03.11.2021

AUA schrieb ersten Gewinn seit Pandemieausbruch

Austrian Airlines (AUA) hat im Sommerquartal erstmals seit mehr als eineinhalb Jahren schwarze Zahlen geschrieben, wird im Gesamtjahr aber einen hohen Verlust schreiben.

Der operative Gewinn (Adjusted Ebit) im dritten Quartal betrug 2 Mio. Euro, wie die Lufthansa-Tochter mitteilt. Zum Vergleich: Im dritten Quartal 2020 setzte es für die Airline einen Verlust von 106 Mio. Euro. 2019 stand im Sommerquartal ein Gewinn von 70 Mio. Euro zu Buche. Der Umsatz hat sich in den Monaten Juli, August, September von 93 auf 304 Mio. Euro zwar verdreifacht, liegt aber noch immer um mehr als die Hälfte unter dem Niveau von 2019, als die AUA im Sommerquartal einem Umsatz von 639 Mio. Euro schrieb.

Der aktuelle Flugangebot entspricht ungefähr der Hälfte jenes vor der Krise. Noch immer sind etliche Flieger stillgelegt und die AUA-Mitarbeiter mindestens bis März 2022 in Kurzarbeit. "Danach hoffen wir, dass der Markt stark genug ist, um unsere Mannschaft voll auszulasten", so AUA-Chef Alexis von Hoensbroech.

Laut AUA-Vorstand Michael Trestl gehen die Buchungszahlen seit dem Sommer nach oben. Nach der Rückkehr der Urlaubsflugreisen stiegen nun auch wieder mehr Geschäftsreisende in die Flieger. Mit den USA, Israel und Thailand würden immer mehr Länder ihre Grenzen wieder öffnen. Nach der Ankündigung der USA, geimpfte Europäer wieder ins Land zu lassen, hätten sich die Buchungseingänge vervierfacht, so Trestl.

Gab es in der Pandemie bisher vor allem kurzfristige Buchungen, würden nun allmählich auch längerfristige Buchungen wieder mehr. Probleme bereiten der AUA weiter die Flüge nach China. Derzeit erlaube China der AUA nur einen wöchentlichen Flug nach Shanghai unter strengen Voraussetzungen. Für Passagiere, die nach der Landung in China positiv auf das Coronavirus getestet werden, muss die Airline eine Strafe zahlen.

"Die positiven Zahlen geben uns Rückenwind für die traditionell harten Wintermonate und lassen uns optimistisch in das kommende Jahr blicken", so Hoensbroech, dämpfte aber zugleich voreiligen Optimismus: "Die Corona-Krise und die damit einhergehenden Beschränkungen werden uns dennoch länger beschäftigen als uns allen lieb ist."

Es bleibt schwierig

Trotz des ersten Quartalsgewinns seit Ausbruch der Pandemie steht nach neun Monaten Ende September ein Minus von 199 Mio. Euro zu Buche. Alexis von Hoensbroech geht davon aus, dass sich der Jahresverlust mit dem vierten Quartal vergrößern wird. Gegenüber dem Verlust von 470 Mio. Euro im Jahr 2020 sei dies dennoch eine deutliche Verbesserung.

Von der Coronakrise erholt hat sich die AUA allerdings noch lange nicht. Es gebe zwar einen klaren Trend, "das Glas ist halbvoll, aber eben nur halbvoll", so der AUA-Chef. Er rechnet wieder mit einem harten Winter, die Liquiditätspolster würden aber reichen.

Die AUA dürfte nach der Coronakrise um gut ein Fünftel geschrumpft sein. Gegenüber September 2019 sank der Personalstand bereits um rund 1.100 bzw. 16 Prozent auf nunmehr knapp über 5.900 Mitarbeiter.

(APA/Red)

Branchen-News, die Sie wirklich brauchen!

Mediadaten