12.03.2020

Bier aus Österreich legt weiter zu

Mehr gebrautes Bier, mehr Export und deutliche Zuwächse bei den Alkoholfreien: Die Brau-Bilanz 2019 ist positiv. Brauereiverbands-Obmann Sigi Menz verlangt mit Blick auf die Coronavirus-Krise ein Soforthilfepaket für die Gastronomie, über die Kredithaftungen hinaus.

Mit rd. 9,9 Mio. Hektoliter (inkl. alkoholfreiem Bier) stieg 2019 der Bier-Gesamtausstoß um 1,9 %. Die Exporte legten um 8,5 % bzw. 107.340 hl zu, im Inland wurde mit rd. 8,61 Mio. hl ein leichtes Plus von 0,9 % bzw. 78.136 hl gebraut. Alkoholfreies Bier verzeichnete in Österreich einen weiteren Zuwachs von 11,2 % bzw. 26.743 hl.

Wie bereits im Jahr davor wurde auch 2019 Lager-/Märzenbier im Inland am häufigsten getrunken: Rund 5,6 Mio. hl bedeuten eine leichte Zunahme von 1 % (+43.483 hl) bzw. mit rund 65 % Marktanteil Platz 1 unter den Biersorten. Ebenso verzeichneten alkoholfreies Bier und AF-Radler (+21.578 hl bzw. +10 %), alkoholfreies Weizenbier (+5.166 hl bzw. +25 %), Weizenbier (5.464 hl bzw. +5 %) sowie Kreativbier (+207 hl bzw. +7 %) im vergangenen Jahr Zuwächse. Rückläufig waren u. a. Pils (-12.231 hl bzw. -5 %) und Bockbier (-4.002 hl bzw. -17 %). 

„Der Wirtschaftsmotor Braubranche läuft in Österreich stabil und unabhängig von konjunkturellen Schwankungen. Das verdanken wir der ausgeprägten Regionalität mit einer enorm hohen Dichte an Brauereien, der Vielfalt an Bieren und unserem kompromisslosen Bekenntnis zu Qualität und Natürlichkeit. betont Brauereiverbands-Obmann Sigi Menz. Das beweist auch die Wertschöpfung im Umfang von 1,643 Milliarden Euro, die laut Berechnungen der Brewers of Europe durch Bier in Österreich generiert wird. Seit 2015 ist dieser Wert um mehr als neun Prozent gestiegen. Menz: „Und das beweisen auch die 1,2 Milliarden Gesamteinnahmen, die der Staat jährlich rund ums Bier lukriert – von Verbrauchs- über Mehrwert- und Einkommenssteuern bis hin zu Sozialabgaben. 

Unterstützung für die Gastronomie

Die Erfolgsgeschichte heimischen Bieres sei untrennbar mit der österreichischen Gastronomie verbunden. Daher, so Menz weiters, müsse man in der aktuellen Ausnahmesituation aufgrund des Corona-Virus „den Gastronomen, die mit drastischen Umsatzrückgängen zu kämpfen haben, mit einem Soforthilfepaket tatkräftig unter die Arme greifen. Das muss über die von der Regierung angekündigten Kredithaftungen hinausgehen und es den Betroffenen erleichtern, Arbeit und Personal temporär zu reduzieren sowie Zahlungen auszusetzen, um die Betriebe nicht in den Konkurs zu treiben.“

Umfrage: Österreicher schätzen Nachhaltigkeit

Eine aktuelle Umfrage unter 1.000 Österreicherinnen und Österreichern zeigt, knapp dreißig Prozent der Befragten konsumieren nach eigenen Angaben wöchentlich Bier (zum Vergleich: bei Wein sind es 19 %). Entscheidend für die Österreicherinnen und Österreichern ist dabei ganz klar der Geschmack: 81,2 % der Befragten (quer über alle Gruppen) bewerten diesen mit sehr wichtig. Auf dem zweiten Platz rangiert mit 42,7 % sehr hoher Wichtigkeit die Natürlichkeit des Biers (Inhalts- und Rohstoffe) – wobei die Bedeutung hierfür mit dem Lebensalter der Befragten tendenziell steigt. Platz drei der wichtigsten Aspekte belegt das Herkunftsland, gefolgt von der nachhaltigen Gebindeform bzw. der Gebindeform allgemein (Flasche/Dose), der Regionalität und dem Preis.

Hinsichtlich Nachhaltigkeit werden österreichische Brauereien und österreichisches Bier insgesamt sehr gut bewertet: Knapp ein Drittel (32,5 %) beurteilen heimisches Bier als sehr nachhaltig, weitere 59,4 % als eher nachhaltig – ähnlich fällt die Beurteilung der Brauereien aus (30,9 % sehr und 59,6 % eher nachhaltig). Auch in der Detailbewertung des nachhaltigen Handelns österreichischer Brauereien setzt sich dieses positive Bild fort. 89,7 % der österreichischen Biertrinker sind der Ansicht, dass hierzulande natürliche Inhaltsstoffe Verwendung finden, 88,5 % sehen dies auch hinsichtlich nachwachsender Rohstoffe aus der heimischen Landwirtschaft. 84,7 % stimmen zu, dass diese Roh- und Inhaltsstoffe nachhaltig beschafft werden und 82,9 % sehen einen verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Wasser. Das konkrete Engagement der österreichischen Brauereien im Bereich Nachhaltigkeit und Umweltschutz wird von 20 % der Befragten als sehr gut und von weiteren 61 % als eher gut bewertet.

„Nachhaltigkeit ist Teil unserer DNA und steht im Bierland Österreich hoch im Kurs – heimisches Bier sowie heimische Brauereien werden diesbezüglich von der Öffentlichkeit sehr gut bewertet“, betont Brauereiverbands-Geschäftsführerin Jutta Kaufmann-Kerschbaum.

 

Branchen-News, die Sie wirklich brauchen!

Mediadaten