14.06.2012

22. IMF nahm die GV ins Visier

Zum 22. Mal tagte die Spitze der Gemeinschaftsgastronomie aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in Lindau am Bodensee, um die Trends und Probleme der Branche aufzuarbeiten.

 

 

Über 200 Vertreter der Gemeinschaftsgastronomie aus den Ländern Deutschland, Österreich und Schweiz trafen heuer zum 22. IMF (Internationales Management Forum), das vom Deutschen Fachverlag mit seinen Zeitschriften gv-praxis (Deutschland) und HGV PRAXIS (Österreich) veranstaltet wurde, in Lindau am Bodensee zusammen. gv-praxis-Chefredakteur Burkart Schmid stellte ein attraktives Programm mit Top-Referenten auf die Beine. In seinem eigenen Antrittsvortrag zog Schmid ein tiefgehendes Resümee über die Befindlichkeit der Betriebsverpflegung.

So zeigte sich das Wirtschaftsjahr 2011 durchaus robust, was durch eine hohe Beschäftigung, einem anhaltend starken Binnenkonsum und eine hohe Exportquote belegt ist, und trotzdem musste die Verpflegungsbranche empfindliche Rückschläge hinnehmen. Hier seien nur die Atomkatastrophe in Fukushima, die EHEC-Seuche bei Lebensmitteln oder der Finanzkollaps Griechenlands genannt. Was diese Krisen mit fast schon globalen Ausmaßen mit der GV zu tun haben, wurde schnell klar und von Schmid geschickt ins Management-Forum integriert. Die Trends zu Regionalität und Nachhaltigkeit sind d i e Schlagwörter für die Cateringbranche. Der Gast ist als Konsument höchst sensibilisiert darauf, was er zu sich nimmt – und vor allem auch wie. Mit dem Wie ist vor allem die Qualität gemeint.

Felix Hnat zeichnete in seinem Referat eindrucksvoll, mit welch geringen Maßnahmen man in der Großküche gleich eine überdurchschnittliche Einsparung an CO2 schafft. Haupttreiber des weltweiten CO2-Ausstoßes ist nach Hnats Erkenntnissen die Viehwirtschaft, die noch deutlich vor dem Verkehr als zweitgrößtem Klimakiller liegt. Der Nachhaltigkeitsberater zeigte praxisnahe Beispiele, wie sich in Küchen clever der ökologische Fußabdruck verbessern lässt. So zitierte Hnat unter anderem auch das in HGV PRAXIS ausführliche beschriebene Projekt SUKI (sustainable kitchen), das genau untersuchte, wie sich durch Einsatz regionaler, biologischer Lebensmittel die Nachhaltigkeit beim Speisenkonsum verbessern lässt. Ein laut Burkart Schmid unaufhaltbarer Trend, der den Außer-Haus-Markt  in den nächsten Jahren noch vor große Herausforderungen stellen wird.

Mit großer Spannung wurde bereits den Ausführungen von Frank Simmeth, am zweiten Tag des IMF entgegengefiebert. Der Führungsexperte, Trainer und gelernte Koch fesselte in kurzweiligen 90 Minuten seine Zuhörer zum Thema „Führung.“ In einer Zeit, in der die Speisenangebote immer austauschbarer werden, hängt alles einmal mehr davon ab, wie es an den Gast gebracht wird. Mit anderen Worten: In Zeiten uniformer Angebote ist weniger wichtig was ich verkaufe, sondern wie ich es verkaufe. Hier zog Simmeth alle Register seines Könnens. Gut nachvollziehbar leuchtete er in die psychologischen Ebenen des Menschen und seiner Entscheidungen. Schonungslos legte er den verbalen Finger in die Wunden von falscher (oder falsch verstandener) Kommunikation und ihren Auswirkungen. Geschickt bezog er das Fachpublikum als Versuchspersonen in seinen Vortrag ein, sodass jeder mit einem Benefit für sein eigenes Führungsverhalten aus der Veranstaltung ging.

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