Nachhaltigkeitsmagazin 2022

Foto Wilke, Alexander Chitsazan, Österreichischer Rat für Nachhaltige Entwicklung 12 Nachhaltig 2022 „Wenn wir es verabsäumen, die Ziele der UNO rasch umzusetzen, laufen wir Gefahr, dass immer weitere Krisen aus jenen Herausforderungen entstehen, die wir bereits seit vielen Jahren kennen.“ Thomas Alge, Ökobüro und SDG-Watch Austria „Nachhaltigkeit ist kein Tagesgeschäft, sondern eine Daueraufgabe der Gesellschaft.“ Markus Bürger, Österreichischer Rat für Nachhaltige Entwicklung „Wenn der Erfolg unternehmerischen Handelns lediglich quantitativ, im Sinne reiner Gewinnmaximierung betrachtet wird, dann steht dies in Widerspruch zur Idee von Nachhaltigkeit.“ Olivia Tischler, Verein Südwind gemeinnützigen Organisationen und setzt sich für die Umsetzung der Agenda 2030 in Österreich ein. Markus Bürger, Generalsekretär des Österreichischen Rats für Nachhaltige Entwicklung, einer unabhängigen Nicht-Regierungs-Organisation, erklärt: „Mit den SDGs liegt erstmals eine politische Rahmenordnung vor, die die großen ökologischen, ökonomischen und sozialen Herausforderungen unserer Zeit konkret thematisiert.“ Die 169 operativen Ziele würden auch Lösungswege aufzeigen, die Akteuren des Staates, der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen entscheidende Orientierung geben. Diese Orientierung fällt einigen Expert:innen aber zu unklar und wenig präzise aus. Olivia Tischler, Leiterin der Regionalstelle Wien des Vereins Südwind, kritisiert etwa: „Es wird keine Operationalisierung vorgegeben, also obliegt es den Nationalstaaten, Zielwerte zu definieren und Indikatoren für die Unterziele zu finden.“ Der Verein Südwind ist eine NGO in Österreich, die sich für eine nachhaltige Entwicklung, Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen weltweit einsetzt. Österreich bleibt unverbindlich Wo genau Österreich bei der Realisierung der Agenda 2030 liegt, lässt sich laut Tischler nicht klar beantworten. Denn bisher habe Österreich davon abgesehen, Zielerreichungswerte bei den Indikatoren festzulegen. „Wie soll man also messen, ob ein Ziel erreicht wurde, wenn das Ziel selbst nicht operationalisiert wurde“, gibt die Expertin zu bedenken. Auf globaler Ebene gibt es den SDG-Index, den das Sustainable Development Solutions Network jährlich herausgibt (www.sdgindex.org). „Hier sieht man ganz deutlich, dass die Staaten insgesamt noch viel zu wenig für die Umsetzung der SDGs tun“, resümiert Tischler. SDGWatch Austria ortet zwar in Österreich erste sichtbare Schritte, aber noch einen langen Weg, um ein gutes Leben für alle zu erreichen. Thomas Alge konkretisiert: „Aufholbedarf gibt es etwa beim Klimaschutz, Flächenverbrauch, dem inländischen Materialverbrauch, Lebensmittelverschwendung und anderem mehr.“ Der Generalsekretär des Rates für Nachhaltige Entwicklung glaubt, dass mit Smart-City-Konzepten von Städten und Regionen ein guter Anfang gelungen ist. „Auch das Thema der Notwendigkeit nachhaltiger Energien ist mittlerweile in aller Munde“, sagt Bürger. Wirtschaft orientiert sich an UNO-Zielen Die Agenda 2030 hat jedenfalls dazu geführt, dass die Wirtschaft ihre Aktivitäten, Technologien, Produkte und ihre Produktionsprozesse in Bezug zu den Zielen der UNO setzt. „Es gibt kaum einen mittleren oder großen Betrieb, der nicht auf die SDG referenziert“, berichtet Martinuzzi. Die wesentliche Frage wäre aber, ob ein Unternehmen Nachhaltigkeit tatsächlich lebt. Der WU-Professor konkretisiert: „Studien haben gezeigt, dass dies dann der Fall ist, wenn Nachhaltigkeit zum strategischen Erfolgsfaktor oder Überlebensfaktor eines Unternehmens wird. Das ist im

RkJQdWJsaXNoZXIy MzgxNTI=