03.01.2019

Airline-Branche erwartet große Marktbereinigung 

Hohe Kerosinpreise und der harte Wettbewerb werden schwache Airlines in Europa zum Aufgeben zwingen, prophezeien es für 2018 etwa Ryanair-Boss Michael O'Leary oder Carsten Spohr, der Chef der Lufthansa-Gruppe.

Die Großen der Branche sehnen schon lange die Bereinigung am dicht beflogenen europäischen Markt herbei - sie haben das Oligopol in den USA mit rund 90 Prozent Marktanteil durch eine Handvoll Anbieter als Vorbild vor Augen. Die größten Fünf in Europa kommen derzeit auf rund zwei Drittel Marktanteil. Doch seit dem Niedergang von Air Berlin 2017 lässt die nächste große spektakuläre Pleite oder eine größere Übernahme auf sich warten.

Branchenexperten gehen davon aus, dass sich die Marktbereinigung weiter unter den rund 150 kleineren Anbietern abspielt. "Die Konsolidierung unter den kleinen Airlines geht weiter", sagt etwa Daniel Röska, Analyst beim Brokerhaus Bernstein. In der Schweiz zum Beispiel war in den vergangenen Monaten eine Marktbereinigung bereits greifbar: Nachdem 2017 mit der Air Berlin und ihrer Schweizer Tochter Belair ein großer Player verschwunden war, ist diesen Herbst auch die von Bern aus operierende Regionalfluggesellschaft SkyWork pleitegegangen. Ende 2017 meldete zudem die in Lugano ansässige Darwin Airline Insolvenz an.

Als Belastung erweisen können sich für Fluggesellschaften mit nur zehn oder zwanzig Fliegern insbesondere externe Faktoren: So wird der 2018 um gut 30 Prozent gestiegene Kerosinpreis nach Prognosen des Internationalen Airline-Verbandes IATA heuer nur geringfügig sinken. Und auf der anderen Seite soll das Sitzplatz-Angebot der Fluggesellschaften insgesamt stärker steigen als die Nachfrage. "Das führt zu Preisdruck, vor allem im touristischen Fluggeschäft", sagt Branchenexperte Röska. Zugleich könnten die Zinsen anziehen, was bei kleinen Airlines mit geleasten Flugzeugen unmittelbar durchschlägt.

(APA/ag/Red)

 

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