07.11.2021

Branche fordert Kompensation für 2G

Aufgrund der zu erwartenden wirtschaftlichen Auswirkungen der neuen 2G-Regeln seien Hilfen unerlässlich, betonen Hoteliervereinigung und Wirtschaftskammer.

Branchenvertreter zeigen aufgrund der aktuellen Entwicklung Verständnis für die Einführung der landesweiten 2G-Regeln, für die zu erwartenden Einnahmenausfälle wolle man aber Ersatzleistungen. „Wir kommen um 2G nicht herum und tragen diese Entscheidung mit. Aber wir brauchen vom Bund dieselbe Solidarität in Form einer Kompensation für die daraus resultierenden Einnahmenausfälle“, so ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer. Löst die Regierung die Rechtsgrundlage für geltende Verträge auf, dürfe weder die Branche auf den Folgekosten sitzen bleiben noch ihre Gäste, argumentiert sie. Als Werkzeug könne etwa die „bewährte Umsatzsteuerreduktion“ herangezogen werden. Diese zu verlängern sei einfach, ihre Handhabe unbürokratisch und der Hebel am wirksamsten.

Auch der befristete Beihilferahmen müsse verlängert werden, Bund und die EU-Kommission seien am Zug. Reitterer: „Die Fakten sind klar: Diese Krise ist für den Tourismus noch lange nicht vorbei. Und damit ist die Grundlage für die Verlängerung des Beihilferahmens und die Anhebung der Beihilfeobergrenzen ganz klar gegeben.“ 

WKÖ: Wirtschaftshilfen dringend erforderlich

Die vorgezogene Einführung der 2G-Regel im Tourismus sei zwar eine bittere, aber unvermeidliche Maßnahme, um die Wintersaison angesichts der kritischen epidemiologischen Situation nicht zu gefährden, betont WKÖ-Tourismusobmann Robert Seeber. Reisewarnungen während der Wintersaison wären eine Katastrophe, weshalb alles getan werden muss, um diese zu verhindern. „Klar ist aber, dass die 2G-Regel für Gäste zusätzliche Hürden schafft und zu Umsatzeinbußen führen wird. Wichtig ist deshalb, dass wir die richtige Balance zwischen Sicherheit und Wirtschaftlichkeit finden“, so Seeber.

Die 2G-Regel wird vor allem in jenen Gastgewerbe-, Sport- und Freizeitbetrieben zu Umsatzrückgängen führen wird, die überwiegend auf junges Publikum setzen. In den Altersgruppen zwischen 15 und 34 Jahren sind rund 40 Prozent der Bevölkerung noch nicht vollimmunisiert. „Diese Zahl zeigt, dass ein wirtschaftlicher Betrieb oftmals nicht möglich sein wird“, so der WKÖ-Spartenobmann. Neben einem Ersatz von Umsatzausfällen fordert Seeber vor allem die Verlängerung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes in Gastronomie, Hotellerie und Kulturbereich. „Zudem bedarf es einer Ausweitung der Steuerbegünstigung auf weitere Sport- und Freizeitbetriebe, wie etwa Fitnessstudios.“

Außerdem unterstreicht Seeber, dass der Veranstaltungswirtschaft dringend Planungssicherheit zurückgegeben werden müsse. Hierzu könne der Veranstalterschutzschirm einen wertvollen Beitrag leisten: „Neben einer Verlängerung der Antragsfristen ist vor allem wichtig, dass Veranstalter nicht auf ihren Unkosten sitzenbleiben, wenn aufgrund der 2G-Regel weniger Besucher zu einer Veranstaltung kommen.“

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