11.10.2021

Alles nur geklaut

Willys Wochenrückblick diesmal mit: Die heimische Hotellerie jubelt zurecht. Die Buchungsfiles in den Computern füllen sich zusehends, der kommende Restherbst und der Winter werden wiederum, so wie früher, vor der leidigen Pandemie, voll mit Gästen aus aller Herren Länder sein.

Der Tourismus boomt also wieder, das Fremdenverkehrsland Österreich atmet auf. Mit den steigenden Gästezahlen schnellen jedoch auch die Diebstähle von Gegenständen unterschiedlichster Art aus den Zimmern und all den anderen Räumlichkeiten in die Höhe. Ein Umstand, der einerseits Sorge macht, aber andererseits von praktisch allen Hoteliers zähneknirschend akzeptiert wird.

Was fladern nun die Gäste vorzüglich und was sind die Beweggründe dafür, dass an sich ehrliche und unbescholtene Menschen gerade in fremden Zimmern so eine Art Trophäensammlungsanfall überkommt und sie des öfteren das eine oder andere Teil des Equipments einfach mitgehen lassen?

Nun, die nicht verwendeten Portionspackungen an Seifen, Shampoos, Duschgel oder Zahnpasta sind mittlerweile eh klar, aber mindestens genau so gerne werden Bademäntel, Badeschlapfen, Kleiderbügel, Decken und Minibar-Inhalte mitgenommen ohne zu bezahlen. Besonders dreiste Gäste packen aber auch des öfteren die aufs Zimmer zur Verfügung gestellte Kaffeemaschine samt sämtlichen Kaffeekapsaln und Mokkatassen ein, nehmen Kunstwerke in Form von Bildern oder Statuen mit und vergreifen sich auch gerne an den Fernsehern. Wobei auffällt, dass, je höher die Kategorie der Hotels und somit die Zimmer- respektive Suitenpreise sind, desto gieriger die betuchte Klientel.

Laut einer Handelsblatt-Umfrage sind es vor allem wir Österreicher selbst, die bevorzugt besagte Kaffeemaschinen entwenden, zumeist – so sie erwischt werden – mit dem Argument an ein Gastgeschenk gedacht zu haben. Italiener bevorzugen teure Weingläser, Niederländer Toilettenpapier und Glühbirnen, Franzosen Fernsehgeräte und Fernbedienungen und Schweizer stehen definitiv vermehrt auf Haarföns.

Die Vielzahl an fehlenden Matratzen, Bettdecken, SuitePads, also vom Hotel zur verfügung gestellte Tablets, sowie der neueste Trend bei den Fladeranten, die Batterien aus den Fernbedienngsgeräten mitzunehmen, ist keiner expliziten Nation zuzuordnen. Auch nicht aus den Lobbys dieser Welt verschwundene Pianos, Sitzmöbel, Beistelltische und Imbißautomaten. Aber das ist dann ohnehin wieder eine andere strafrechtliche Kategorie.

Es empfiehlt sich also, immer ein paar Fernseher, Kaffeemaschinen und Tablets auf Vorrat zu haben um die Gäste mit Kleinlichkeiten wie Anstands- und Moralvorwürfen nicht zu vergraulen. Oder man tut wirklich etwas dagegen. Die rechtlichen Möglichkeiten sind vielfältig, unangenehm und nachhaltig. Aber wer traut sich das schon?

redaktion(at)hotelundtouristik.at
 

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