25.03.2021

AUA baut über 650 Jobs ab

Austrian Airlines (AUA) verschärft ihren ohnehin schon angekündigten Sparkurs weiter und streicht bis 2023 weitere hunderte Jobs. Bereits bis Ende Februar hatte man etwa 650 Vollzeitstellen durch natürliche Fluktuation abgebaut.

"Wir wollen trotz dieser beispiellosen Krise so viele Arbeitsplätze wie möglich erhalten", sagte AUA-Chef Alexis von Hoensbroech. Ende 2020 hatte die AUA mit 6.443 Beschäftigten um 550 weniger als Ende 2019. Das Unternehmen will "möglichst wenige Kündigungen aussprechen" und gemeinsam mit den Betriebsräten temporäre Lösungen finden. Geprüft werden etwa auch Teilzeitmodelle zur vorübergehenden Reduktion der Personalkapazität.

Abgesehen von dem Stellenabbau wird auch die Flotte weiter verkleinert. Für zwei weitere Airbus-Flugzeuge werde "Langzeit-Parking" erforderlich sein, das heißt, sie werden auf längere Zeit stillgelegt. Damit schrumpft die aktuelle Gesamtflotte von rund 80 Flugzeugen – zumindest bis 2024/2025 – auf 58 statt der bisher geplanten 60 Flugzeuge.

"Die Pandemie dauert deutlich länger als erwartet, und die Auswirkungen werden auch noch mehrere Jahre spürbar sein. Daher werden wir die Ergebnisziele, die wir uns im letzten Frühjahr gesetzt hatten, nicht mehr erreichen können. Aus diesem Grund setzen wir jetzt zusätzliche Maßnahmen, um die Zukunft unserer Austrian Airlines dauerhaft abzusichern", so von Hoensbroech. Nach der Krise werde die AUA "eine ganz andere sein", und zwar "schlanker, digitaler und moderner".

Zuversicht für den Sommer

Die Buchungslage für die diesjährige Urlaubssaison entwickle sich vorerst positiv, das Angebot auf der Langstrecke werde ab Ostern aufgestockt, heißt es bei der AUA. "Für die Hochsaison sind Tag für Tag neue Buchungseingänge zu verzeichnen, beispielsweise in den letzten zwei Wochen ein Anstieg der Neubuchungen für Juni bis August um 50 Prozent, im Vergleich zu Buchungen im Jänner für die gleiche Periode", sagte Vertriebsvorstand Michael Trestl.

Kritik von Blau

Scharfe Kritik am angekündigten Jobabbau kommt am Donnerstag von der FPÖ. Die AUA sei im vergangenen Jahr mit 450 Mio. Euro vom österreichischen Staat gerettet worden, dabei seien weder eine Standort- noch eine Jobgarantie fixiert worden, kritisierte FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer. "Für diesen Job-Abbau trägt alleine die österreichische Bundesregierung die Verantwortung", so Hofer. Der Wiener FPÖ-Chef Dominik Nepp forderte den Rücktritt von Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP). "Für jede Rettungsmillion von Blümel und Kurz gibt es jetzt einen Arbeitsplatz weniger. Das ist ein Skandal der Sonderklasse und muss zumindest zum Rücktritt von Blümel führen", sagte Nepp laut einer Aussendung.

Insgesamt wurde die AUA vergangenes Jahr mit 600 Mio. Euro gerettet. 150 Mio. Euro kamen vom Mutterkonzern Lufthansa und 300 Mio. Euro aus staatlich garantierten Bankkrediten, 150 Mio. Euro waren Katastrophenbeihilfe, die die AUA von der österreichischen Bundesregierung erhalten hat.

(APA/Red)

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