16.10.2021

Aufklärung und Ernährungswende gefordert

Die Mehrheit der Bevölkerung will sich klimafreundlich ernähren, weiß aber nicht, was das genau bedeutet.

Jeder Bissen kann einen Unterschied machen: Bis zu 37 Prozent der gesamten Treibhausgas-Emissionen können auf unsere Ernährung zurückgeführt werden. Fleisch sei dabei für fast die Hälfte verantwortlich, hieß es bei einem Pressefrühstück des WWF (World Wide Fund for Nature) in Wien anlässlich des Welternährungstags am 16. Oktober. Zum Startschuss der Initiative „Eat4Change“ präsentierte die Umweltschutzorganisation eine Umfrage, bei der eine Mehrheit eine Ernährungswende fordert. Die Verantwortlichen sehen einen „klaren Auftrag an die Politik“.

Unter dem Motto „Ernährung als Superpower gegen die Klimakrise“ soll das von der EU geförderte europaweite Projekt „Eat4Change“ (Essen für Veränderung) das Bewusstsein über klimaschonende Ernährung zum Schutz des Planeten fördern. Bio, regional, Fleischersatz oder heimischer Fisch? Was am besten auf den Teller der kommen soll, kann nicht immer ganz konkret empfohlen werden. Herstellung, Transport, Kühlung, Pestizideinsatz, Tierwohl – es gilt, viele Faktoren in die Überlegungen einzubeziehen.

Beim Fleischverzehr im Spitzenfeld

Die meisten Bewohner der Alpenrepublik verzehren allerdings viel zu viel Fleisch: 60,5 Kilogramm pro Kopf. Das ist dreimal so viel wie empfohlen, liegt im europäischen und weltweiten Spitzenfeld und kann meist recht einfach reduziert werden. Laut einer repräsentativen, aktuellen Meinungsumfrage mit mehr als 1.000 Teilnehmern ist 57 Prozent der Befragten bewusst, dass Ernährung einen negativen Einfluss auf Klima und Umwelt hat bzw. haben kann. Trotzdem wüssten 45 Prozent nicht, für welche Lebensmittel sie sich konkret entscheiden sollen, um den Planeten zu schonen.

„Eine klimaschonende Ernährung ist unsere ganz persönliche Superpower im Kampf gegen die Erderhitzung und das Artensterben“, zeigte sich Hannah-Heidi Schindler, Expertin für nachhaltige Ernährung des WWF Österreich, überzeugt. Die Politik müsse „eine Ernährungswende einleiten“ und die dafür notwendigen Maßnahmen beschließen. Dabei müsse an vielen Schrauben gedreht werden, von der Preis- über die Subventionspolitik bis hin zur Bildung.

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