach demMotto „schau’n und luagn“. Denn der Gast interessiert sich nicht für regionales und nationales Zaungezänk und blickt gern in anliegende Regionen, nach Tschechien und Deutschland und die angrenzenden Bundesländer. Dass dahinter kulinarisch viel Potenzial steckt, ist erst in den wenigsten Köpfen angekommen. „Die verbandsübergreifende Zusammenarbeit zwischen den Tourismusregionen, auch über die Landesgrenzen hinweg, muss weiter forciert werden“, so Markus Obermüller. Die Betriebe und Produzenten in Oberösterreich harmonieren dennoch gut miteinander, die Verbundenheit mit dem Ort und der Region ist das Um und Auf. Der Anreiz, dass die Tourismusgrenzen am Ende des Tages keine Rolle mehr spielen werden – „und der kommt hoffentlich bald“ –, bleibt erklärtes Ziel und großer Traum zugleich. Denn: „Ich seh’ mich manchmal weniger als Touristiker, sondern vielmehr als regionaler Netzwerker.“ Was die Landschaft auf natürliche Weise nicht trennt, bleibt trotz der Grenzen verbunden.  Klemens Schraml holt in seinem Restaurant „Rau nature based cuisine“ – der Name verrät es – die vielfältige Natur Oberösterreichs auf die Teller.

© Flughafen Wien „Ein Lokal mehr oder weniger verändert mein Leben nicht.“

19 Bilderbuchkarriere Zwischen St. Veit an der Glan und Hollywood liegen ein riesiger Ozean und von Ost bis West sehr viel Amerika, für den guten Geschmack Österreichs sind „läppische“ 9.850 Kilometer aber keine Distanz. Die Erwartungshaltung an die Küche im neuen „Wolfgang Puck Kitchen & Bar“ am Flughafen Wien ist fast so groß wie die Aufregung, Österreichs wohl berühmtesten Koch in Echt zu treffen. Und wir werden nicht enttäuscht. Das Essen – in unserem Fall ist’s mit dem Chinois Chicken Salad eines der Puck’schen Signature Dishes – schmeckt einfach hervorragend, wie das Interview ein überaus kurzweiliges, humorvolles und sehr ehrliches sein wird. Mit einemMann, der nicht nur ein Michelin-gekrönter Spitzenkoch, sondern mit Hollywoods Berühmtheiten – allen voran Oscar – auf Du und Du und dabei längst selbst ein Star mit eigenem Stern amHollywood Walk of Fame ist. Mit einem herzlichen Servus, strahlendem Lächeln und der Bemerkung, dass er einen Deutschkurs machen sollte, um sein nicht mehr ganz „einwandfreies“ Deutsch aufzupolieren, beginnt ein Gespräch, in demGeschmack und Essen die Hauptrolle spielen. Wie eben auch im Leben von Wolfgang Puck, denn: „Essen, ob vegan, vegetarisch, chinesisch, mexikanisch oder österreichisch, es muss gut schmecken. Und zwar so gut, dass man immer wieder kommen möchte.“ Dass das Wolfgang Puck Kitchen & Bar bereits nach drei Monaten Betrieb auf eine beachtliche Stammklientel verweisen kann, wie der stellvertretende Restaurantleiter stolz berichtet, scheint diese simple und doch ziemlich schwierig in die Praxis umzusetzende Theorie zu bestätigen. Wolfgang Puck, so prominent und angesehen er auch ist, ist dennoch alles andere als ein kochlöffelschwingender Showman und neumodischer kochender Entertainer, auch kulinarisches Chichi ist nicht seine Sache. Was aber nicht bedeutet, dass den Puck’schen Gerichten Fantasie und Einfallsreichtum fehlen. Im Gegenteil, seine Signature Dishes wie seine berühmte SmokedSalmon-Pizza mit Kaviar sind besondere Kreationen und kommen dennoch ohne „Badeschaumhauberl“ und „brennender Schweißnaht“ aus. Weil, wie er sagt, es nicht darum geht „wie gut ich koche, es geht auch nicht ummeine Befindlichkeiten, sondern einzig darum, dass die Gäste zufrieden und glücklich sind. Denn wir kochen nur für unsere Gäste.“ Für ihn selbst ist stundenlanges Sitzen im besten Restaurant und zwölf Gänge bis weit nach Mitternacht zu essen einfach too much. Wovon manch befreundeter Koch wohl die eine oder andere Schnurre zu berichten weiß, wie er lachend anmerkt. Essen muss Wohlfühlen auslösen. Das ist für Wolfgang Puck auch die wesentliche Rolle der Spitzengastronomie, weil Kreativität alleine wenig Sinn hat, wenn’s demGast nicht schmeckt. „Warumwird immer gesagt, dass das Essen von der Mama so gut ist. Weil es mit Liebe zubereitet ist, das schmeckt man auch. Viele verschiedene Ingredienzen bunt zusammenzumischen, sodass am Ende nicht mehr erkennbar ist, was man isst, hat keinen Witz. Daher sage ich meinen Köchen auch stets, dass weniger besser, weil am Teller sehr viel mehr ist. Je älter ich werde, umso einfachere Gerichte möchte ich“, sagt er und der Kärntner Dialekt mischt sich melodiös in sein Arnie-Österreichisch, denn – gutes Deutsch hin oder her – den Bezug zu seiner Kärntner Heimat und zu Österreich hat Wolfgang Puck über die vielen Jahre in der neuen Welt nicht verloren. In die kehrt er mit der Eröffnung seines Restaurants am Vienna International Airport, das das gastronomische Angebot am Flughafen veritabel aufwertet und auch ein Aushängeschild für das kulinarische Österreich ist, nun ein Stück weit zurück. Warum gerade jetzt in diesen unruhigen Zeiten und warumWiens Flughafen fürs erste Wolfgang-Puck-Restaurant in Österreich, wollen wir von demMann wissen, der vomMichelin-gekrönten Spago bis zu gehobener Fast-Food-Küche von Japan bis Singapur und Bahrain mehr als 100 Restaurants eröffnet hat und heute Arbeitgeber für mehr als 5.000 Menschen ist. Schließlich muss die Gastronomie auf Flughäfen für eine breit gestreute Zielgruppe gänzlich anderen Maßstäben als in der schicken Stadt-Gastronomie folgen. Menschen auf Flughäfen haben wenig Zeit und wollen schnell und unkompliziert essen. Die Antwort ist simpel: Tritt man an Wolfgang Puck mit realistischen Möglichkeiten, passendemOrt und Location sowie dem richtigen gastronomischem Partner heran, und er befindet alles für gut, wird’s gemacht. Jedoch, betont Puck „ich gehe nicht offensiv nach Wien oder sonst wohin und kontaktiere dann einen Immobilienmakler, nur weil ich ein Lokal eröffnen will. Denn ein Lokal mehr Die Welt gehört dem Genuss „Essen muss gut schmecken, so einfach ist das!“ Von Brigitte Charwat Wolfgang Puck lebt die Leidenschaft für gutes Essen auch nach erfolgreichen 40 Jahren in der Glitzer-Glamour-Welt von Beverly Hills zwischen Michelin-Sternen, Oscarverleihungen und einem riesigen Firmenimperiummit vollem Einsatz. Genau das tut Österreichs wohl prominentester Gastronomieprofi nun auch in seiner alten Heimat.

20 Bilderbuchkarriere oder weniger verändert mein Leben nicht. Wichtig ist, stets mit den richtigen Menschen zusammenzuarbeitet.“ In Budapest, wo Puck im vergangenen Jahr im neuen Hotel Matild ein Lokal eröffnete, kennt er den Hotelbesitzer durch die Istanbuler Niederlassung sehr gut. Daraus resultiert eine großartige Zusammenarbeit, wie er betont, weil man ihn nach seinen Vorstellungen einfach tun lässt. Ähnlich wie jetzt in Wien, wo Wolfgang Puck mit Select Service Partner (SSP) auch über einen international agierenden renommierten Verkehrsgastronomen verfügt, der sich nicht in sein Kochhandwerk einmischt. Aber als finanzkräftiger Partner das Risiko trägt und dafür sorgt, dass es für beide Seiten kein kurzes Abenteuer, sondern eine stabile und langfristige Zusammenarbeit wird. Für Wolfgang Puck, der beste Kulinarik und eine Weltbrand einbringt, einen Win-win Situation für beide. Sicher wird es auch Kritik geben, da macht sich Puck nichts vor: „Manche werden sagen, jetzt macht sich der Puck am Flughafen Wien wichtig. Aber man muss nicht alles hören. Kritik gehört zum Leben dazu. Viele kommen bereits mit vorgefasster Meinung und negativer Einstellung. Liegt dann die Gabel vielleicht nicht ganz gerade oder passiert der kleinste Fehler, ist es die größte Genugtuung. Für uns aber ist nur wichtig, dass die Gäste zufrieden sind, das Essen schmeckt und sie sich wohlfühlen.“ Österreich fühlt sich gut an. Ganz zufällig ist das Wiener Lokal allerdings nicht passiert, denn Bruder Klaus – er ist Präsident und COO der Wolfgang Puck Worldwide Incorporated und damit Chef aller Lokale – führte bereits vor vier Jahren erste Gespräche. Bis allerdings alles gepasst hat, hat es gedauert. „Ich habe anfangs ein wenig gebremst“, erzählt Wolfgang Puck, der eigentlich nicht auf einen Flughafen wollte. Zudem gab es damals Überlegungen, im Bristol in der Wiener Innenstadt ein Lokal zu eröffnen. Daraus wurde aber nichts. „Vor zwei Jahren und damit noch vor der Pandemie kam dann Klaus und sagte, dass es in Wien eine Location gibt, die gut passen würde. Okay, machen wir, hab ich gesagt und jetzt sind wir hier.“ Und das fühlt sich sehr gut an, betont er, denn er kommt immer gerne und jetzt auch wieder öfter nach Österreich. Was möglicherweise auch ein bisschen eine Heimkehr, vielleicht sogar verbunden mit noch ein paar weiteren Lokalen in Europa, ist. Denkt Wolfgang Puck etwa ans Aufhören? „No, no, no, aber heute kann man doch von überall arbeiten. Wir haben bereits ein Lokal in London, Budapest und jetzt auch am Flughafen Wien, aber auch in Bahrain, Katar und auch in Saudi-Arabien werden wir eröffnen. Es könnte also durchaus sein, dass ich künftig halbe-halbe mache und einen Teil des Jahres irgendwo in Mitteleuropa – in Österreich, Italien oder Frankreich – lebe und die andere Hälfte in Amerika. Eine schöne Zielsetzung für die goldenen Jahre, wir haben allerdings noch eine letzte Frage: Wäre Österreich früher an Wolfgang Puck herangetreten, wäre er dann längst back in good old Austria? Es ist ein klares Ja, verbunden mit der spitzbübischen Antwort, dass er vielleicht sogar in Österreich geblieben wäre. Aber wer weiß, schließlich hat Wiens Altbürgermeister Michael Häupl – ein langjähriger Freund – im Zuge der Eröffnung des Wolfgang Puck Kitchen & Bar coram publico betont, dass Wolfgang Puck in die City gehört und man werde nach einer Location schauen. Wer weiß also, was noch kommt …  Gastrotipp: Wolfgang Puck Kitchen & Bar Das „Wolfgang Puck Kitchen & Bar“ am Flughafen Wien ist das neue FlagshipRestaurant im rd. 2.500 Restaurants umfassenden Portfolio des international agierenden Verkehrsgastronomieunternehmens Select Service Partner (SSP). Bis 2023 soll ein Nettoumsatz von weit über 4 Mio. Euro erwirtschaftet werden, der aktuelle Tagesumsatz wird zwischen 10.000 und 12.000 Euro kalkuliert. Das Lokal ist täglich von 5 bis 22 Uhr geöffnet. Bis 31. Dezember 2022 sind drei Stunden Parken ab einer Konsumation von 20 Euro – auch ohne Abflug oder Ankunft am Flughafen Wien – inkludiert. www.viennaairport.com/wolfgang-puck Das Speisenangebot im Restaurant reicht vom klassischen Wiener Frühstück und Klassikern der österreichischen Küche bis zu den Wolfgang Puck Signature Dishes Tatar vom Gelbflossen-Thunfisch, Chinoissalat, der weltberühmten Räucherlachspizza und dem WP Burger.

Das österreichische Familienunternehmen steht mit dem besten Team für persönliches Service und echte Verlässlichkeit – seit über 190 Jahren. KASTNER ist der Österreicher im Gastro-Großhandel! Testen Sie uns an 7 Standorten. www.kastner.at – Einer für alles. KR Christof Kastner Wir haben mehr auf dem Kastner. Testen Sie uns. Puck und sein Gastro-Imperium Wolfgang Puck wurde am 8. Juli 1949 in St. Veit a. d. Glan in Kärnten geboren und erlernte das Kochhandwerk von seiner Mutter, die Patissière war. Nach lehrreichen Jahren bei namhaften Größen wie Raymond Thuilier im L’Oustau de Baumanière in Les Baux-de-Provence, im Hotel de Paris in Monaco und im Maxim’s Paris führte ihn sein Weg 1973 in die Vereinigten Staaten, wo er 1982 mit der Eröffnung des Restaurants Spago – längst als eines der 40 besten Restaurants in den USA anerkannt – den Grundstein für ein Imperium legte, das heute auf mehr als 100 Gourmet- und hochwertigeren Fast-Food Restaurants, Premium-Catering-Dienstleistungen, lizenzierten Küchen- und Lebensmittelprodukten sowie Kochbüchern uvm. fußt. Seit 1999 ist Wolfgang Puck amerikanischer Staatsbürger und besitzt seit 2017 einen Stern am berühmten Hollywood Walk of Fame (6801 Hollywood Boulevard). Die drei Geschäftsbereiche Wolfgang Puck Fine Dining Group, Wolfgang Puck Worldwide Inc. und Wolfgang Puck Catering erwirtschaften einen Jahresumsatz in der Höhe von rd. 450 Mio. Dollar und sind Arbeitsplatz für mehr als 5.000 Menschen. Der Starkoch und die Journalistin: Wolfgang Puck präsentierte sich gegenüber Brigitte Charwat als bodenständiger Gesprächspartner.

22 Die neue Mobilität E-Mobilität in Fahrt Der Trend ist unumkehrbar, auch weil der gesellschaftliche Druck immer größer wird. Das Ende der Verbrennungsmotoren im Individualverkehr ist eingeläutet. Gastgeber:innen sollten das als Chance sehen. Die Hoteliervereinigung schrieb schon in ihrem vor zwei Jahren veröffentlichen Leitfaden „E-Ladestationen in der Hotellerie“, dass die Elektromobilität für die Hotellerie „durchaus als Chance gesehen werden kann und mit der man sich zumindest auseinandersetzen sollte“. Heute stellt sich die Frage gar nicht mehr: Jeder Betrieb, der mit eigenem Fahrzeug anreisende Gäste begrüßt und sich mit demThema Elektromobilität noch nicht beschäftigt hat, hat mit einem steigenden Lösungsdruck zu kämpfen. Ein Blick auf die Fakten: Im Vorjahr wurden in Österreich rund 150.000 Benzin- und Diesel-Pkw verkauft und bereits 33.400 Elektrofahrzeuge und 56.600 Hybride (solche mit Wasserstoff-Brennzelle schaffen es nur knapp in den zweistelligen Bereich). Das waren um ein Viertel mehr Elektro-Pkw als im Jahr davor. Die EU ist zudem drauf und dran, den Pkw-Verbrennungsmotor zu beerdigen, ab 2035 sollen keine neuen Benziner und Diesel mehr verkauft werden. Die Union hinkt mit ihrem Beschluss sogar zahlreichen Autoherstellern hinterher, die bis Ende des Jahrzehnts den Ausstieg planen. Imweltweit größten Motorenwerk der BMWGroup in Steyr entstehen in Österreich auch entscheidende Konzepte im Bereich Elektromobilität. Hotels als Vorreiter. Best Western etwa wirbt damit, dass rund 70 Prozent aller Hotels der Gruppe in der Region Central Europe, das sind mehr als 180 Hotels, eine E-Ladestation im Umkreis von maximal fünf Kilometern vorweisen können. „Viele unserer Hotels haben den Trend E-Mobilität früh erkannt, bieten den Gästen dieses Extra an Service und verschaffen sich dadurch einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenten ohne Ladestationen“, hält Marcus Smola, Geschäftsführer BWH Hotel Group Central Europe, fest. Hotels sind nicht die einzigen Tourismusunternehmen, die die Zeichen der Zeit längst erkannt haben. Am Flughafen Graz sind bereits über 25 Prozent der Fahrzeuge auf E-Mobility umgestellt. In Wien-Schwechat ist der „Green Airport“ in die Nähe gerückt, schon kommendes Jahr ist der gänzlich CO2-neutrale Betrieb geplant. Rund 400 elektrisch betriebene Fahrzeuge rollen bereits über das Vorfeld, vom Pkw über Gepäckfahrzeuge, Hebebühnen und Cateringfahrzeuge bis hin zum neuen Flugzeugschlepper. Und zu den Vorzeigeregionen im Bereich sanfter Mobilität – die in Österreich immer mehr werden – zählt Werfenweng im SalzburgerLand, das seit rund 20 Jahren auf autofreie Urlaubsangebote setzt. Dass nachhaltige Mobilitätslösungen im Individualverkehr auch für viele positive Emotionen sorgen können, beweisen die Feiern zum 40-jährigen Jubiläums des „Hotels Gut Brandlhof “ mit einer MotorZeitReise mit Showfahrten von außergewöhnlichen Fahrzeugikonen. Darunter der von Leopold Prinz von Bayern gesteuerte mit Biosprit betriebene BMW 3,0 CSL von 1973. „Schöne, alte Autos kann man auch ohne aufwendigen Umbau nachhaltiger betreiben: Durch das Tanken mit E-Fuel“, ist der Prinz überzeugt. Der Oldtimer ist zwar nicht CO2-neutral unterwegs, in puncto E-Mobilität ist der Brandlhof jedoch grundsätzlich weit voraus: Knapp 30 E-Autos können im Saalfeldener Tophotel gleichzeitig aufgeladen werden. „Als wir im Juli 2021 27 E-Ladestationen in Betrieb genommen haben, haben wir uns schon kurz gedacht, ob wir da zu schnell unterwegs waren. Es war aber genau die richtige Entscheidung und wird von unseren Gästen aktiv nachgefragt“, erklärt Hoteleigentümer und frühere Auto-Rennfahrer Alexander Strobl. ts © www.vogl-perspektivew.at Nachhaltige Fortbewegung war schon vor 50 Jahren ein Thema. Die Hoteliers Alexander Strobl (l.) und Birgit Maier mit Ex-Rennfahrer Manuel Reuter und Leopold Prinz von Bayern (M.) und dem BMW 3.5 CSL

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