02.07.2021

Besserer Boden für noch bessere Biere

Nachhaltige Braugerste für nachhaltiges Bier braucht einen gesunden Boden. Ein Projekt der Privatbrauerei Stiegl im Weinviertel macht Hoffnung auf eine ertragreiche Zukunft.

Die Themen „Bodengesundheit“ und „Sicherung nachhaltiger Rohstoffe“ nehmen bei Stiegl eine zentrale Rolle ein. Mittlerweile mehr als 50 Prozent des gesamten Braumalzes werden aus nachhaltigem Anbau direkt von rund 300 Gerstenbauern der Erzeugergemeinschaft Zistersdorf (EGZ) aus dem niederösterreichischen Weinviertel bezogen. Mit den Bauern gibt es langfristige Verträge. 

„Wenn wir unsere Verantwortung im Hinblick auf eine enkeltaugliche Zukunft ernst nehmen, dann bedeutet das auch, dass wir uns um den Fortbestand bzw. den künftigen Anbau heimischer Rohstoffe kümmern müssen. Der Boden spielt dabei eine wesentliche Rolle“, erklärt dazu Stiegl-Chefbraumeister Christian Pöpperl, der auch Leiter des Ressourcen-Effizienzteams der Brauerei ist. 

Das Bodengesundheitsprojekt

Gemeinsam mit 71 EGZ-Bauern startete man vor vier Jahren ein zukunftsweisendes Bodengesundheitsprojekt. Ziel ist es, die Gesundheit und Fruchtbarkeit des Bodens sowie das Leben im Boden zu verbessern, die Artenvielfalt innerhalb und oberhalb des Bodens zu erhöhen und wenn möglich, das für das Klima so schädliche CO₂ langfristig im Boden zu binden.

Nach einer ersten wissenschaftlichen Analyse zieht man eine erfolgreiche Zwischenbilanz, denn mittlerweile ist belegt, dass das Bodenprojekt Wirkung im Sinne einer ganzheitlichen Nachhaltigkeit zeigt. Die bewussten Maßnahmen der EGZ-Bauern seit Projektbeginn haben zu nennenswerten Verbesserungen geführt, etwa beim Nährstoff- und Humusgehalt des Bodens und der Bodenqualität insgesamt. Zudem bringt das Bodengesundheitsprojekt für die Landwirte den Vorteil, dass bei einem deutlich geringeren Einsatz von Stickstoffdünger vergleichsweise höhere Kornerträge erzielt werden. 

Evaluiert und analysiert wurde die „Stiegl-Braugerste“ nach den sogenannten SAFA-Leitlinien der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen. Die Bewertung erfolgte mittels Befragungen und Betriebserhebungen bei den EGZ-Bauern in vier Nachhaltigkeits-Dimensionen (Ökologie, Ökonomie, Mensch, Unternehmensführung), die sich wiederum in insgesamt 58 Subthemen gliedern. Damit seien alle Aspekte der Nachhaltigkeit abgedeckt und Stiegl verfügt damit über eine sehr gute wissenschaftliche Grundlage zur stetigen Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistungen in der Braugerstenproduktion. 

Das Klima der Zukunft

Neben den nachgewiesenen Stärken wurden im Rahmen der Studie auch noch vorhandene Schwächen sowie weitere Optimierungspotenziale aufgezeigt. Etwa das Thema Klimaresilienz: Der voranschreitende Klimawandel und die damit verbundene Erwärmung stellt Gerstenbauern und Brauereien vor immer größere Herausforderungen, denn die gängige Sommergerste zeigt sich gegenüber Hitze und Trockenheit anfällig. 

Neben der Sommergerste spielt für Stiegl und die EGZ-Bauern seit vielen Jahren die Winterbraugerste eine wichtige Rolle. „Die aktuellen Wetterkapriolen verdeutlichen einmal mehr, dass es wichtig und gut war, als erste Brauerei in Österreich bereits vor zehn Jahren gemeinsam mit unseren Landwirten im großen Stil den Anbau der Winterbraugerste zu forcieren“, erklärt Stiegl-Chefbraumeister Pöpperl. Diese Sorten werden im Herbst angebaut und sind deutlich robuster gegenüber klimatischen Veränderungen. Allerdings sei es für die Zukunft trotzdem wichtig, sowohl Sommer- als auch Winterbraugerste anzubauen, um die Fruchtfolge zu garantieren.

„Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass wir auf einem guten Weg sind, denn sie bestätigen uns, dass die Stiegl-Braugerste im Vergleich zu internationalen Braugersten auch klimaschonender ist. Wir werden uns jedoch darauf nicht ausruhen und auch künftig regelmäßige Audits durchführen lassen, um zielgerichtete Verbesserungen und Maßnahmen treffen zu können. Damit schaffen wir die Basis für nachhaltige Braugerste auch in 100 Jahren noch – ganz ohne Greenwashing, sondern in ehrlichem Ansinnen. Das ist unser Versprechen“, so der Stiegl-Nachhaltigkeitsbeauftragte und Chefbraumeister Pöpperl abschließend. 

www.stiegl.at/nachhaltigkeit

(Red)

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