08.02.2021

Bundesregierung spricht Reisewarnung für Tirol aus

Aufgrund der britischen und südafrikanischen Mutationen des Virus warnt die Bundesregierung vor Reisen nach Tirol. Bayern schließt Grenzschließungen zum angrenzenden Bundesland Tirol nicht aus, aber derzeit noch nicht für angemessen.

Die britische Mutation des Corona-Virus verbreitet sich mehr und mehr in der Europäischen Union und in Österreich. Die südafrikanische Mutation tritt noch wesentlich geringer auf, ist aber noch bedrohlicher, weil bei Impfstoffen eine verminderte Wirkung zu befürchten ist, heißt es heute Montag in einer Presseaussendung des Bundeskanzleramts. Nach Einschätzung von Experten liegen mittlerweile 293 belegte Fälle der südafrikanischen Mutation in Tirol vor, die Zahl der aktiven Fälle wird von den Fachexperten auf zumindest 140 geschätzt.

„Daher ist alles zu tun, um zu verhindern, dass sich diese Mutationen immer weiter ausbreiten. Neben den Maßnahmen, die in Tirol zum Schutz der Tirolerinnen und Tiroler gesetzt wurden, warnt die Bundesregierung vor Reisen nach Tirol, um eine Ausbreitung der Südafrika-Variante zu unterbinden und fordert von allen Bürgerinnen und Bürgern, Reisen nach Tirol auf das unbedingt erforderliche Ausmaß zu verringern“, so Bundeskanzler Sebastian Kurz. Gesundheitsminister Rudi Anschober ergänzt: „Wir überprüfen die Lage laufend - Zusatzmaßnahmen sind jederzeit möglich.“ Darüber hinaus ist mit der Tiroler Landesregierung vereinbart, dass die Situation in Tirol täglich evaluiert wird, ob die Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung auch greifen.

Die Reisewarnung der Bundesregierung bedeutet, dass man vor nicht notwendigen Reisen nach Tirol warnt und ersucht, nicht notwendige Reisen nach Tirol zu unterlassen. Außerdem gibt es die Aufforderung an alle, die sich in den letzten zwei Wochen in Tirol aufgehalten haben, sich testen zu lassen. An alle, die aus Tirol in ein anderes Bundesland reisen, gilt die dringende Aufforderung, unmittelbar vor der Reise einen Covid-19-Test zu machen.

Bayern sieht Grenzschließung zu Tirol als letzte Möglichkeit

Bayern schließt Grenzschließungen zum angrenzenden Bundesland Tirol nicht aus, aber derzeit noch nicht für angemessen. „Grenzschließungen kann man als Ultima Ratio nicht ausschließen. Aber zunächst gilt es, den Grenzverkehr auf das notwendigste Maß zu reduzieren“, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek am Montag laut dpa vor Journalisten in München. Ob sich durch die Entscheidung der österreichischen Bundesregierung an der Einschätzung etwas ändert, ist möglich.

Bayern und Deutschland würden die Lage genau beobachten und bereits jetzt verstärkt kontrollieren, sagte Holetschek. Je nach Entscheidung auf österreichischer Seite müsse das auch weiter engmaschig begleitet werden. Generell sei aber klar, man müsse die Lage sehr ernst nehmen. Ziel müsse es sei, die Infektionsketten über die Grenzen hinweg zu brechen, dazu müsse jeglicher Austausch hinterfragt werden. In Bayern werden die Lockerungen der Corona-Maßnahmen in Österreich und vor allem in Tirol äußerst kritisch beobachtet. Auch Österreich hat am Montag die Grenzkontrollen an der deutschen Grenze verschärft.

(Red/APA)

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