09.07.2020

3 Fragen an Robert Seeber

Als Nachfolger von Petra Nocker-Schwarzenbacher übernimmt der neue Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft zu keiner leichten Zeit. Stammgast.Online stellt ihm die drei brennendsten Fragen zum Start.

Stammgast.Online: Herr Seeber, Sie treten Ihre neue Funktion in schwierigen Zeiten an, wo werden Sie zuerst anpacken?

Robert Seeber: Die Zeit der Corona-Epidemie ist für unsere 90.000 Betriebe in der Tourismus und Freizeitwirtschaft eine große Herausforderung. Da hilft weder, den Kopf in den Sand zu stecken, noch ihn zu verlieren. Wir werden auch weiterhin unsere Betriebe bestmöglich mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln unterstützen, das steht für mich im Vordergrund. Mit unserer Expertise auf politischer, regionaler aber auch betrieblicher Ebene und in intensiver Zusammenarbeit mit der Regierung erarbeiten wir gemeinsam, bestmögliche Lösungen und Hilfestellungen für die Betriebe und setzen uns für eine rasche Umsetzung ein.

Mit den Lockerungsverordnungen und Grenzöffnungen wurden wesentliche Schritte zur Öffnung des Tourismus gesetzt. Jetzt geht es darum, dass wir in der Praxis das richtige Maß zwischen notwendigen Sicherheitsmaßnahmen und einem Ambiente, in dem die Gäste sich wohlfühlen, finden. Wichtig ist, dass aufgrund unserer Standards Österreich zu Recht als besonderes sicheres Urlaubsland wahrgenommen wird.

Der gute Draht zu den Mitgliedern, den Betrieben und der Politik ist ausschlaggebend für Ihren Erfolg, woran wird man Ihren Input zuerst bemerken?

Ich sehe alle Unternehmer als Verbündete und Mitstreiter – unsere Aufgabe ist es, die Interessen zu bündeln und mit einer starken Stimme zu vertreten. Wir werden den Tourismus, als wesentlichen Wirtschaftsfaktor dieses Landes, wieder stärken und auf die Überholspur bringen. Nicht nur finanzielle Mittel, sondern auch klare Aussagen zu den Rahmenbedingungen, unter denen die Tourismusbetriebe arbeiten und sich neu aufstellen können, stehen für mich im Vordergrund. Planungssicherheit, besonders bei großen Veranstaltungen, Messen und Kongressen ist eine zentrale Voraussetzung. Ich werde mich jetzt vorrangig dafür einsetzen, dass die Hilfspakete rasch und unbürokratisch bei den Mitgliedsbetrieben ankommen.

Wird Ihrer Meinung nach die Krise die großen Apparate wie beispielsweise die Wirtschaftskammer schneller, digitaler und flexibler machen?

Natürlich, das ist ein Prozess, der in unserer Organisation schon lange vor der Krise begonnen hat, und jetzt noch beschleunigt wird. Binnen einer Woche wurde beispielweise in unserm Haus der Härtefallfonds und die Corona- Hotline mit unzähligen Spezialisten aufgestellt. Wir werden immer digitaler und schneller, so wie es auch die Zeit verlangt und auch unsere Betriebe agieren müssen. Wir haben während der akuten Corona-Phase eine der Top-Anlaufstellen. Wir haben nicht nur 670.000 Mailanfragen kurzfristig abgewickelt, sondern auch fast ebensoviele Mitglieder telefonisch beraten und 270.000 Anfragen über Chatbot beantwortet. Auch die Umstellung auf Homeoffice und Videokonferenzen hat sehr gut funktioniert.

Der Tourismus war ja im Übrigen eine der ersten Branchen, die eine umfassende Digitalisierungsstrategie ausgearbeitet hat, die laufend umgesetzt und evaluiert wird.

Danke für das Gespräch.

Branchen-News, die Sie wirklich brauchen!

Partner

Mediadaten