Nachhaltigkeitsmagazin 2022

Viele Unternehmen haben damit bereits früh angefangen und setzen diverse Maßnahmen, um die Situation in den Ursprungsländern zu verbessern, was sich mitunter als Herkulesaufgabe erweist. Auf der anderen Seite engagieren sie sich aber mit Investitionen im Inland, die nicht nur den eigenen Mitarbeitenden und Stakeholdern zugutekommen, sondern auch Hilfsorganisationen. Man versucht in kleinen Schritt, jene Aspekte zu verändern und nachhaltiger zu gestalten, auf die man unmittelbaren Einfluss hat. Bei der eigenen Belegschaft versucht man sich unter anderem mit flexiblen Arbeitszeitmodellen, Weiterbildungsangeboten, soweit möglich Homeoffice, Zuschüssen und Vergünstigungen zu profilieren. Zuckerl für die Mitarbeitenden, Spenden für die Gesellschaft So haben beispielsweise die SparMitarbeiter:innen laut Angaben des Unternehmens viele Vorteile, die von einem Treuebonus für Einkäufe im eigenen Unternehmen, einer betrieblichen Pensionskassa und Essenszuschüssen bis hin zu vergünstigten Versicherungen und der Möglichkeit, an Aktionen des betrieblichen Gesundheitsmanagements teilzunehmen, reichen. Des Weiteren bietet man flexible Arbeitszeiten, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen. Außerdem, so Spar, setze man auf ein aktives Karenzmanagement, in demWiedereinsteiger:innen bei ihrer Rückkehr gezielt begleitet werden. Darüber hinaus beachtet Spar auch die soziale Nachhaltigkeit in der Lieferkette. „Insbesondere für Produzenten der Spar-Marken schreiben wir die Einhaltung von Sozialstandards in der Lieferkette vor und kontrollieren dies entweder durch Audits mit eigenen Mitarbeitenden oder durch international anerkannte Standards“, schildert Lukas Wiesmüller, Leiter Nachhaltigkeit bei der Spar. Auch die Rewe International trägt nach eigenen Angaben Verantwortung weit über das Kerngeschäft hinaus und unterstützt laut Senior Communications Manager Thomas Gimesi eine Vielzahl unterschiedlicher Projekte. Diese umfassen etwa die „Aufrunden“-Initiative, deren Spendenbeträge an Mutter-Kind-Häuser, Sozialberatungsstellen oder Mitmenschen in Notsituationen gehen. In Kooperation mit der Wirtschaftsuniversität Wien unterstützt man die Initiative „Lernen macht Schule“ für Kinder und Jugendliche aus benachteiligten Familien. Gemeinsam mit Procter & Gamble setzt Bipa heuer zum fünften Mal die Spendenaktion zugunsten der Caritas Initiative #wirtun fort. Ein Teil des Erlöses aus dem Verkauf einiger P&G-Produkte kommt den österreichweit neun Caritas Mutter-Kind-Häusern zugute. Der dm drogerie markt unterstützt ebenfalls in vielen Bereichen, sei es durch die {miteinander}-Initiative, den „mehr vom Leben Tag“ – einem zusätzlichen Urlaubstag für alle dmMitarbeiter:innen, an dem sie sich für einen guten Zweck engagieren können –, durch dauerhafte Kooperationen (wie mit der sozial-psychiatrischen Einrichtung Laube), der „dm babybeihilfe“ oder dem jährlichen Festessen für Obdachlose. „Darüber hinaus beteiligen wir uns regelmäßig mit Produktspenden an regionalen Initiativen oder greifen lokalen Vereinen unter die Arme. Aktuell läuft österreichweit die ,dm Flüchtlingshilfe‘ für ukrainische Flüchtlinge“, erzählt dm-Geschäftsführer Harald Bauer. Markenartikelindustrie schließt sich an Unternehmen aus der FMCG-Branche setzen ähnliche Zeichen und unterstützen Hilfsorganisationen. Und: Für die eigenen Mitarbeitenden haben viele bereits Strukturen implementiert, die eine berufliche und persönliche Weiterentwicklung ermöglichen. Für den deutschen Konsumgüterhersteller Henkel zählt Corporate Citizenship etwa seit der Gründung im Jahr 1876 zum festen Bestandteil der Unternehmenskultur und umfasst drei Bereiche: Ehrenamtliches Engagement, gesellschaftliche Partnerschaften und Nothilfe. Zur Bündelung aller Corporate-Volunteering-Initiativen der Belgschaft hat der Konzern 1998 das Programm „MIT: Miteinander im Team“ ins Leben gerufen, mit dem bislang über 16.800 Projekte in mehr als 100 Ländern gefördert wurden. „Im Bereich der gesellschaftlichen Partnerschaften unterstützt Henkel in Österreich mit Produkt- und Geldspenden – zuletzt, 2021, wurden Produkte im Wert von 1,9 Millionen Euro an karitative Einrichtungen und Non-Profit-­ Organisationen übergeben“, berichtet Birgit Rechberger-Krammer, Präsidentin Henkel Österreich. Laut Philipp Bodzenta, Public Affairs Director Coca-Cola Österreich, macht man die Grundsätze hinsichtlich Diversität und Chancengleichheit mit zahlreichen Initiativen innerhalb und außerhalb des Unternehmens sichtbar. „Coca-Cola ist langjähriger Partner der Special-Olympics-Bewegung. Mit dem Coca-Cola Inclusion Run während das Vienna-City-Marathon-Wochenendes setzen wir ein starkes Signal für ein offenes Miteinander in unserer Gesellschaft.“ Darüber hinaus gibt der von Coca-Cola Österreich initiierte „Get active Social Business Award“ seit 15 Jahren sozialen Start-ups Starthilfe für ihre Ideen und ist damit der größte Sozialinnovationspreis des Landes. Um Inklusion drehen sich auch die Bemühungen von iglo Österreich. Beim Programm „Graue Panther“ geben pensionierte Mitarbeiter:innen ihre Erfahrung an junge Kolleg:innen weiter oder helfen zu Spitzenzeiten aus, indem sie etwa Urlaubsvertretungen machen. „Eine weitere Initiative ist die Zusammenarbeit mit dem Sozialunternehmen Sindbad, das Jugendliche aus Brennpunktschulen mit Mentor:innen zusammenbringt, um die Chancengleichheit zu erhöhen“, erzählt Geschäftsführer Markus Fahrnberger-Schweizer. Neben vielen großen Konzernen und KMU engagieren sich auch immer mehr Jungunternehmen. Eines davon ist share. Das Social-Impact-Unternehmen ermöglicht Menschen in den ärmsten Regionen der Welt eine Mahlzeit sowie den Zugang zu Trinkwasser und Körperhygieneprodukten. Das honorieren mittlerweile auch immer mehr Händler und listen laufend weitere Produkte von share ein. Damit ermöglichen sie ihren Kund:innen den Zugang zu nachhaltigem Konsum und den Menschen vor Ort ein menschenwürdigeres Leben. Nachhaltig 2022 33

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