Nachhaltigkeitsmagazin 2022

Die grünen Konzepte der „bad guys“ Untätigkeit kann man den Luft- und Kreuzfahrtunternehmen in Sachen Nachhaltigkeit nicht vorwerfen. Dennoch gelten Airlines und Reedereien als der Klimakiller Nummer eins. Dabei unternehmen sie immense Anstrengungen und Investitionen zur Erreichung von Net Zero und damit zu einer sauberen Luft- und Seefahrt der Zukunft. von Brigitte Charwat D ie Reisebranche und hier die Luft- und Kreuzfahrtindustrie im Besonderen – die es in den letzten zwei Jahren wirklich nicht lustig hatte und die pandemiebedingt einer heftigen Zäsur unterliegt – als alleinige „Bad Guys“ an den CO2-Pranger zu stellen, ist weder fair noch korrekt. Denn Fluglinien und Kreuzfahrer sind keine Vogel-Strauß-Politiker, sondern investieren große Summen in Forschung und Entwicklung klimafreundlicherer Antriebsformen und neuer Flugzeug- und Triebwerkskonzepte – um einen Beitrag zu den 17 von den Vereinten Nationen definierten Sustainable Development Goals (SDGs) für nachhaltige Entwicklung auf ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Ebene zu leisten und klimaneutrales Fliegen und Kreuzfahrten bis 2050 zu erreichen. Alle renommierten Netzwerkairlines nehmen ihre Umweltverantwortung ernst und haben diese im Unternehmensleitbild festgeschrieben. Sie steigern Jahr für Jahr ihre Treibstoffeffizienz und investieren in die Weiterentwicklung alternativer Treibstoffe wie Biokerosin oder aus Altkunststoffen sowie aus regionalen Abfall- und Rückstandströmen produziertes Sustainable Aviation Fuel (SFA). So haben etwa die Fluglinien der Lufthansa Group – dazu gehören auch Austrian Airlines – ihre Treibstoffeffizienz seit 1994 nicht nur um 30 Prozent gesteigert, sondern 38 Nachhaltig 2022 den durchschnittlich benötigten Kerosinverbrauch pro Passagier bereits auf weit unter vier Liter reduziert. Auch die Air-France-KLM-Gruppe hat ihre Energieeffizienz pro geflogenem Passagierkilometer bereits um mehr als 20 Prozent verbessert und diese Liste kann unendlich fortgesetzt werden. Die holländische königliche Airline gilt in Sachen Nachhaltigkeit schon lange als Vorreiter in der Luftfahrtindustrie und beweist mit vielen Zukunftsprojekten, etwa dem leichteren und aerodynamischeren V-förmigen „Flying-V“-Flugzeug, was man bei der ältesten Fluglinie der Welt unter Verantwortung gegenüber Natur und Mensch versteht. Und würde die Politik nicht bremsen und seit Jahren einen „Single European Sky“ diskutieren und stattdessen endlich den einheitlichen europäischen Luftraum umsetzen, würde diese Optimierung von Flugstraßen im gesamten europäischen Luftraum den Treibstoffverbrauch und damit die Emissionen veritabel nach unten revidieren. Aus Schwarz wird Dunkelgrün Um sich die Welt zu erschließen, braucht es immer noch ein Flugzeug oder Schiff. Aber genau das ist die Krux, warum die zum Massentransportmittel gewachsenen Verkehrsträger als Umweltsünder Nummer eins gelten.

RkJQdWJsaXNoZXIy MzgxNTI=