06.08.2019

Airbnb wehrt sich gegen Vorwurf der Wohnungsnot-Verschärfung

Die Online-Vermittlungsplattform Airbnb geht angesichts der Debatten um Wohnungsnot in die Offensive und hat Zahlen zu seinem Vermietungsgeschäft in deutschen Großstädten vorgelegt. Laut einer Studie haben Kurzzeitvermietungen über Airbnb keinen negativen Einfluss auf den Wohnungsmarkt.

Airbnb und ähnliche Plattformen stehen in der Kritik, den Wohnungsmangel in Großstädten zu verschärfen. "Homesharing schadet dem Wohnungsmarkt nicht, sondern steigert die Effizienz der Wohnraumnutzung", erklärt Annamaria Deiters-Schwedt vom Forschungs- und Beratungsunternehmen Empirica, das die Analyse im Auftrag von Airbnb erstellte und dafür auch die Faktoren für steigende Mieten in deutschen Großstädten untersuchte. Ein spürbarer Zusammenhang zwischen Mietpreissteigerungen und der Entwicklung angebotener Unterkünfte auf Airbnb in den Städten sei "insgesamt nicht erkennbar", erklärte Deiters-Schwedt.

Laut der Studie, über die am Dienstag zunächst das "Handelsblatt" berichtet hatte, wurden 2018 in Berlin insgesamt rund 26.500 Unterkünfte auf Airbnb angeboten, in München rund 11.000, in Hamburg etwa 9.400 und in Dortmund rund 550. Das bedeute aber nicht, dass sie ganzjährig verfügbar seien, da Anbieter den Kalender ihrer Unterkunft individuell verwalten und sie entsprechend freischalten oder nicht, heißt es in der Studie. "Der geringste Anteil der Unterkünfte für die Kurzzeitvermietung" entziehe dem Wohnungsmarkt daher tatsächlich Wohnraum.

Dies gilt demnach nur für "ganze Wohnungen", die "überwiegend der Kurzzeitvermietung dienen" und vom Mieter oder Eigentümer nicht selbst bewohnt werden. Groben Schätzungen zufolge variiere die Größenordnung hierbei zwischen 60 bis 70 Wohnungen in Dortmund und rund 2.600 in Berlin. Dies entspreche zwischen 0,4 Prozent (Dortmund) und 1,5 Prozent (Berlin) des Wohnungsneubaubedarfs.

Aibnb will „faire Regeln“

Tim Klaws, Head of Public Policy von Airbnb im D.A.CH.-Raum, betont, Wohnraumschutz sei "auch für Airbnb ein wichtiges Thema, weshalb wir mit den Städten an fairen Regeln für Homesharing arbeiten wollen, um dem Entzug von Wohnraum durch weniger verantwortungsvolle Akteure vorzubeugen". Die Studie belege, dass "das gelegentliche Vermieten des Zuhauses keine belastende Wirkung auf den Wohnungsmarkt" habe.

Der Deutsche Städtetag gab indes zu bedenken, dass Auswirkungen von Sharing-Angeboten "kleinräumig je Wohnquartier" untersucht werden müssten, wie Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy dem "Handelsblatt" sagte. Wo Wohnraum ohnehin knapp ist, sei ein dauerhafter Wohnungsentzug durch gewerbliche Fremdvermietungen durchaus problematisch.

 

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