17.01.2021

Ausfallbonus für Gastro und Hotels

Die Zahlungen werden sich am Umsatz aus der Vergangenheit orientieren. Die Deckelung beim Fixkostenzuschuss wird erhöht.

Die Lockdown-Verlängerung kommt bei vielen Betrieben dem Wegfall eines Jahresumsatzes gleich, betont man bei der Hoteliervereinigung (ÖHV) in einer ersten Reaktion. „Der Städte- und Kongresstourismus liegt dann tatsächlich ein Jahr brach, und der Winter- und Wellnesstourismus erwirtschaftet in diesen Wochen den Großteil des Jahresumsatzes“, so ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer. Wichtig sei jetzt, den Fokus auf mitarbeiterintensive Servicebranchen zu legen.

Der neue „Ausfallbonus“

2,4 Mrd. Euro Umsatzersatz wurden bisher an die Unternehmen ausbezahlt, dieser feiert jedoch keine Wiederauferstehung, wie man in der Branche gehofft hatte. Neben Fixkostenzuschuss und Verlustersatz wird es nun neu einen sogenannten Ausfallbonus geben, wie Finanzminister Gernot Blümel heute Sonntag bekanntgab.

Dabei gibt es für betroffene Unternehmen 30 Prozent des Umsatzes, bis zu 60.000 im Monat. Gültig für jeden Monat bis zum Ende der Krise. Die Ersatzrate beträgt 30 Prozent des Umsatzausfalls, besteht zur Hälfte aus dem Ausfallsbonus und zur Hälfte aus einem Vorschuss auf den Fixkostenzuschuss 800.000. Jedes Unternehmen, das mehr als 40 Prozent Umsatzausfall im Vergleich mit dem jeweiligen Monatsumsatz aus 2019 hat, kann die Hilfe in Anspruch nehmen.  

Beantragt werden kann ab 16. Februar wieder über FinanzOnline (Anträge jeweils für das Ergebnis des Vormonats). Die Überprüfung des Umsatzeinbruches erfolgt im Nachhinein durch einen Steuerberater bei Abgabe des Fixkostenzuschuss-Antrages. Der Ausfallbonus ist angesichts des quasi Totalausfalls eine insgesamt wohl eher mager dotierte Lösung.

Weitere Hilfen: Ebenso soll die Kurzarbeit verlängert und adaptiert werden. Darüber hinaus soll der Härtefallfonds, der bis März angesetzt war, bis Juni verlängert werden.

Verbündete in der EU 

Ein Problem ist auf EU-Ebene noch zu lösen, argumentiert man bei der ÖHV. „Immer mehr große Arbeitgeber stoßen an die Obergrenze des befristeten Beihilfenrahmens, da geht es um Millionen Arbeitsplätze in der EU. Das ist seit langem bekannt und alle schauen zu“, beklagt Reitterer das Kriechtempo der EU-Kommission. Es brauche eine gut durchdachte Erhöhung der Obergrenzen und Verlängerung der Beihilfenprogramme.

Blümel, betonte, dass man gemeinsam mit Deutschland, Tschechien und Dänemark Verbündete in Europa gefunden habe, um die Obergrenzen der Hilfen nach oben zu justieren. Ein erster Erfolg ist, dass über die De-Minimis-Regel die Grenze für den Fixkostenzuschuss II in Höhe von 800.000 Euro um 200.000 angehoben werden wird.  Zudem gibt es Gespräche auf europäischer Ebene hier noch eine deutliche höhere Grenze für Beihilfen zu ermöglichen, heißt es aus dem Finanzministerium.

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