29.09.2021

BWB lehnt AGM-Übernahme durch Metro ab

Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hat der geplanten Übernahme von neun AGM-Großmärkten durch den deutschen Metro-Konzern nicht zugestimmt.

Aufgrund wettbewerblicher Bedenken sei "das Zusammenschlussvorhaben in seiner derzeitigen Form nicht freigabefähig", teilte die BWB am Mittwoch in einer Aussendung mit. Die Wettbewerbshüter werden nun einen Antrag auf Prüfung des Zusammenschlusses an das Kartellgericht stellen. Laut BWB haben Metro und die Rewe-Tocher AGM keine Maßnahmen angeboten, um die bestehenden wettbewerblichen Bedenken auszuräumen. An der anvisierten Übernahme hatten Mitbewerber, unter anderem die Kastner-Gruppe, in den vergangenen Wochen scharfe Kritik geäußert.

Metro Österreich zeigte sich in einer ersten Reaktion dennoch zuversichtlich die AGM-Standorte übernehmen zu können. Man werde sich der vertiefenden Prüfung stellen, „in der alle offenen Fragen ausgeräumt werden sollen“, hieß es von Metro auf APA-Anfrage. „Der Dialog mit der Bundeswettbewerbsbehörde war bislang äußerst konstruktiv und von beidseitiger hoher Wertschätzung getragen“, so der Großhändler. Die Transaktion erfordere eine längere und intensivere Analysephase, daher werde die Entscheidung in der Prüfungsphase 2 vom Kartellgericht getroffen.

Die Bundeswettbewerbsbehörde hat bei Mitbewerbern sowie Kunden von AGM und Metro im September eine Online-Marktumfrage durchgeführt. Die Ergebnisse der Befragung sowie Stellungnahmen und Gespräche mit Wettbewerbern und Kunden hätten gezeigt, dass die Bedenken hinsichtlich hoher Marktanteile von AGM und Metro weiter bestehen bleiben, so die Wettbewerbshüter. Die drei Regionen mit den größten wettbewerbsrechtlichen Bedenken sind laut BWB rund um AGM Klagenfurt/AGM Graz, AGM Wr. Neustadt/AGM St. Pölten und AGM Bludenz. Weiters gebe es aufgrund der hohen Konzentration in den österreichischen Lebensmittelmärkten „überregionale Bedenken“ gegen zukünftige schrittweise externe Marktanteilszuwächse („Salamitaktik“) und den möglichen Wegfall regionaler Diversität im Sortiment und lokaler Wertschöpfung durch globale Einkaufsstrategien.

(APA)

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