Nachhaltigkeitsmagazin 2022

harte Nachhaltigkeit ist heute nicht mehr nur in aller Munde. Viele orientieren ihr Tun bereits daran. Dazu hat die Agenda 2030 der UNO viel beigetragen. Allerdings: Der Weg für ein dauerhaft gutes Leben für alle ist selbst im reichen Österreich noch lang und mühevoll. von Rainer Seebacher Nachhaltig 2022 11 Coverstory UNO macht Nägel mit Köpfen Im Jahr 2015 schuf die UNO mit der Agenda 2030 aus dem vagen, nach Belieben einsetzbaren Begriff etwas Handfestes: Der globale Plan zur nachhaltigen Entwicklung umfasst 17 globale Ziele: die Sustainable Development Goals (SDG). Diese Vorgaben wiederum sind in 169 operative Ziele untergliedert. Sie betreffen Aspekte wie etwa den Kampf gegen Hunger, Armut und den Klimawandel. „Die Agenda 2030 zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass sie globale sowie regionale Aspekte aus Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft als vernetzte Herausforderungen abbildet und allen Staaten weltweit die gemeinsame Verantwortung für die Zielerreichung überträgt“, erläutert Thomas Alge, Geschäftsführer des Ökobüros und Mitglied SDG Watch Austria Steuerungsgruppe. Konkret bedeute dies, dass Österreich nicht nur im eigenen Land für die Umsetzung der Ziele sorgen muss, sondern auch einen Beitrag dazu leisten sollte, in anderen Ländern ein gutes Leben für alle zu ermöglichen. Zum Hintergrund: SDG Watch Austria ist ein Zusammenschluss von mehr als 215 zivilgesellschaftlichen und Schon oft ist „Nachhaltigkeit“ zum Unwort des Jahres vorgeschlagen worden. Doch bisher entschied die Forschungsstelle für Österreichisches Deutsch an der Karl-Franzens-Universität in Graz, die seit 1999 dafür zuständig ist, stets anders. Die zweifelhafte Ehre mag an dem Begriff vorübergegangen sein, weil er alles andere als neu ist: „Die älteste Definition ist über 300 Jahre alt und stammt aus der Forstwirtschaft“, erzählt André Martinuzzi, Leiter des Instituts für Nachhaltigkeitsmanagement an der Wirtschaftsuniversität Wien (WU). Zum Hintergrund: Der sächsische Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz fordert 1713 eine nachhaltende Waldbewirtschaftung, bei der nicht mehr Holz geerntet wird, als auch wieder nachwächst. Nach dieser und den vielen nachfolgenden Definitionen kann aber vieles als nachhaltig bezeichnet werden, betont der WU-Professor und erklärt: „Die Antwort auf die Frage, welchen Lebensstandard wir heute haben können, ohne den Lebensstandard zukünftiger Generationen zu reduzieren, ist eine Abwägung von Interessen und erfordert daher einen gesellschaftlichen und politischen Prozess.“

RkJQdWJsaXNoZXIy MzgxNTI=