22.04.2020

Alles ist anders und doch normal

In der GV ging und geht die Arbeit trotz Corona ungebremst weiter. HGV PRAXIS blickte in der Großküche im LKH Graz-Süd hinter die Kulissen.

Wenn der Shutdown auch weite Teile des öffentlichen Lebens lahmgelegt hat, so wurde und wird insbesondere in Großküchen unvermindert weitergearbeitet. Ein klarer Fall sind Spitalsküchen. Wobei Küchenleiter Walter Mayer vom LKH Graz-Süd gegenüber HGV PRAXIS betont: „Es war zwar von einen auf den anderen Tag alles anders und doch auch wieder normal.“

Auf Nachfrage zählt Küchenleiter Mayer die wichtigsten Schritte im veränderten Produktionsprozess auf. Im Normalbetrieb versorgt das LKH täglich 3.300 Personen – vom Patienten bis zum Mitarbeiter. Die Umstellung auf Notbetrieb verringerte die Zahl gleich mal um die Hälfte, zumal Bettenkapazitäten für Coronaerkrankte bereitgestellt werden mussten. Diese Reduktion eröffnete Mayer die Chance, seine Küchenmitarbeiter auf zwei getrennte Teams aufzuteilen. Ein Team besteht aus 35 Kolleginnen und Kollegen und arbeitet vor Ort, das andere hat indessen frei. Die Mitarbeiter kommen sich nicht in die Quere, wodurch einer eventuellen Ansteckungsgefahr Einhalt geboten wird.

Strikte Hygienemaßnahmen

Der zweite springende Punkt betrifft strikteste Hygienemaßnahmen. Einmal am Menschen, sprich Mitarbeiter selbst und einmal in sämtlichen Arbeitsbereichen der Küche bis hin zum Mitarbeiterrestaurant. Neben zahllosen Desinfektionsspendern ist jeder Mitarbeiter ausnahmslos mit Schutzmaske, täglich frischer Arbeitsbekleidung und Einweghandschuhen ausgerüstet. Darüber hinaus werden sämtliche Flächen in Küche und MA-Restaurant täglich aufwendig desinfiziert.

Ursprünglich wurde das Buffet eingestellt, wobei Walter Mayer bereits daran denkt, wieder auf SB umzustellen. 99,9 Prozent der Mitarbeiter unseres Hauses tragen sowieso Schutzmasken und Handschuhe, also könnten wir auch wieder auf Selbstbedienung in der Free-flow-Anlage wechseln, weil es wieder ein Stück Normalität bedeuten würde.

Kurzfristig weniger Menüs

Apropos Normalität: In der ersten Phase der Umstellung – und das Team rund um Mayer hat das System innerhalt von einem Tag auf Notbetrieb umgestellt – wurde das Speisenangebot von drei auf zwei Wahlmenüs reduziert. Aber auch hier denkt Mayer schon wieder daran, zu alter Angebotsstärke zurückzukommen. „Wir sind absolut in der Lage, ein erweitertes Speisenangebot feilzubieten“, so Mayer zu HGV PRAXIS. „Also ich schätze, wenn sich die Lage in dieser positiven Weise weiterentwickelt, dann fahren wir unser Angebot in den nächsten Tagen wieder hoch. Vor allem können wir jederzeit reagieren. Sollte sich die Lage verschlechtern, können wir jederzeit wieder umstellen, weil wir bereits geübt darin sind.“

Mitarbeiter ziehen bewundernswert mit

In diesem Zusammenhang streut Mayer seinen Mitarbeitern Rosen. „Also der Zusammenhalt ist wirklich beeindruckend. Wir haben nicht nur innerhalb kürzester Zeit umgestellt und die Mitarbeiter haben das in äußerst kooperativer Weise mitgetragen und angepackt. Der Leitspruch unseres Unternehmens ,Menschen helfen Menschen‘ wurde plötzlich auf magische Weise Realität und jeder hat dieses Motto voll mitgetragen.“

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