31.03.2022

Biodiversität über den Tellerrand

Ein Team der Hochschule Osnabrück, der Technischen Universität (TU) Berlin und der FH Münster sucht für das Forschungsprojekt „Biodiversität über den Tellerrand“ (BiTe) Betriebe der Gemeinschaftsgastronomie, die sich als Praxispartner beteiligen möchten.

Immer mehr Pflanzen- und Tierarten verschwinden weltweit. Laut Weltbiodiversitätsrat (IPBES) sind derzeit bis zu eine Million Pflanzen- und Tierarten bedroht. Sterben etwa zunehmend Insektenarten aus, werden weniger Pflanzen bestäubt. „Biologische Vielfalt ist eine wesentliche Grundlage für die Ernährungssicherung“, sagt Prof. Dr. Melanie Speck von der Hochschule Osnabrück. Auf der anderen Seite sei gerade die Art und Weise, wie Lebensmittel derzeit überwiegend produziert werden, ein wichtiger Faktor für den Rückgang der Biodiversität, so die Nachhaltigkeitsforscherin. Auf dem Feld der Ernährung wird insbesondere die intensive Landwirtschaft für das Artensterben verantwortlich gemacht.

Der Einfluss des Außer-Haus-Marktes

In dem Forschungsprojekt „Biodiversität über den Tellerrand“ (BiTe), das Prof. Dr. Melanie Speck leitet und das im Verbund mit der Technischen Universität (TU) Berlin und der FH Münster durchgeführt wird, richten die beteiligten Wissenschaftler*innen ihren Blick auf den Zusammenhang zwischen dem wachsenden Außer-Haus-Markt und der biologischen Vielfalt. Für das Projekt suchen sie Betriebe der Gemeinschaftsgastronomie aus dem gesamten Bundesgebiet als Praxispartner, die bereit sind, ihre Rezepturen biodiversitätsschonend zu optimieren und den Absatz bei den Gästen durch verschiedene Maßnahmen zu testen. Interessierte können sich bis Anfang Mai 2022 bei Anita Menzel vom Institut für Nachhaltige Ernährung der FH Münster unter der E-Mail-Adresse anita.menzel(at)fh-muenster.de melden. Unter www.fh-muenster.de/bite gibt es Informationen zum Projekt. „Die Praxispartner profitieren beispielsweise von einem Netzwerk und können im Austausch offene Fragen klären“, so Anita Menzel.

Berechnen, wie nachhaltig ein Gericht ist

Je nachdem, welche Zutaten ein Gericht enthält, wie sie angebaut wurden und woher sie stammen, wirken sie sich unterschiedlich stark auf die Vielfalt in der Tier- und Pflanzenwelt aus. Diese Effekte möchte das Team im BiTe-Projekt genauer untersuchen und bewertbar machen. Der bestehende NAHGAST-Rechner soll in Zuge des Projektes um Biodiversität erweitert werden. Mit dem wissenschaftlich fundierten Online-Instrument lässt sich berechnen, wie nachhaltig ein Gericht ist. Neben ökologischen und gesundheitlichen Kategorien berücksichtigt der Rechner auch soziale Aspekte wie die Fairness gegenüber Mensch und Tier.

(red)

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