Nachhaltigkeitsmagazin 2022

Digitale Wegweiser zur Energiewende Eine Klimastrategie ist immer auch eine Digitalisierungsstrategie, denn Innovation und Fortschritt brauchen verlässliche Daten. Wo noch Investitionen fließen müssen, warum Klimaneutralität nicht immer klimaneutral ist und wie es um Österreichs grüne Tech-Zukunft steht. von Sarah Wagner Der Klimawandel ist die wohl größte Bedrohung unserer Zeit, wir spüren und sehen ihn jeden Tag – ob mit 30 Grad Celsius im Mai in Österreich oder durch verheerende Waldbrände in vielen Teilen der Erde, um nur zwei Beispiele zu nennen. Gleichzeitig kann man sehr wohl feststellen, dass das große oder eher grüne Umdenken weitgehend angekommen ist: in der Gesellschaft, der Politik, der Wirtschaft. Heißt allerdings nicht, dass das Gleiche auch für die Umsetzung von klimaschonenden und nachhaltigen Maßnahmen gilt. Es mangelt zum Teil an Wissen, in Politik und Wirtschaft viel häufiger noch amWollen. Was in der Maßnahmendebatte oft in den Hintergrund rückt, ist die Bedeutung der Digitalisierung für den Klima- und Umweltschutz. Die Digitalisierung des Alltags und insbesondere der Industrie. Natürlich geht es darum, durch digitale Lösungen Prozesse energieeffizienter zu gestalten, aber dafür braucht es erstmal digitale Lösungen, um Daten zu erfassen, denn Klimaschutz braucht Daten. Daten und Metriken machen Nachhaltigkeitsstrategien planbarer und skalierbar, Ziele können nicht nur angepeilt, 48 Nachhaltig 2022 Technologie sondern genauestens verfolgt, Instrumente und Vorgehensweisen immer wieder revidiert werden. Analyse, Auswertung, Interpretation: Ohne eindeutige Daten keine eindeutige Ökobilanz. „Digitale Technologien und Computermodelle können uns zeigen, wie sich die Energiewende bewerkstelligen lässt“, sagt Johannes Stangl, Researcher am Complexity Science Hub Vienna und Klimaaktivist im Interview. „Wenn wir die Transformation schaffen wollen, ist es auch essenziell, die heutige Wirtschaftslogik des unendlichen Wachstums abzulegen und ein Wirtschaftssystem aufzubauen, das die Bedürfnisse der Menschen und die planetaren, ökologischen Grenzen in den Fokus stellt.“ Digitale Technologien können hier einerseits bei Planungsprozessen für den Umbau, andererseits beimMonitoring des Zustands des Planeten helfen, beispielsweise durch Satellitenbeobachtungen und eben durch Prognosen komplexer Klimamodelle. Raus aus der Überforderung Technologien, die beim Klimaschutz unterstützen, können auf vielen unterschiedlichen Ebenen ansetzen. Zu den

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