20.09.2021

AGM-Übernahme: Das sagt der Mitbewerb

So ruhig und beschwichtigend sich die beiden beteiligten Großhändler Metro und AGM in ihrer Kommunikation auch geben, so unruhig wird der Markt nach der Übernahme von mehreren AGM-Standorten.

Die Frist der Beantwortung der Fragebögen der Bundeswettbewerbsbehörde an den Mitbewerb und Kunden läuft, die Uhr tickt. Noch gilt es, einige Details zu klären, besonders in Bezug auf die entstehende Marktkonzentration.

Lorenz Wedl, Sprecher der Geschäftsführung von Wedl, ist von der Chance für sein Unternehmen in dieser Angelegenheit überzeugt. Er antwortet recht diplomatisch auf Anfrage: „Die Übernahme der AGM-Standorte durch Metro bringt für uns Chancen sowie auch Risiken. Einerseits erhöht sich naturgemäß dadurch die Marktkonzentration. Andererseits haben wir gerade jetzt die Chance, durch unsere Kundenorientierung und partnerschaftliche Herangehensweise als beständiger österreichischer Familienbetrieb hier aktuell verunsicherte Neukunden zu akquirieren, die sich nicht mitverkaufen lassen.“

Christof Kastner, der auch ohne Scheu vor klaren Worten vorprescht, gibt sich in seiner Antwort deutlich: „Dieser Schritt darf nicht in dieser Art und Weise stattfinden, das ist unser klares Ziel.“ Ein erster wichtiger Schritt sei es, durch die Abgabe der Stellungnahme eine vertiefende Prüfung zu erreichen. „Mich wundert es, dass die Landwirtschaft oder die zuständige Ministerin noch keinen Kommentar dazu abgegeben haben, wie es normalerweise der Fall ist bei Themen der Marktkonzentration. Zählen Regionalität und Österreichische Unternehmen nicht mehr?“, fragt sich der geschäftsführende Gesellschafter der Kastner Gruppe.

„Äußerst bedenklich“

Auch bei Transgourmet Österreich verweist man auf das laufende kartellrechtliche Verfahren. Geschäftsführer Thomas Panholzer erklärt: „Wir wurden seitens der Bundeswettbewerbsbehörde um eine Stellungnahme ersucht und haben diese fristgerecht eingebracht. Grundsätzlich sehen wir die geplante Transaktion in mehreren Standorten aufgrund der dann sehr hohen Marktanteile als kartellrechtlich äußerst bedenklich an. Wir gehen daher davon aus, dass die Bundeswettbewerbsbehörde den geplanten Zusammenschluss sehr genau prüft und er nicht in der vorgelegten Form stattfinden wird können.“

Persönlich und regional

„Wir sehen, dass die Konzernstrukturen im Großhandel immer weiter zunehmen. Deswegen gehen wir bei Eurogast bewusst einen anderen Weg. Einen sehr persönlichen und regional verankerten“, nimmt Peter Krug, Geschäftsführer von Eurogast Österreich, Stellung zur Übernahme der AGM-Standorte durch Metro. „Unsere Mitarbeiter kennen unsere Kunden, sind sogar teilweise langjährige Freunde und sind rund um die Uhr mit ihrer Expertise und Beratung für sie da. Das ist es auch, was Eurogast ausmacht.“

Für die Zukunft plant Eurogast weitere Investitionen in ihre C+C-Märkte. Den Anfang macht die neue Markthalle von Eurogast Speckbacher, die mit Oktober 2022 fertiggestellt werden soll. Grund zu feiern gibt es auch bei Eurogast Interex, die dieses Jahr 50-jähriges Firmenjubiläum feiert.

Dieser Artikel erschien zuerst auf cash.at

(Von Margaretha Jurik; Ergänzung Eurogast: Thomas Schweighofer)

Branchen-News, die Sie wirklich brauchen!

Partner

Mediadaten