16.07.2019

Benetton steigt bei Alitalia ein

Die italienische Infrastrukturholding Atlantia, die im Besitz der Unternehmerfamilie Benetton steht, soll bei der Rettung der maroden Fluglinie Alitalia helfen.

Das wurde von den staatlichen Eisenbahnen (FS – Ferrovie dello Stato) beschlossen, die mit dem Wirtschaftsministerium und der US-Airline Delta die Alitalia übernehmen wollen.Die an der Mailänder Börse notierte Atlantia-Holding behauptete sich im Duell gegen weitere Interessenten. Vier Angebote wurden bis zu der am Sonntagabend laufenden Frist eingereicht: Neben Atlantia wollten sich auch der kolumbianisch-brasilianische Multimillionär und Mehrheitsaktionär von Kolumbiens Airline Avianca, German Efromovich, sowie der römische Unternehmer Claudio Lotito, Eigentümer des Fußballerstligisten Lazio Rom, beteiligen. Atlantia besitzt bereits die Betreibergesellschaft der römischen Flughäfen AdR (Aeroporti di Roma).

Die Eisenbahnen und das Wirtschaftsministerium sollen über 50 Prozent an der neuen Gesellschaft halten, die die Alitalia übernimmt. Das sei eine Garantie für den Erhalt der Jobs bei dem Ex-Monopolisten, der über 11.000 Personen beschäftigt. Atlantia übernehme laut Medienberichten 35 bis 40 Prozent, Delta zwischen zehn und 15 Prozent.

Die Atlantia-Gesellschaft ist Mutterkonzern der Autobahngesellschaft Autostrade per l’Italia (ASPI), die nach dem Einsturz der Brücke in Genua im vergangenen August mit 43 Toten scharf kritisiert wird. Verkehrsminister Danilo Toninelli fordert den Konzessionsentzug für ASPI, die 3000 Kilometer Autobahn in Italien betreibt. Gegen Atlantia-Chef Giovanni Castellucci laufen Ermittlungen wegen Fahrlässigkeit bei den Instandhaltungsarbeiten der Brücke in Genua.

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