26.07.2022

Aus für Corona-Quarantäne

Eine neue Quarantäne-Verordnung liegt auf dem Tisch, wie Gesundheitsminister Johannes Rauch und Arbeitsminister Martin Kocher bestätigen. Ab 1. August müssen sich positiv Getestete ohne Symptome nicht mehr isolieren.

Es hat sich bereits abgezeichnet, nun ist es fix. Mit 1. August sollen die Quarantäne-Regeln gelockert werden. Heißt, wer sich trotz eines positiven Corona-Tests nicht krank fühlt, muss nicht in Quarantäne und darf das Haus verlassen. Eine FFP2-Maske ist dabei aber Pflicht, außer man ist im Freien und kann einen Zwei-Meter-Abstand einhalten.

Gesundheitsminister Johannes Rauch möchte die Krankheit "nicht verharmlosen", aber es gäbe auch soziale Aspekte, die man nicht vernachlässigen darf. Deshalb gibt es "Verkehrsbeschränkungen statt verpflichtender Quarantäne". Diese gelten für zehn Tage, nach fünf kann man sich freitesten lassen. Wer dann einen negativen PCR-Test oder einen Ct-Wert über 30 hat, für den gelten keine Verkehrsbeschränkungen mehr. Generell betont Rauch aber: "Wer krank ist, bleibt zu Hause!" Dafür wird die elektronische Krankmeldung wieder eingeführt. Die Meldepflicht bei einer Infektion bleibt weiterhin bestehen. 

Arbeiten mit Infektion

Für das Berufsleben bedeutet das, dass Arbeiten bei einer symptomlosen Infektion mit Maske grundsätzlich möglich sein wird. Wer aus medizinischen Gründen keine Maske tragen oder seinen Job mit Maske nicht ausüben kann, darf den Arbeitsort weiterhin nicht betreten. Risikogruppen können freigestellt werden, wenn Homeoffice oder Einzelbüros keine Option sind, Basis dafür ist ein Covid-19-Risikoattest. Diese Regelung ist vorerst bis Ende Oktober befristet. "In dieser Lage braucht es Zusammenhalt und keinen Egoismus", so Arbeitsminister Martin Kocher.

Keine Beschränkungen gibt es, wenn am Arbeitsplatz nur aktuell infizierte Personen zusammentreffen. Doch auch hier gibt es eine Ausnahme. In vulnerablen Settings wie Krankenhäusern ist eine Maske zu tragen. Daheim müssen Infizierte keine Maske anlegen, solange nur Personen desselben Haushalts anwesend sind, das gilt auch für den Privat-Pkw.

Auch Gasthäuser oder Schwimmbäder darf man trotz eines positiven Tests besuchen, allerdings nur mit Maske. In der Praxis heißt das, im Lokal sitzen und plaudern ist in Ordnung, dort etwas zu konsumieren, ist jedoch ausdrücklich nicht gestattet - dafür müsste man die Maske ja ablegen. Eine Art Verbot durch die Hintertür sozusagen.

Zustimmung und Kritik

Heftige Kritik kommt unter anderem aus Wien. Gesundheitsstadtrat Peter Hacker äußerte die Befürchtung, dass im Herbst ein neuer Lockdown drohen könnte. "Spätestens im September fliegen uns die Zahlen um die Ohren." Die Verordnung soll dennoch bundesweit gelten, eigene Regelungen in Wien wird es demnach nicht geben.

Als Entlastung für die angespannte Mitarbeiter:innen-Lage im Tourismus und als weiteren Schritt in Richtung eines Lebens mit dem Virus, begrüßt ÖHV-Präsident Walter Veit die ab August fallenden Quarantäne-Regelungen: „Die aktuelle Situation wird sich nicht um 180 Grad wenden, aber das Wegfallen der Quarantäne ist eines der Rädchen, an denen man drehen kann, das die Betriebe und die Teams entlastet.“ Klar ist, dass natürlich weiterhin gilt: Wer krank ist und sich krank fühlt, soll zu Hause bleiben und sich auskurieren: „Da gibt es keine Diskussion. Aber es gibt genug symptomlos Infizierte, denen nichts fehlt und die gerne arbeiten wollen. Natürlich nur unter den gebotenen Schutzmaßnahmen“, betont der Präsident der Hoteliervereinigung. Viele Länder wie die Schweiz, Dänemark, Spanien oder Großbritannien sind diesen Schritt bereits gegangen, ohne dass dort die Gesundheitssysteme überlastet wurden, noch gab es dramatisch andere Pandemie-Verläufe, gibt der Branchesprecher zu bedenken.

(Von Christina Grießer, red)

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